Junge Mutter von drei Kindern stirbt nach Messerattacke

Familientragödie in Wessum

Familientragödie in Wessum: Ein 34 Jahre alter Familienvater hat am Freitagmittag seine getrennt von ihm lebende Frau mit mehreren Messerstichen getötet. Nach der Tat stellte er sich der Polizei. Drei kleine Kinder haben ihre Mutter verloren.

AHAUS/WESSUM

von von Stefan Grothues

, 14.03.2014, 14:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf Nachfrage der Münsterland Zeitung bestätigte Oberstaatsanwalt Beck die Information, dass die Ehefrau nach der Trennung von ihrem Mann gerichtlich ein Kontaktverbot erwirkt haben. Beck: „Es hat nach der Trennung wiederholt Streitigkeiten gegeben.“ Ob der Mann zuvor bereits gewalttätig war, konnte Beck nicht bestätigen. „In diesem Punkt haben wir noch keine gesicherten Erkenntnisse.“ Angeblich soll das Opfer von Gewalttätigkeiten ihres Mannes berichtet haben, verlautete es aus dem Wohnumfeld der 24-Jährigen. Zur genauen Tatklärung ist eine Mordkommission des Polizeipräsidiums Münster unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Herbert Mengelkamp eingesetzt worden, die jetzt weiter ermittelt. Eine Chronik

Mehrere Streifenwagen rasen mit Blaulicht und Martinshorn zum Kirchplatz in Wessum. „Ich dachte, da käme ein Krankenwagen“, schildert eine Anwohnerin. Ein anderer Anwohner sagt: „So schnell ist vor unserem Haus noch nie ein Auto gewesen. Ich wusste sofort: Da ist was Schlimmes passiert.“

Die Polizei hat Teile des Kirchplatzes rund um das dreistöckige, gelbgeklinkerte Mietshaus mit einem rotweißen Flatterband abgesperrt. Angehörige oder Bekannte des Opfers sprechen mit den Polizeibeamten. Sie sehen verzweifelt aus, sind aber gefasst.

Neugierde kann man den Wessumern nicht nachsagen. Es gibt so gut wie keine Schaulustigen. Das einzige, was zu hören ist, sind die Dohlen, die rund um den alten Wehrturm kreisen. Mancher Radfahrer mit Einkaufstaschen ärgert sich über das Flatterband: „Ich muss ganz außen ’rumfahren? Kann ich nicht schnell hier durch?“ Andere fragen: „Was ist denn hier los?“ Die Polizei gibt keine Auskunft. Dafür aber drei Jungen, die mit Papiertüten voller Süßigkeiten auf einem Mäuerchen die Märzsonne genießen: „Da soll eine Frau erstochen worden sein.“

Eine Anwohnerin weiß mehr: Es soll eine junge Mutter gewesen, die noch nicht lange in der Wohnung lebt. Sie kennt sie vom Guten-Tag-Sagen. Sie habe getrennt vom Vater ihrer Kinder gelebt. Und ihm sei untersagt gewesen, sich der Familie zu nähern. „Wir hatten noch nicht genug Zeit, die junge Frau näher kennenzulernen, sie wohnte ja erst sei ein paar Monaten hier.“ Und sie fügt hinzu: „Die armen Kinder. Sie haben ja nicht nur ihre Mutter, sondern zugleich auch den Vater verloren."

Zwei Mitarbeiter des Jugendamtes sprechen mit den Polizeibeamten. Offensichtlich geht es darum, wo die Kinder des Opfers untergebracht werden. Zwei sind noch im Kindergarten, eines bei Verwandten.

In der Bäckerei und im Bekleidungsgeschäft nebenan läuft ganz normaler Geschäftsbetrieb. Nur noch ein Polizeiwagen steht vor dem Haus, in dessen Obergeschoss die Rolladen heruntergelassen sind. Die Beamten warten auf die Kollegen der Spurensicherung aus Münster.

Ein schlichter weißer Lieferwagen mit MS-Kennzeichen wird durch die Absperrung gelassen. Zwei Männer ziehen sich weiße Papieranzüge an. Es sind die Experten der Spurensicherung.

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