In Ahaus lässt sich eine bedrohte Wattvogelart nieder

Schnepfe

AHAUS Das Fernglas von Christoph Rückriem schwenkt leicht nach links. „Da hinten ist eine, sehen Sie das?“ Zwei weitere Ferngläser folgen dem Blick des Biologen, richten sich auf das Feuchtgebiet an der Baumwollstraße. Hier hat sich eine seltene Wattvogelart niedergelassen.

von Von Hanna Paßlick

, 29.03.2010, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Voraussetzung für die Schaffung dieses Lebensraumes ist die Mitarbeit der ansässigen Landwirte. Deren Flächen hat die SGW zunächst angekauft, um sie anschließend unter Naturschutz-Auflagen wieder zu verpachten. „Wir haben Absprachen mit den Landwirten getroffen, dass sie sich Aubrac-Rinder zulegen, die zur Verhinderung von Bewaldung das ganze Jahr über draußen stehen können“, sagt Georg Hengst, SGW-Beauftragter für Umweltschutz und Genehmigungen. Trotz der Einschränkungen für die Landwirte funktioniert die Zusammenarbeit nach Aussagen von Rückriem und Hengst seit Jahren gut. Auch die Niederlande beteiligen sich am Vogelschutz in den grenzüberschreitenden Moor- und Heideflächen. Der Erfolg dieser andauernden Maßnahmen hat sich bereits bewährt: Heute rasten rund 30 Uferschnepfen auf den Heidehof-Wiesen, im vergangenen Jahr haben bereits sechs Paare dort gebrütet.

National wie international steht die Uferschnepfe unter Schutz. In Nordrhein-Westfalen leben noch etwa 100 Paare dieser Art. „Da die Uferschnepfe ein Koloniebrüter ist, ist sie gebunden an traditionelle Gebiete“, weiß Christoph Rückriem. Geplant sei deshalb eine Ausweitung der Flächen, um dem Wattvogel auf Dauer Brut- und Rastplätze zu bieten und seinen Rücklauf aufzuhalten. Die SGW und das Biologische Institut sehen sich in ihrem Erfolg bestätigt. „Industrie, Landwirtschaft und Naturschutz schließen sich nicht grundsätzlich aus“, sagt SGW-Betriebsleiter Martin Hart. Vielmehr könnten sie alle einen Beitrag für die Umwelt leisten und sich dabei gegenseitig unter die Arme greifen.

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