Ingo Woolderink beschreibt gespenstisches Paris

Nach den Anschlägen

In Paris haben mutmaßliche IS-Terroristen über 120 Menschen umgebracht. Ingo Woolderink, Polizist aus Ahaus und ehemaliger Bürgermeisterkandidat, war durch Zufall in der Millionenstadt, als die Anschläge passierten. Kurz nachdem die Nachrichten sich in der Nacht zu Samstag überschlugen, meldete er sich über Facebook: „Wir sind in Paris und sind sehr geschockt. Uns geht es gut und wir werden schauen wie es heute und morgen weitergeht.“

AHAUS

, 15.11.2015, 00:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ingo Woolderink beschreibt gespenstisches Paris

Ingo Woolderink aus Ahaus war in Paris, als die Anschläge passierten.

Als die Anschläge passierten, als Bomben explodierten und die schwer-bewaffneten Täter im Club Le Bataclan und vor mehreren Restaurants das Feuer auf das Publikum eines Rockkonzerts und auf Passanten eröffneten, saß Woolderink nichtsahnend in einem Restaurant – nur wenige Kilometer entfernt. „Wir haben erst später im Hotel durch einen Kollegen von dem Terror erfahren. Danach haben wir uns die Bilder im Fernseher angesehen. Das einzige was wir dann in der Nacht mehrfach gehört haben, waren Hubschrauber die über uns gekreist sind.“

Überall schwer-bewaffnete Kräfte

Im Facebook-Chat mit unserer Redaktion schilderte Woolderink in der Nacht zu Sonntag seine weiteren Eindrücke und Erlebnisse in der französischen Hauptstadt: „Als wir heute Nachmittag unterwegs waren, waren die öffentlichen Einrichtungen, die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen. Das Militär und Polizei war und ist überall schwer bewaffnet präsent. Die wenigen Geschäfte die geöffnet waren, haben Sicherheitspersonal an den Türen positioniert um Taschenkontrollen durchzuführen.“

Den ganzen Tag über seien die großen Plätze und Straßen wie leergefegt gewesen. Einige Restaurant hatten geöffnet, seien aber kaum besucht gewesen. Die Militär- und Sicherheitspräsenz sei schon erdrückend und man hat ein ungutes Gefühl. „An vielen Plätzen haben die Menschen Blumen niedergelegt“, so Woolderink.

Sicherheitsposten und Sicherheitsgefühl

Um seine eigene Sicherheit machte er sich am Samstag aber keine Sorgen mehr. „Durch das massive Aufkommen der Sicherheitskräfte ist die Stadt, glaube ich, sicher“, schrieb er. Auch sein Hotel habe an der Tür einen Sicherheitsposten aufgestellt, der die Gäste durchsuche. „Damit nicht jeder ins Hotel kommen kann“, so Woolderink. Die Atmosphäre beschrieb er in der Nacht als geisterhaft: „Von unserem Zimmer können wir auf den Platz La Defense schauen. Auf diesem Platz mit großen Triumphbogen bewegt sich niemand“, schrieb er.

"Nach den Anschlägen ist alles anders"

Am Sonntag wolle er die Heimreise antreten. Er hoffte, ohne große Probleme ins Flugzeug steigen zu können. Ein Eindruck bleibt für ihn: „Paris eine Stadt die nicht mehr so ist wie sie vorher war. Eine Stadt die normalerweise pulsiert und wo Menschenmassen sich durch die Straßen und Plätze bewegen. Nach den Anschlägen ist alles anders.“

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