Kein Platz für zweite Drogerie

Neues Einzelhandelskonzept

Welchen Einzelhandel braucht die Stadt an welcher Stelle und wieviel Konkurrenz verträgt die Ahauser Innenstadt? Das soll das 147 Seiten starke neue Einzelhandelskonzept regeln. Der Rat hat in seiner Sitzung am Mittwochabend für den Entwurf des Konzeptes und seine Auslegung gestimmt. Die Chancen für einen zweiten Drogeriemarkt in Ahaus sind dadurch nicht gerade gestiegen.

AHAUS

, 01.10.2015, 18:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kein Platz für zweite Drogerie

Einen Drogeriemarkt wird es am Standort Bettings Mühle laut Konzept nicht geben.

Felix Ruwe (UWG) fragte nach: Es gebe in Ahaus vier Sonderstandorte. Nämlich an der Coesfelder Straße, dem Adenauerring, bei Kaufland in Wüllen sowie an der Schorlemer Straße. Dort sei auch außerhalb der Innenstadt Einzelhandel möglich. Ruwe wollte wissen, warum nicht auch bei Bettings Mühle an der Bahnhofstraße zu einem solchen gemacht werden könne. Dann könnte dort der geplante Drogeriemarkt entstehen.

Bestandsschutz

Wie Bürgermeister Felix Büter erklärte, seien diese vier Standorte in der ersten Version des Einzelhandelskonzeptes aus dem Jahr 2006 unter Bestandsschutz gestellt worden. Nur deswegen darf sich dort großflächiger Einzelhandel ansiedeln, der eigentlich für das Zentrum vorgesehen ist. Ein Umstand, den es so bei Bettings Mühle nicht gibt.

Das neue Konzept müsse aber auf den Grundlagen des alten Konzeptes fortgeschrieben werden. Daher sei eben für den Standort bei Betting kein Sonderstatus möglich. "Wenn wir ungleiche Maßstäbe anlegen, ist das ganze Konzept tot", so Büter. Und damit sei eine völlig wilde Planung möglich, die dann wiederum die Innenstadt gefährde. Es gehe nicht darum, einzelne Wünsche nicht zu erfüllen, sondern um die Auswirkungen: "Wenn wir das dort zulassen, können wir auch an anderen Stellen nicht "Nein" sagen", so Büter.

Diesem Standpunkt folgte auch Klaus Lambers (SPD): "Wir möchten Betting nicht zu einem Sonderstandort und dadurch unsere Innenstadt zu einem Schweizer Käse machen", sagte er. Dieter Homann (UWG) machte sich für eine andere Sicht stark: "Es muss möglich sein, dort so einen zweiten Drogeriemarkt zu errichten. Der ist an der Bahnhofsstraße tragbar", sagte er. Eine Lösung für das Problem gab es im Rat nicht.

Zukunft in Alstätte

Wichtiger als ein neuer Drogeriemarkt war Annegret Hejink (UWG) das Alstätter Zentrum: Es ist im Entwurf für das neue Konzept nicht mehr als Nahversorgungszentrum klassifiziert. Doch gerade die Verknüpfung zwischen Ortskern und den Lebensmittelmärkten an der Haaksbergener Straße zeichne Alstätte aus und stelle eine enge Verknüpfung dar. Sie forderte, Alstätte weiter zu stärken.

Büter erklärte, dass der Ortsteil Alstätte natürlich gestärkt werden soll - und das auch genau durch das Konzept geschehe. "Solange es keine Auswirkungen auf die Innenstadt hat", erklärte er. Denn die müsse eben besonders geschützt werden.

Reinhard Horst (FDP) forderte, das Konzept nun erst einmal zu billigen und auszulegen. "Dann warten wir ab, was passiert", sagte er.

Ludwig Niestegge (SPD) fragte schließlich nach dem weiteren Prozedere. Büter erklärte, dass es vergleichbar mit einem Bebauungsplan ablaufe: Nach dem Entwurfsbeschluss folgt nun die Auslegung. In dieser Phase können dann Anregung oder Kritik eingebracht werden. Für den Entwurf und seine Auslegung stimmten letzten Endes 32 Ratsmitglieder. Vier stimmten dagegen, drei enthielten sich.

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