Karola Voß will Bürgermeisterin von Ahaus werden

Sechste Kandidatin

Aus fünf mach sechs: Fünf Kandidaten haben sich bisher um das Amt des Bürgermeisters beworben und befinden sich schon im Wahlkampf. Mit Karola Voß geht die sechste Kandidatin ins Rennen. Sie hat sich am vergangenen Wochenende zur Kandidatur entschieden. Redakteur Stephan Teine hat am Montag mit ihr gesprochen.

AHAUS

, 11.05.2015, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Karola Voß will Bürgermeisterin von Ahaus werden

Karola Voß (52) zieht als sechste Kandidatin in den Wahlkampf um das Amt des Bürgermeisters.

Es gibt doch schon fünf Kandidaten, die sich um den Stuhl des Bürgermeisters bewerben. Warum wollen Sie kandidieren? Die Aufgabe reizt mich. Ich arbeite gerne mit Menschen, bin sehr offen und schon lange in Verwaltungen tätig. Ich möchte, dass eine Verwaltung gut läuft und sie ein gutes Bild abgibt. Da hat sich schon viel getan, es ist aber immer noch möglich, das Image weiter zu verbessern. Ich finde es sehr positiv, dass es so viele Kandidaten gibt.

Was hat den endgültigen Ausschlag für Ihre Kandidatur gegeben? Ich habe ein Pro-und-Con-tra-Liste gemacht und über mehrere Wochen nachgedacht. Seit Freitagmittag bin ich mir sicher, dass ich kandidieren möchte. Es entspricht einfach meiner inneren Haltung, jetzt anzutreten. Das hat nichts mit meinen Gegenkandidaten zu tun. Ich glaube aber, dass ich das Bild komplettieren kann.

Braucht Ahaus eine Frau an der Spitze der Verwaltung? Nein, das hat überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun. Die Entscheidung sollte einzig nach der Eignung, der Persönlichkeit und der Leistung gefällt werden. Auch wenn eine Frau natürlich der Verwaltungsspitze in Ahaus gut tun würde – die ist ja im Moment rein männlich.

Die anderen Kandidaten haben ja – was den Wahlkampf angeht – schon einen Vorsprung von einigen Wochen. Wie wollen Sie den wettmachen? Ich habe mich ja gerade erst endgültig für die Kandidatur entschieden. In der nächsten Woche möchte ich mich um die ganzen Formalien kümmern. Dann möchte ich nach und nach die Ahauser von mir überzeugen. Aber bis zur Wahl sind es ja noch vier Monate.

Offiziell ist ihre Kandidatur also noch nicht? Ich will in der nächsten Woche die Unterlagen am Rathaus abholen und dann die 210 Unterstützer-Unterschriften sammeln.

Um welche Schwerpunkte wollen Sie sich dann kümmern? Es ist schwer, das eine Thema gegen das andere abzugrenzen und aufzuwiegen. Der Bürgermeister hat schließlich ein ganzes Aufgabenspektrum vor der Brust. Ohne alle Interna zu kennen, ist es schwer, konkret zu werden. Natürlich möchte ich alle Generationen im Blick behalten und Ahaus als attraktive Stadt erhalten. Ein Ziel habe ich aber: Ich möchte in allen Ortsteilen mehr Identität für die Gesamtstadt Ahaus schaffen.

Was ist denn in Ahaus aktuell die größte Baustelle? Man hört eine Menge, das ist aber für mich keine objektive Grundlage für eine Entscheidung. Da müsste ich mich erst einmal richtig einarbeiten, bevor ich sagen könnte, was am Wichtigsten ist.Wer ist Ihr stärkster Gegner? Ich habe dazu natürlich meine Gedanken. Das werde ich aber nicht kommentieren.

Warum sind Sie die beste Kandidatin für den Job? Weil ich die Erfahrung in einer Verwaltung habe, weil ich engagiert, unabhängig und stark im Umgang mit Menschen bin. Und weil ich den nötigen Idealismus habe, den man im öffentlichen Bereich braucht.

Ihre Amtshandlung als Bürgermeisterin Voß – sollten Sie gewählt werden – wäre... Ach, es gibt so viel zu tun. Ich denke, dass ich zunächst versuchen würde, die wichtigen Kontakte herzustellen. Denn ganz ehrlich: Ich kenne die wichtigen Leute noch gar nicht. Ich möchte in Ahaus präsent sein, will aber auch nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Erst einmal müsste ich mir einen Überblick verschaffen.

Was halten Sie von Bürgerbeteiligung? Sie muss im ganz Kleinen anfangen. Ob vielleicht über eine Beteiligung der Bürger an den Haushaltsplanungen oder einfach nur über ein offenes Ohr. Klar muss sein, dass die Verwaltung für die Bürger da sein muss. Ich glaube, dass in Ahaus jede Menge Bereitschaft da ist, mitzuhelfen und Ideen einzubringen. Das möchte ich fördern.

Zur Person

Karola Voß, 52 Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, parteilos, lebt seit 30 Jahren in Quantwick. Aufgewachsen ist sie in Heek-Ahle.
Seit 1981 ist sie in Verwaltungen tätig: Fachbereich Jugend und Familie sowie Schule, Kultur und Sport und Soziales im Kreis Borken; Fachdienst für Finanzen im Kreis Borken; Revision und Aufsicht im Kreis Borken.
Seit 2012 leitet sie den Bereich Rechnungsprüfung der Stadt Borken. Dort würde sie weiterarbeiten, falls sie nicht gewählt wird. 

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