In Ahauser Hausarztpraxis ist Samstag-Vormittag Corona-Sprechstunde

rnCorona-Pandemie

Wenn die Hausarztpraxis Ahaus am Samstag, 8. November, außer der Reihe öffnet, hat das einen besonderen Grund: Von 9 bis 13 Uhr ist Infektsprechstunde. An diesem Tag die einzige im Umkreis.

Ahaus

, 06.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Oktober hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe mit Blick auf die stetig steigenden Covid-19-Infektionszahlen in ihrem Zuständigkeitsgebiet an den Samstagen Sonder-Sprechstunden organisiert. Elf waren es im Oktober im Kreis Borken. Das Angebot wurde nach einer Abfrage unter den niedergelassenen Ärzten realisiert, sagt Jana Elbert von der KV-Pressestelle in Dortmund: „Die Ärzte konnten sich bei uns melden, ob sie diese zusätzliche Leistung anbieten möchten.“ Die nächste Infektsprechstunde findet jetzt in Ahaus statt. Von 9 bis 13 Uhr sind Dr. Nikolaus Balbach als Arzt und zwei medizinische Fachangestellte in erster Linie Ansprechpartner am Telefon.

Am Telefon entscheidet sich weiteres Vorgehen

„Die entscheiden dann das weitere Vorgehen“, erklärt Dr. Khalil Malyar, Inhaber der Praxis an der Kreuzsstraße 10. Gleichzeitig hat er ein großes Anliegen: „Die Infektsprechstunde ist ausschließlich für Menschen mit grippeähnlichen Symptomen gedacht und nicht für allgemeine Fragen rund um das Virus.“ Bereits am Telefon könne dann vieles geklärt werden, ist sich der Mediziner sicher. Bei einer Vermutung aber, dass eine ernstere Erkrankung vorliege, müsse das durch eine Untersuchung abgeklärt werden.

Dafür werden in der Hausarztpraxis besondere Untersuchungsräume genutzt, bei denen strengste Hygienemaßnahmen erfolgen. Und bei Verdacht, ob hinter den Symptomen vielleicht doch eine Corona-Infektion stecke, werde getestet. In der Regel der PCR-Test und nur in absoluten Ausnahmefällen per Schnelltest.

Covid-19-Abstrich auch vor der Tür oder im Auto möglich

In jedem Fall aber werde entschieden, so Dr. Malyar, ob der betreffende Patient dann Zugang zur Praxis bekomme oder der Abstrich vor der Tür oder sogar im Auto erfolge. Abhängig vom Allgemeinzustand des Patienten erfolge die Einweisung in ein Krankenhaus oder die „Entlassung“ nach Hause. Dann allerdings mit der Vorgabe, bis zum Vorliegen des Ergebnisses auf Kontakte zu verzichten.

Jetzt lesen

„Wir möchten einen Betrag leisten, auch den, die Notfallpraxen, die zurzeit stark beansprucht werden, zu entlasten“, erklärt Dr. Malyar sein Motiv, seine Praxis am Samstag zu öffnen. Das Honorar, dass die KV dafür zahlt, sei nun wirklich kein Grund.

Bei den Patienten hat der Ahauser Hausarzt übrigens bei der zweiten Corona-Welle eine größere Aufgeklärtheit und Gelassenheit festgestellt: „Am Anfang waren viele ganz aufgebracht.“ Wie lange die samstäglichen Sondersprechstunden angeboten werden und ob seine Praxis noch einmal dabei sein wird, kann Dr. Malyar nicht sagen: „Das ist Sache der KV und hängt natürlich vom weiteren Infektionsgeschehen ab.“

Die Hausarztpraxis Ahaus an der Kreuzsstraße 10 ist am Samstag, 7. November, von 9 bis 13 Uhr unter Tel. (02561) 1015 erreichbar.

Lesen Sie jetzt