Die Ahauser können im Schnitt mehr als 1900 Euro pro Monat ausgeben. © Jenny Kahlert
Verfügbares Einkommen

In Ahaus leben 27 Einkommensmillionäre

Eine Statistik zeigt genau, wie viel Geld die Ahauser für Konsum und Sparen zur Verfügung haben. Die Summe scheint sehr hoch zu sein und zeigt somit die sozialen Ungleichheiten.

Jeder Ahauser hat rein rechnerisch pro Monat 1945 Euro zur Verfügung. Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes NRW hervor. Berechnet wird hier das verfügbare Einkommen pro Einwohner. Gemeint sind dabei alle Einwohner, also auch Kinder, Rentner oder Arbeitslose.

Das verfügbare Einkommen gibt somit keinen Aufschluss über den durchschnittlichen Verdienst der Menschen. Vielmehr geht es darum, wie viel Kaufkraft in der Kommune vorhanden ist.

Für die Berechnung legen die Statistiker die Summe aus Arbeitnehmerentgelt, Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen zugrunde. Abgezogen davon werden Steuern und Sozialabgaben, hinzugerechnet werden Sozialleistungen wie Hartz VI oder Kindergeld. Am Ende steht also die Summe, die jedem Ahauser rein rechnerisch für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht.

Zahlen zeigen wohl kaum die Realität

In Ahaus waren das im Jahr 2019 insgesamt 957 Millionen Euro pro Jahr. Jeder Einwohner der Stadt Ahaus hat damit jährlich 24.346 Euro zur Verfügung. Pro Monat bedeuten diese Zahlen ein verfügbares Einkommen von 1945 Euro pro Einwohner. Eine vierköpfige Familie kann im Schnitt pro Monat also über 7780 Euro verfügen. Wer diese Zahl hört, merkt wohl schnell, dass das in der Realität nur höchst selten der Fall ist.

Das liegt daran, dass es sich um einen Durchschnittswert handelt. Wenn also alle Ahauser gleich viel Geld bekommen würden, wären diese Werte Realität. Doch das ist natürlich nicht der Fall.

Die Einkommensstrukturen sind höchst unterschiedlich. Eine andere Statistik zeigt zum Beispiel, wie viele sogenannte Einkommensmillionäre es in Ahaus gibt. 27 Menschen in der Stadt haben im Jahr 2017 mehr als eine Million Euro steuerpflichtig verdient. Neuere Zahlen veröffentlicht das Statistische Landesamt nicht.

Bei den Einkommensmillionären liegt Ahaus in der landesweiten Statistik sehr weit vorne, nämlich auf Platz 21 von 291. Es gibt also vergleichsweise viele Menschen, die sehr viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite liegt Ahaus beim verfügbaren Einkommen nur auf Platz 167 von 396. Es gibt also auch relativ viele Menschen, die wenig Geld verdienen und somit diesen Durchschnittswert senken.

Starker Anstieg des verfügbaren Einkommens in Ahaus

Das verfügbare Einkommen ist in Ahaus in den vergangenen Jahren relativ stark gestiegen, allein um 3,5 Prozent von 2018 auf 2019. Wenn man die Zahlen der letzten sieben Jahre miteinander vergleicht, kommt man sogar auf einen Anstieg von 24,8 Prozent.

Im kreisweiten Vergleich liegt Ahaus genau im Mittelfeld. In acht Kommunen ist das verfügbare Einkommen höher, in acht Kommunen niedrigen. Den niedrigsten Wert haben die Statistiker für Gronau errechnet: 1607 Euro pro Einwohner pro Monat. Der höchste Wert steht in Schöppingen mit 2202 Euro pro Einwohner pro Monat.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer