Jürgen Schmeier tritt für die SPD, UWG, Grüne und WGW an

Live-Ticker

Ein großes Geheimnis haben sie bisher aus ihrem Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gemacht. SPD, UWG, Grüne und WGW haben Jürgen Schmeier mit einer Gegenstimme als Kandidaten nominiert. Wir haben den Abend im Live-Ticker begleitet.

AHAUS

, 20.03.2015, 19:41 Uhr / Lesedauer: 5 min

17.34 Uhr: Knappe 25 Minuten sind es noch bis zur Vorstellung des Kandidaten in der Gaststätte "Hof zum Ahaus", Argentrestraße 10. Interessierte Bürger sind zu der Veranstaltung der vier Parteien ebenfalls eingeladen - dürfen aber natürlich nicht mit abstimmen. 

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18.14 Uhr: Hubert Kersting erläutert das Prozedere: Nach einer Vorstellungsrunde sollen die Mitglieder der vier Parteien in vier unterschiedlichen Urnen abstimmen. "Es sind eigentlich vier Versammlungen in einem Saal", erklärt er. 

18.15 Uhr: Schneller Wechsel bei der Begrüßungsrunde: Nach Ludwig Niestegge (SPD), Hubert Kersting (UWG), Dietmar Eisele (Grüne) und Hermann-Josef Haveloh (WGW) begrüßen die Anwesenden und machen Stimmung. Eisele: Seit 60 Jahren regiert hier die CDU und es regieren Pleiten, Pech und Pannen." Er wirft Bürgermeister Felix Büter vor, nur noch Abzuwickeln und abzuwarten.

18.21 Uhr: Hermann-Josef Haveloh (WGW) gibt sich überzeugt von dem unabhängigen Kandidaten. "Wir wollen unser Dorf behalten", sagt er und kritisiert damit unter anderem Bebauungspläne und Tierheim-Pläne.

18.22 Uhr: Jürgen Schmeier tritt ans Mikrofon und wird mit lautem Applaus begrüßt. Er sei von der Zahl der Besucher überrascht. "Hier sitzen auch Volksparteien", sagt er mit einem Seitenhieb in Richtung CDU.

18.25 Uhr: Schmeier erklärt, dass er vor vier Jahren bereits in Ahaus war: Als Kandidat um dass Amt des Beigeordneten. Damals verlor er gegen Georg Beckmann. Auch aus seiner Kindheit kenne er die Stadt bereits. 

18.30 Uhr: Ein knapper Überblick zu Jürgen Schmeier

18.34 Uhr: Die Definition, die Christoph Almering als Bürgermeisterkandidat für das Amt des Bürgermeisters geliefert hat, greift ihm zu kurz. "Das steht so als Definition im Gesetz", sagt er. "Ich will Bürger, Mensch, Manager, Moderator und Mediator in dieser Stadt sein." Er wolle nur Erster unter Gleichen sein. 

18.36 Uhr: "Ich ärgere mich wahnsinnig, dass der Stadtlauf ausfällt. Ich finde es schade, dass ein Verein sich über Medien mit der Stadt unterhält", sagt er. 

18.37 Uhr: Das Rathaus soll ein Stadthaus für alle Bürger werden. "Ich will aber die Verwaltung nicht völlig umkrempeln", sagt Jürgen Schmeier. Die Bürger sollen im Rathaus mehr informiert und beraten werden, statt als Bittsteller wahrgenommen zu werden. 

18.40 Uhr: "Wir sind nicht auf die Gestaltungsmehrheit, sondern auf die Bürger angewiesen", sagt der designierte Kandidat. Er sei voll und ganz unabhängig und wolle für ganz Ahaus antreten: "Ich bin in keiner Partei. Und ich trete auch nicht kurzfristig in eine ein, um den Anschein zu erwecken", sagt er. Wieder eine Spitze in Richtung Christoph Almering. Gelächter und Applaus aus der Versammlung.

18.45 Uhr: Man werde sich im Rat angeregt unterhalten. "Es geht nicht um Mehrheiten, sondern um das richtige Ergebnis für die Ahauser Bürger", sagt er. Sein Motto: Augen und Ohren auf für Ahaus. Damit beendet er seine Vorstellungsrede und stellt sich Fragen. Die Anwesenden im Saal springen auf und applaudieren.

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18.50 Uhr: "Ich werde in Ahaus wohnen", sagt Jürgen Schmeier mit Nachdruck. Sein Arbeitstag beginne früh und dauere so lange, bis die Arbeit getan sei. Gerüchten will er damit einen Riegel vorschieben. 

18.51 Uhr: "Wie weit nehmen Sie sich die Zeit, um vor Ort Präsenz zu zeigen", fragt Hans-Georg Fischer, SPD-Kreistagsmitglied. "Werde vor Ort sein und mir alles ansehen", sagt der Kandidat. Spätestens zu den Industrietagen soll es für ihn in Ahaus losgehen. 

18.55 Uhr: Er will sich Zeit nehmen, aber nicht zuhause bei den Menschen an der Haustür klingeln. "Ich werde in die Stadtteile gehen, das aber bündeln", sagt Schmeier. 

18.56 Uhr: Thema Atomkraft. Wie steht der Kandidat dazu? "Ich bin weder Grün, noch rechts, links, Mitte. Ich bin für ein sachliches Vorgehen", so Schmeier. Atommüll so nah an einer Stadt sei ein Problem. "Das Zwischenlager kriegen wir nur gelöst, wenn wir es mit der Landes- und Bundespolitik gemeinsam anpacken", sagt Schmeier. "Man muss an die Stellen heran, die wirklich Einfluss haben." Er stehe gegen Atom - nicht generell. Aber so, dass kein Mensch dadurch gefährdet werden. "Mit der Aussage "Es geht nur in Ahaus" gebe ich mich nicht zufrieden", sagt er ganz deutlich. 

