Jürgen Schmeier setzt auf Unabhängigkeit

Bürgermeisterkandidat

Wie verändert sich in Zukunft das Leben in einer Stadt? Worauf muss die Politik angesichts des demografischen Wandels achten? Und vor allem: Was kann ein Ahauser Bürgermeister dafür tun? Jürgen Schmeier, Bürgermeisterkandidat von SPD, UWG, Grünen und WGW, hat darüber im Atrium der Firma Tobit diskutiert. Mit Fachleuten aus Ahaus und mit Franz Müntefering (SPD).

AHAUS

, 01.09.2015, 19:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Politik auf kommunaler Ebene ist Politik mit allen", erklärte Schmeier. Dabei gehe es jedoch nicht nur darum, den politischen Gegner zu überzeugen, sondern auch den Bürger mitzunehmen. Als künftiger Bürgermeister wolle er vor allem eines sein: unabhängig. Er wolle dafür kämpfen, dass Menschen in Ahaus in Würde alt werden können. "Da ist auch das Ehrenamt gefordert, um die Generationen zu vernetzen", so Schmeier weiter.

Als Bürgermeister in Ahaus leben

Er selbst sei zwar nicht in Ahaus geboren. "Das Thema begegnet mir immer wieder im Wahlkampf", sagte Schmeier. Er sei aber bereit, in Ahaus Bürgermeister zu werden. "Es geht nicht darum, wo man herkommt, sondern wo man leben möchte", so Schmeier. Und er wolle in Ahaus leben.

Um den demografischen Wandel möglichst aus vielen Richtungen zu beleuchten, hatte Schmeier sich Ahauser Fachleute eingeladen: die stellvertretende Bürgermeisterin Mathilde Fischer (SPD) für den sozialen Bereich, Architekt Thomas Eiling, Klaus Harpering, Vorsitzender des Trägervereins der Helene-Helmig-Schule, Frank Schwämmle vom Kulturcafé Logo und Hubert Kersting (UWG), Vorsitzender des TuS Wüllen.

Wohnungsbau als Thema

Einzeln sprachen sie über Sozialpolitik, Bauen und Wohnen, Schulpolitik, Jugend und Kultur sowie Sport und Ehrenamt. Sie schilderten, wo sie aktuell Probleme sehen, wo schon erste Schritte zu einer Lösung gemacht würden und wo es noch hapert. Beispiel Wohnungsbau: Einerseits würden zu wenige kleine Wohnungen gebaut, andererseits sind ältere Häuser nicht unbedingt barrierefrei. "Da wird sich viel tun", so Schmeier. Gerade was den Wohnraum betreffe - er deutete dabei in Richtung Josefsviertel - gebe es aber eben auch viel Unsicherheit, die man den Menschen so schnell wie möglich nehmen müsse.

Situation in Ahaus

Tenor der Antworten war aber, dass Ahaus eigentlich ganz gut aufgestellt sei. Sei es beim geplanten Sozialkaufhaus, sei es bei der Jugendarbeit, der Schullandschaft oder der Vereinsstruktur und dem Ehrenamt. Eine Ansicht, die Müntefering so bestätigte. Längst nicht jeder Stadt im Münsterland gehe es so gut wie Ahaus.

Um diesen Stand für die Zukunft zu erhalten, dürfe man sich aber auf diesem nicht ausruhen, sondern müsse jetzt schon Entscheidungen für die Zukunft treffen, erklärte Schmeier. Franz Müntefering fand ein treffendes Bild: "Die Demografie ist wie ein großes Schiff: Man braucht lange um einen Kurs einzuschlagen." Das Problem dabei: Die Politik - im Großen wie im Kleinen - beschäftige sich zu oft mit zweit- oder drittrangigen Problemen und verliere die eigentlichen Fragen aus dem Blick.

Klares Ziel vor Augen

Schmeier und seine Unterstützer haben ein klares Ziel vor Augen: Mit einem möglichst guten Ergebnis am 13. September in die Stichwahl einziehen. Das Publikum auf dem Tobit Campus applaudierte ihm - die Bühne hatten an diesem Abend aber Müntefering und die Fachleute beherrscht. Schmeier geriet dabei fast etwas in den Hintergrund.

Lesen Sie jetzt