In der Nacht zu Sonntag fiel viel Schnee, doch das große Chaos blieb aus. © Victoria Garwer
Wintereinbruch

Kein Chaos, aber 15 Zentimeter Neuschnee: Rettungswagen brauchen länger

In der Nacht zu Sonntag ist viel Schnee gefallen. Deswegen sind auch Rettungswagen und Feuerwehr langsamer unterwegs. Das befürchtete Chaos blieb bislang aus, doch es wird weiter schneien.

Das große Chaos ist in der Nacht zu Sonntag ausgeblieben. „Unser größtes Problem im Moment ist, dass der Rettungsdienst und die Feuerwehr bei diesem Wetter länger brauchen“, sagt Stephan Kruthoff, Leiter der Leitstelle im Kreis Borken.

Deswegen seien verschiedene Hilfsorganisationen wie das Rote Kreuz, das THW, die Johanniter oder die Malteser in Bereitschaft. „Wenn der Rettungswagen gerade unterwegs ist, können sie einspringen“, so Kruthoff. Dadurch sollen die „außergewöhnlich langen Fahrtzeiten“ kompensiert werden.

Einsätze für die Feuerwehr habe es in der Nacht kaum gegeben. Am Schöppinger Berg habe sich ein Auto festgefahren, einige Bäume seien umgestürzt. „Es war relativ ruhig“, zieht Stephan Kruthoff Bilanz. Das liege zum einen daran, dass in der Nacht nicht so viele Menschen unterwegs waren. „Und Schnee sieht man, die Leute fahren vorsichtig. Glätte ist da schon kritischer.“

Zwei verletzte Personen nach Unfällen

Bei der Polizei hat die Pressestelle in Münster die Öffentlichkeitsarbeit für das Schnee-Wochenende übernommen. Im gesamten Zuständigkeitsgebiet, dass sich über Münster und die Kreise Borken, Recklinghausen und Warendorf erstreckt, habe es in der Nacht 31 witterungsbedingte Unfälle gegeben – überwiegend auf den Autobahnen.

Im Kreis Recklinghausen und im Kreis Warendorf wurde jeweils eine Person leicht verletzt. Im Kreis Borken gibt es keine Meldungen über bei Unfällen verletzte Personen. „Insgesamt ist bei allen Unfällen ein Sachschaden in Höhe von 82.000 Euro entstanden“, sagt eine Sprecherin der Polizei Münster.

Hinzu kommen 27 weitere witterungsbedingte Einsätze. „Das waren keine Unfälle, sondern zum Beispiel Hilfeersuchen, weil sich jemand festgefahren hatte“, so die Polizeisprecherin.

Am Sonntag könnte es noch kritisch werden

Am Samstagabend gegen 18 Uhr hatte es angefangen zu schneien, der Wind wurde stärker, die Temperaturen sanken. Bis Mitternacht blieben die Schneefälle moderat, danach wurde es mehr. Rund 15 Zentimeter Neuschnee lagen am Sonntagmorgen im Kreis Borken.

Und es schneit weiter. In einigen Orten haben die Feuerwehren freiwillige Bereitschaften an den Gerätehäusern eingerichtet, sagt Stephan Kruthoff. Die Schneeketten an den Fahrzeugen sind angebracht, die Einsatzkräfte sind bereit. „Es könnte noch kritisch werden“, so Kruthoff.

„Wir rechnen nicht damit, dass sich die Lage am Sonntag entspannt“, sagt auch die Sprecherin der Polizei Münster. Als Vorsichtsmaßnahme gilt bis 12 Uhr am Sonntag ein Fahrverbot auf Autobahnen für Lkw über 7,5 Tonnen.

So sehen die Unwetterwarnungen für den Sonntag aus:

Schneefall Stufe zwei: Die amtliche Warnung vor Schneefall gilt bis Sonntagabend, 21 Uhr. Es muss mit Neuschnee zwischen 10 und 25 Zentimetern gerechnet werden. Verbreitet wird es glatt.

Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sind in der Nacht zu Sonntag gefallen.
Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sind in der Nacht zu Sonntag gefallen. © Victoria Garwer © Victoria Garwer

Schneeverwehung Stufe drei: Diese Warnung gilt ebenfalls bis Sonntag, 21 Uhr. Der Wind und der Schneefall sorgen dafür, dass die Sicht sehr stark eingeschränkt sein wird.

Wind Stufe zwei: Bis Sonntagabend, 18 Uhr, muss mit starken Windböen zwischen 55 und 70 km/h aus östlicher Richtung gerechnet werden.

Frost Stufe eins: Die Warnung geht von Temperaturen bis -9 Grad aus und gilt bis Sonntagmorgen, 11 Uhr. Doch auch danach wird es laut Vorhersagen nicht wärmer. Im Gegenteil: Die gesamte Woche bleiben die Temperaturen im Minusbereich. Sogar bis zu -13 Grad sind laut Wettervorhersage möglich.

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Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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Victoria Garwer