Kaufhaus-Gelände: 130 Bohrungen ergründen die Tiefe

Suche nach Munitionsresten

Da bleibt der ein oder andere Ahauser am Donnerstag doch mal stehen, um sich das genauer anzuschauen: Metertief frisst sich der Spiralbohrer eines Baggers auf dem Gelände des künftigen Kaufhauses Berken in die Erde. Genau 130 Mal macht er das. Es wird untersucht, ob im Erdreich noch Munitionsreste aus dem 2. Weltkrieg liegen.

AHAUS

, 02.06.2017, 07:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kaufhaus-Gelände: 130 Bohrungen ergründen die Tiefe

Mitarbeiter einer Firma aus Münster bohren für den Bau des Kaufhauses Berken im Ahauser Untergrund.gehring

Investor Hans-Georg Berken-Schirmeisen hat die Firma Tauber aus Münster mit den Arbeiten beauftragt. Mitarbeiter des Unternehmens durchlöchern das Erdreich in ausgewählten Teilen des Geländes wie einen Schweizer Käse. Rund sieben Meter tief gehen die Bohrungen in die Erde. Anschließend wird ein Kunststoffrohr eingesetzt, durch das eine Sonde in die Tiefe geführt wird. Mit Hilfe der Sonde lässt sich in der Erde verborgenes Metall aufspüren. Der Detektor kann in jedem Bohrloch einen Radius von 75 Zentimetern abdecken.

Munitionsrückstände

André da Silva ist in Ahaus Baggerführer des beauftragten Unternehmens. Routiniert geht er mit einem Kollegen ans Werk. Auch weit nach Kriegsende müssen auf etlichen Baustellen im Münsterland Flächen auf Munitionsrückstände untersucht werden. Angst, auf eine Bombe zu treffen, hat da Silva dabei nicht. Das sei trotz der Vielzahl der Einsätze erst einmal vorgekommen. "Ich habe mit dem Bohrer eine getroffen. Es ist nichts passiert." Dutzende Holzpflöcke auf dem Gelände markieren die Punkte, an denen gebohrt werden muss. Zwei rote Pflöcke zeigen sogenannte "Verdachtsmomente", an denen der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Arnsberg noch mal ganz genau hinschaut.

Voraussichtlich Anfang kommmender Woche liegen die Messergebnisse vor. Sie werden dann von den zuständigen Mitarbeitern der Bezirksregierung Arnsberg ausgewertet. Ist das geschehen - und das Gelände "sicher" - geht es mit den Bauarbeiten los.

Verbau aus Stahlplatten

"Gestartet wird mit einem Verbau aus Stahlplatten", erklärt Investor Hans-Georg Berken-Schirmeisen. Damit wird die Baugrube praktisch eingezäunt, die Platten ragen aus der Erde heraus. Anschließend wird die Fläche ausgekoffert und die Stahlplatten in den Boden getrieben.

Die Arbeiten für den Verbau hat Berken-Schirmeisen schon in Auftrag gegeben, ebenso die Arbeiten an der Wasserhaltung. Geht es in die Tiefe, muss die Baugrube frei von Grundwasser sein. Hans-Georg Berken-Schirmeisen: "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es vorankommt."

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