Kein Verzicht, kein Verbot, keine Diskussion – Chance vertan!

rnSilvester-Feuerwerk

Es ist im wahrsten Sinne ein Dauerbrenner: Beim Thema Feuerwerk entzünden sich die Gemüter. Entfacht wurde die Kritik in diesem Jahr durch die Großoffensive der Klimaschützer. Auch vor Ort?

Ahaus

, 30.12.2019, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist schon seltsam: Alle Welt redet von Klima- und Umweltschutz, nur in Ahaus und den Nachbarorten ist das offenbar kein Thema. Zumindest beim Silvester-Feuerwerk nicht. Die Politik und Verwaltung haben es nicht auf die Tagesordnungen städtischer Gremien gesetzt, und auch in den Geschäften wird der Verkauf wie gewohnt laufen.

Und das, obwohl die Faktenlage klar ist: Silvester-Feuerwerk schadet Umwelt, Natur und Klima, Tiere haben darunter zu leiden, und gefährlich ist es obendrein. Es wäre dann doch nur vernünftig, sich davon zu verabschieden. Oder? So einfach aber ist es auch in diesem Fall nicht, Fakten Taten folgen zu lassen.

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Für die Geschäftsleute der Region gilt jedenfalls das Gleiche wie überall im Land: Feuerwerk und Böller sorgen für Umsatz. Selbst für Supermärkte mit einem kleinen Silvester-Sortiment ist der Verkauf wichtig: Wer hier alles findet, was er braucht, wandert eben nicht zur Konkurrenz ab. Verzicht steht also vor Ort nicht zur Debatte.

Verzicht auf Feuerwerksverkauf: eine kluge PR-Aktion

Wie es anders gehen kann, zeigen Kollegen in anderen Landesteilen. Mittlerweile haben sich nämlich einige Super- und Baumärkte gegen einen Verkauf entschieden haben. Und das aus gutem Grund. Nicht, weil alle plötzlich zu überzeugten Klimaschützern geworden sind, sondern wohl wissend, dass sie an Klima- und Umweltschutz nicht mehr vorbeikommen werden.

Eine kluge PR-Aktion also, die Thematik schon frühzeitig auf die eigenen Fahnen zu schreiben. Eine solche Chance zur Imagepflege hat man in der Region leider verpasst.

Keine politische Initiative – bedauerlich

Und nicht nur die Geschäftswelt. Besonders schwer wiegt, dass es nicht in einem einzigen Ort, nicht in Ahaus, Legden, Stadtlohn, Südlohn, Vreden, eine politische Initiative gab, sich überhaupt mit der Thematik zu befassen. Nicht mal von grüner Seite. Das ist höchst bedauerlich.

Es wäre jedenfalls ein politisches Muss, die Argumente der Kritiker und Befürworter auch auf die lokale Situation herunterzubrechen und abzuwägen.

Trotz allem Freude, wenn es leuchtet und knallt

Natürlich ist auch das richtig: „Politische Korrektheit“ ist nicht unbedingt sexy. Auch ich halte es mit dem Florians-Prinzip: Schon seit Jahren gebe ich kein Geld mehr für Feuerwerk und Böller aus, aber freue mich immer, wenn es so schön leuchtet und knallt.

Dennoch ist eine Grundsatzdiskussion auch auf lokaler Ebene dringend notwendig.

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