Käufer von Weltbild-Filialen bleibt schweigsam

Firmensitz in Ahaus

67 ehemalige Weltbild-Filialen haben offiziell rückwirkend seit dem 1. Februar ihre Chefetage an der Wüllener Straße. Der Gesamtbetriebsrat hat dem Verkauf der Filialen an die Buchhandlung Lesensart Rüdiger Wenk GmbH zugestimmt. Das Unternehmen hat seit Anfang des Jahres seinen Firmensitz in Ahaus. Der Geschäftsführer Rüdiger Wenk macht sich hingegen weiterhin rar.

AHAUS

, 04.03.2015, 18:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
An der Ahauser Filiale in der Innenstadt soll auch in Zukunft der Weltbild-Schriftzug prangen. Sie bleibt im Besitz der Weltbild-Gruppe aus Augsburg. 67 weitere Filialen der Handelskette sind rückwirkend zum 1. Februar an die Buchhandlung Lesensart Rüdiger Wenk GmbH verkauft.

An der Ahauser Filiale in der Innenstadt soll auch in Zukunft der Weltbild-Schriftzug prangen. Sie bleibt im Besitz der Weltbild-Gruppe aus Augsburg. 67 weitere Filialen der Handelskette sind rückwirkend zum 1. Februar an die Buchhandlung Lesensart Rüdiger Wenk GmbH verkauft.

Für gestern Mittag hatte Wenk ein Gespräch mit unserer Redaktion fest zugesagt. Darin wollte er seine Pläne für die Weltbild-Filialen darlegen. Und auch sein plötzliches Engagement in Ahaus und dem Buchhandel begründen. Er freue sich direkt darauf, sagte er Anfang dieser Woche am Telefon, als er den Termin noch einmal bestätigte.

Das Gespräch hatte sein Berater, der in der Öffentlichkeit nicht genannt werden möchte, bereits vor Wochen anberaumt, als der Verkauf der Filialen an die Öffentlichkeit gekommen war.

Mittwochmorgen wurde der Termin jedoch kurzfristig abgesagt. Wenk sei im Moment sehr beschäftigt und für Gespräche unterwegs zu den einzelnen Filialen, teilte sein Büro auf Anfrage mit. Auch mobil war danach gestern nur noch Wenks Anrufbeantworter zu erreichen.

Filialen erhalten

Der Süddeutschen Zeitung (SZ) hatte Wenk in ihrer Mittwochsausgabe Rede und Antwort gestanden. Zusammen mit einem Berater, der auch dort anonym bleiben will. Der SZ hatte Wenk erklärt, dass es sein Ziel sei, möglichst viele Filialen zu erhalten. Um einen Großteil der Filialen wolle er sich demnach selbst kümmern. Einen Teil wolle er aber demnach auch an andere Betreiber weitergeben, die die Geschäfte dann in Eigenregie führen sollen. Als mögliche Partner werden etablierte Händler, aber auch bisherige Filialleiter genannt, die sich selbstständig machen wollen. Das sei für "einen relativ niedrigen Eigenkapitaleinsatz und ein KfW-Existenzgründer-Darlehen" möglich.

Der Zeitung gegenüber räumt Wenk aber auch ein, dass bis zu 20 Prozent der 67 Filialen wohl nicht zu retten seien. Die hohen Mieten für die Geschäftsräume seien das große Problem der Filialen, da es bei den Personalkosten nicht viel Spielraum gebe. Wenk plane demnach, die Sortimente zu verbessern, um so den Ertrag zu steigern. Gleichzeitig sollen die Mieten radikal nach unten gedrückt werden.

Zu ihrem weiteren Hintergrund und einer möglichen Verbindung zur Geschäftsleitung der Weltbild-Gruppe schweigen sich Wenk und der ungenannte Berater aus. In einem eineinhalbseitigen Konzeptpapier, das der Münsterland Zeitung vorliegt, hat Wenk seine Ideen für die Filialen zusammengefasst.

Ahaus nicht betroffen

Von den Umstrukturierungen ist die Ahauser Weltbildfiliale am Markt vorerst nicht betroffen. Auch Weltbild hat den Verkauf der 67 Filialen an die Buchhandlung Lesensart Rüdiger Wenk GmbH aus Ahaus inzwischen bestätigt. Wie das Unternehmen aus Augsburg in einer Mitteilung schreibt, habe der Gesamtbetriebsrat dem Verkauf zugestimmt. Diese Entscheidung hatte noch ausgestanden und hätte den Verkauf noch einmal kippen können.

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