Intrigen und Verrat in „Die Grönholm-Methode“

Kulturrings Stadtlohn-Vreden

STADTLOHN / VREDEN Was sich in der oberen Chefetage eines multinationalen Konzerns bei der Auswahl für die Neubesetzung einer Managerposition abspielte, das sahen die Theaterfreunde des Kulturrings Stadtlohn-Vreden am Dienstagabend in der Stadtlohner Stadthalle. Szenen- und ein großer Schlussapplaus würdigten dar mehr als gelungene Spiel.

von Von Susanne Dierking

, 17.12.2009, 11:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Psychokrieg um die Karriere: das Stück »Die Grönholm-Methode«.

Psychokrieg um die Karriere: das Stück »Die Grönholm-Methode«.

Gunnar Schmidt als Enrique Font dagegen agierte eher sensibel und besonnen, während Claudia Buser in der Person der Mercedes Degás eine energische Karrierefrau darstellte, die sich nach wie vor für ihren ehemaligen Kommilitonen Peter Papakostidis alias Klaus Nierhoff interessierte, der in seiner sportlichen, komödiantischen Art das Publikum oft zum Lachen reizte. In Wirklichkeit spielen sie alle ein doppeltes Spiel. Es beginnt ein regelrechter Psycho-Krieg, sogar Intimes wird abgefragt und in vulgärer Sprache offen preisgegeben, beim Kampf um den begehrten Manager-Posten. Nachdem die vermeintlichen drei Bewerber nacheinander den Konferenzraum verlassen haben, glaubt Fernando, dass er jetzt der Sieger ist und den Traumjob bekommt. Doch es kommt anders.

Die drei kommen zurück, stellen sich als Psychologen des Konzerns vor und teilen dem tief enttäuschten Fernando mit, dass er aufgrund seines Verhaltens während der Rollenspiele den Job nicht bekomme, denn der multinationale Konzern suche nicht einen guten Menschen, der nach außen skrupellos wirke, sondern einen skrupellosen Manager, der nach außen wie ein guter Mensch wirke. Autor Jordi Galceran machte eine wahre Begebenheit zu einer bitterbösen Komödie über das rücksichtslose Auswahlverfahren für Führungskräfte, bei dem die Würde des Einzelnen auf der Strecke bleibt. Für die Leistungen der brillant agierenden Schauspieler gab es langen Applaus.

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