Jürgen Schmeier tritt für vier Parteien an

Bürgermeisterwahl 2015

Jürgen Schmeier soll für vier Parteien in den Wahlkampf um das Bürgermeisteramt ziehen. Die Mitglieder von SPD, UWG, Grünen und WGW haben den 58-Jährigen aus Bedburg/Erft gestern Abend im Hotel Hof zum Ahaus gewählt. Beinahe einstimmig – mit 61 zu eins Stimmen.

AHAUS

, 20.03.2015, 21:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jürgen Schmeier tritt für vier Parteien an

Die Siegerpose beherrscht Jürgen Schmeier schon einmal. Jetzt muss der Kandidat von SPD, UWG, Grünen und WGW im Wahlkampf beweisen, dass er nicht nur die eigenen Anhänger mit seinen Reden überzeugen kann.

Schmeier hatte sich den vier Parteien zunächst ausführlich vorgestellt und auch konkrete Fragen beantwortet. Ja, er werde nach Ahaus ziehen, sollte er gewählt werden. Nein, Kritik an seinem potentiellen Vorgänger Felix Büter oder an getroffenen Ratsbeschlüssen wolle er nicht loswerden. Und auch Patentrezepte habe er für viele Baustellen noch nicht. Eins versprach er den anwesenden Mitgliedern der Parteien jedoch: „Ich bleibe unparteiisch. Und wenn im Rat die CDU die besseren Ideen hat, dann werde ich auch dahinter stehen“, so Schmeier.

"Ich bleibe unparteiisch"

Er werde auch definitiv nicht kurzfristig noch einer Partei beitreten, um auf deren Zug aufzuspringen. Eine Kritik, die deutlich gegen Christoph Almering, den CDU-Kandidaten, gerichtet war. Der war erst wenige Wochen vor seiner Nominierung am vergangenen Dienstag der CDU beigetreten. „Die Demokratie lebt vom Wettbewerb um die besten Ideen“, so Schmeier in seiner Vorstellung. Deswegen bleibe er definitiv ohne Parteibuch.

Der ausführlichen Diskussion folgte dann der rein formale Akt der Wahl, der in den vier Gruppierungen separat ablief: Die SPD wählte Schmeing mit 20 von 20 Stimme, die UWG mit 20 von 21 Stimmen, die Grünen stimmten mit sechs von sechs Stimmen und die WGW mit 15 von 15 Stimmen für den Kandidaten. Schmeier, der sich 2011 in Ahaus bereits um das Amt des Beigeordneten beworben hatte und im Rat verlor, sieht diese Niederlage nicht als Manko an: „Ich bin von den Parteien gefragt worden, ob ich antreten möchte. Und ja, ich möchte.“

Schärfsten Konkurrenten schon im Visier

Seinen schärfsten Konkurrenten sieht er in Christoph Almering. Die beiden Einzelkämpfer oder der FDP-Kandidat hätten dagegen nicht viele Chancen, sagt er.

Er selbst geht davon aus, es ins Rathaus zu schaffen, traut sich aber vorab eine Einschätzung des Ergebnisses nicht zu. „Das liegt ganz in der Hand der Bürger“, sagte er. Er trete mit jahrzehntelanger Verwaltungserfahrung gegen die Insiderkenntnisse von Almering an. 

Aber auch vor dem Wahlkampf gegen einen Lokalmatador scheut er sich nicht. „Frischer Wind kann nur von außerhalb kommen“, sagte er. Er sieht seine Zeit – auch mit Blick auf die zurückliegenden Wahlergebnisse der CDU – jetzt gekommen. 

Im Wahlkampf selbst will er möglichst viel vor Ort sein, aber keine Türklinken putzen: „Ich werde niemanden Samstagsmorgens beim Frühstück stören“, sagt er. Stattdessen will er mit regelmäßigen zentralen Veranstaltungen für sich werben.

Schmeier geht von einer reellen Chance aus, im September zum Bürgermeister gewählt zu werden – aber wohl erst in der Stichwahl. „Bei vier Gegenkandidaten glaube ich nicht, das direkt zu schaffen“, gibt er zu.

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