Junge Ahauserin betrügt Stadt Gronau um fast 3000 Euro Sozialhilfe

rnSozialhilfe-Betrug

Fast 3000 Euro Sozialhilfe hat eine 19-jährige Ahauserin unrechtmäßig in Gronau kassiert. Drei Lügen in einer schriftlichen Erklärung wurden ihr vor dem Amtsgericht zum Verhängnis.

Ahaus

, 29.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich wusste nicht mal, welchen Betrug ich begangen haben soll“, war sich eine 19-jährige Angeklagte aus Ahaus keiner Schuld bewusst. Bei der Verhandlung vor dem Jugendstrafgericht am Ahauser Amtsgericht wurde das dann aber schnell deutlich.

Sozialhilfe in Gronau und Ahaus beantragt

Im Februar 2019 hatte die junge Frau bei der Stadt Gronau Sozialhilfe beantragt. Dazu gab sie an, dass sie in Gronau wohne. Jede Woche erhielt sie fünfeinhalb Monate lang das Geld, obwohl sie der Anklage nach in dieser Zeit in Ahaus lebte. Insgesamt erhielt sie so fast 3000 Euro zu Unrecht. Im August 2019 beantragte die Angeklagte dann in Ahaus ebenfalls Sozialhilfe.

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„Ich habe in der Zeit tatsächlich in Gronau bei meiner besten Freundin gewohnt. Als ich nach Ahaus gefahren bin, habe ich dort Obdachlosengeld beantragt“, erklärte die Ahauserin und war sich keiner Schuld bewusst.

Drei Lügen in einer Erklärung

Dieser Versuch einer Erläuterung widersprach allerdings in drei Punkten einer schriftlichen Erklärung, die sie bei der Stadt Ahaus abgegeben hatte. Dort versicherte sie nämlich, in Gronau lediglich einen Tagessatz Sozialhilfe erhalten zu haben. Außerdem habe sie sich nicht dauerhaft in Gronau aufgehalten, sondern in Ahaus gewohnt.

„Drei Lügen und Sie unterschreiben es“, fasste der Richter zusammen. „Da habe ich anscheinend tatsächlich gelogen“, musste die Angeklagte zugeben. Um einer harten Bestrafung zu entgehen, schilderte die 19-Jährige ihre nun besser geordneten Lebensverhältnisse. Das Geld will sie Schritt für Schritt zurückzahlen. Sie hat eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau begonnen. „Ich bin dabei, mein Leben in die Hände zu nehmen und noch etwas daraus zu machen“, berichtete die Angeklagte.

Kleiner Strafenkatalog

Allerdings wurde die Ahauserin nicht zum ersten Mal auffällig. Drei Einträge wegen kleinerer Betrugsvergehen stehen ebenso in ihrem Strafregister wie eine Beleidigung in zwei Fällen. „Es ist nicht so toll, wenn man mit einem kleinen Katalog arbeitet“, erklärte der Richter.

Als die Staatsanwältin als Strafe Freizeitarrest beantragte, entfuhr der Angeklagten ein lautes „Oh Nein!“ Denn ein früherer Aufenthalt im Jugendgefängnis sei das Schlimmste gewesen, was sie bisher in ihrem Leben erlebt habe.

„Sie sind ganz schön vorbelastet und es ist ein großer Schaden entstanden“, begründete der Richter das Urteil von zwei Tagen Freizeitarrest. „Da müssen Sie wohl noch einmal rein und dort den Schlussstrich ziehen“.

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