Jugend hat die Wahl

Projekt auch in Ahaus

Während seiner 30 Jahre langen Betreuung der Wahlen in Ahaus ist Werner Leuker, Beigeordneter der Stadt Ahaus, aufgefallen, dass immer weniger junge Menschen wählen gehen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, beteiligt sich nun auch Ahaus an der U18-Wahl – ein Projekt der politischen Bildung, dass ein Stimmungsbild der Jugend vermittelt.

AHAUS

von Madlen Gerick

, 30.08.2017, 18:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werner Leuker (l.) und Wilfried Hollekamp hoffen auf eine rege Beteiligung.

Werner Leuker (l.) und Wilfried Hollekamp hoffen auf eine rege Beteiligung.

Zusammen mit den Ahauser Schulen organisieren der Fachbereich Jugend der Stadt Ahaus und das Jugendwerk Ahaus eine simulierte Bundestagswahl für unter 18-Jährige. Neben dem Wahltag am 15. September gehörten dazu auch Vorbereitungskurse in den Schulen und eine Podiumsdiskussion in der Stadthalle. Fünf weiterführende Schulen und vier Grundschulen beteiligten sich an der Jugendwahl. In verschiedenen Jahrgangsstufen würden dort die Themen Demokratie, das Wahlsystem in Deutschland und die Wahlprogramme der Parteien im Unterricht behandelt. Aber auch in Fächern wie Kunst, werde das Thema aufgegriffen, zum Beispiel durch die kreative Gestaltung der Wahlurne.

„Hauptveranstaltung der Aktion ist jedoch die Podiumsdiskussion mit sechs Parteien in der Ahauser Stadthalle“, betont Wilfried Hollekamp vom Fachbereich Jugend der Stadt Ahaus. Im Vorfeld der am 12. September um 18.30 Uhr stattfindenden Diskussion würden sich die Schüler Fragen und Themen überlegen und an den Moderator Dr. Nikolaus Schneider, Direktor der Volkshochschule, weitergeben. So werde gewährleistet, dass bei der Diskussion nur die für Jugendliche interessanten Themen angesprochen werden.

Mit Vertretern der Parteien in Kontakt kommen

„Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit geben, mit den Vertretern der Parteien in Kontakt zu kommen und mit ihnen über politische Themen zu reden, die die Jugendlichen aktuell interessieren. Dazu gehört dann nicht unbedingt das Thema Rente und Altersvorsorge“, sagt Werner Leuker.

Während der eineinhalbstündigen Diskussion könnten die Kinder und Jugendlichen aufkommende Fragen anonym an eine Whatsapp-Nummer senden. Zwischendurch würden diese Fragen dann von den Parteien beantwortet. Und auch im Nachhinein bestehe noch die Möglichkeit, im Foyer der Stadthalle persönlich mit den Politikern ins Gespräch zu kommen.

Reise nach Berlin gewinnen

In einer Verlosung nach der Diskussion erhalten etwa zwölf Besucher zwischen 14 und 17 Jahren die Chance, an einer Freizeit- und Bildungsfahrt nach Berlin teilzunehmen. Jeder der ausgelosten Teilnehmer dürfe einen weiteren Jugendlichen mitnehmen. In Berlin würden dann zahlreiche Sehenswürdigkeiten und der Deutsche Bundestag besichtigt.

Am Tag der Jugendwahl selbst, am 15. September, haben alle Jugendlichen die Möglichkeit, zu verschiedenen Zeiten in den weiterführenden Schulen oder ganztägig am Rathaus zu wählen. In den Wahllokalen wird jeweils ein Mitarbeiter von Jugendamt oder Jugendwerk anwesend sein sowie jeweils ausgewählte Schüler als Wahlhelfer. Das Ergebnis der Wahl für Ahaus und ganz Deutschland kann ab 18 Uhr im Internet verfolgt werden.

Rückmeldung interessiert

„Das Wichtigste für uns ist das Feedback der Jugendlichen zu dieser Aktion“, erklärt Werner Leuker in Bezug auf die Zukunft der Jugendwahl in Ahaus. Und Wilfried Hollekamp ergänzt: „Das sieht man ja auch schon daran, wie die Wahlbeteiligung dann ist.“

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