19.04 Uhr: Die Versammlung driftet ab: Weg von Fragen der Bürgermeister-Kandidatur hin zu einer grundsätzlichen Debatte über Vor- und Nachteile von Atomstrom und den Umgang mit Atommüll. "Wir haben in Ahaus ein Problem, weil die Lagerstätte nicht wirklich gesichert ist", so Jürgen Schmeier. Damit endet dieses Thema. 

19.05 Uhr: Wo sieht der Kandidat Ahaus in fünf oder zehn Jahren? Schmeier zählt viele Standortvorteile der Stadt Ahaus auf. Er gibt aber zu: "Ich habe noch kein Konzept." Die Antworten müssten in den nächsten Jahren erst noch gefunden werden. 

19.06 Uhr: Der erste Kuh-Witz des Abends auf Kosten der CDU: "Bei der Kritik der Landwirtschaft wird eine Sau durchs Dorf getrieben - Ich dachte immer, hier in Ahaus wäre es eine Kuh." 

19.08 Uhr: Schmeier: "Wer ein Kulturzentrum für 20 Millionen Euro baut, soll im sozialen Bereich nicht über 100.000 Euro diskutieren. Ein Kulturzentrum ist ja in Ordnung, nur es muss im Rahmen bleiben." Beides müsse möglich sein, aber es dürfe nicht das eine gegen das andere ausgespielt werden. 

18.10 Uhr: Der Abend beginnt. Rund 130 Mitglieder der vier Parteien sitzen an langen Tischen im Saal des Hotels "Hof zum Ahaus. Jetzt ist es offiziell: Für die vier Parteien soll Jürgen Schmeier antreten. Ihn sollen die versammelten Mitglieder der vier Parteien heute Abend wählen. 

19.10 Uhr: Dass das Kulturzentrum gebaut werde, sei völlig in Ordnung. Man müsse nur die Kosten im Griff behalten. 

19.13 Uhr: "Frischer Wind kann nur von außen ins Rathaus kommen", sagt Jürgen Schmeier. 

19.15 Uhr: Angesprochen auf Einsparpotentiale im Haushalt ist Schmeier vorsichtig. "Das muss über mehrere Jahre stetig verändert werden", sagt Jürgen Schmeier. Er lobt Kämmerer Hans-Georg Althoff für seine umsichtige Buchhaltung. Um das genauer zu beantworten, müsse er sich aber erst weiter in die Ahauser Verwaltung und die Situation vor Ort einarbeiten. Auf Kostenexplosionen will er jedoch den Daumen halten.

19.19 Uhr: Ludwig Niestegge lässt noch zwei Fragen zu. Dann soll der formale Teil beginnen. 

19.20 Uhr: Wie soll eine mögliche Bürgerfragestunde aussehen? Auch das soll abgewartet werden. "Je besser wir unsere Arbeit in der Verwaltung machen, desto weniger Fragen müssen gestellt werden", sagt der designierte Kandidat. 

19.23 Uhr: Nächstes Thema: Asylpolitik. "Es ist schwierig. Ich bin ein Freund von dezentraler Unterbringung", sagt Schmeier. Umso einfacher sei die Integration. "Wir  kommen aber auch nicht drumherum, neu zu bauen", so Schmeier. Er schlägt vor, erst einmal nur sämtliche möglichen Flächen aufzulisten - ohne eine Bewertung. Erst auf dieser Basis sollen Politik und Bürger dann über Möglichkeiten diskutieren. "Man kann große Unterkünfte bauen. Die müssen aber menschenwürdig sein", sagt er. Applaus aus der Menge. 

19.28 Uhr: "Wir dürfen die Asylbewerber nicht nur unterbringen, sondern müssen sie mit einbinden und mit dem abholen, was sie können", sagt Schmeier. Musik oder Sport sei ein ideales Mittel. Integration sei ein falsches Wort. "Wir können Menschen nicht verändern, sondern müssen unsere Gesellschaft anpassen." Er will keine großen Unterkünfte irgendwo hinpflanzen, aber auch nicht die Augen vor der Realität verschließen. 

19.30 Uhr: "Leider hab ich die Diskussion abwürgen müssen", sagt Ludwig Niestegge. Es folgt eine Vielzahl von Formalien, die parteiintern geklärt werden sollen. Pause für die Besucher, Arbeit für die Politiker. 

19.32 Uhr: Stimmengewirr erhebt sich im Saal. Parallel an vier Tischen laufen vier Parteiversammlungen. 

19.40 Uhr: Ludwig Niestegge kündigt an, dass nun die geheime Abstimmung beginnt.

19.41 Uhr: In der Sitzungspause stellt sich Jürgen Schmeier einigen Fragen: Nein, er sehe es nicht als Manko an, nach seiner Niederlage in der Wahl um den Posten des Beigeordneten 2011 es noch einmal in Ahaus zu versuchen. "Ich wurde von den Parteien gefragt, weil ich hier schon bekannt bin", sagt er. Auch wenn ihm klar ist, dass er noch einige Überzeugungsarbeit zu leisten habe. 

19.44 Uhr: Der Wahlgang ist beendet. Die Stimmen werden ausgezählt.

19.52 Uhr: Mit 61 zu 1 Stimmen ist Jürgen Schmeier zum Kandidaten der vier Parteien gewählt. Die eine Gegenstimme kam von der UWG.

20.00 Uhr: Die Versammlung ist offiziell beendet. Damit schließt auch unser Live-Ticker. Eine Zusammenfassung folgt.

 

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