Keine Antworten von der Deutschen Bahn

Teure Bahnhofssanierung

Die Brücke am Bahnhof in Ahaus kommt. So viel ist klar. Für rund 2,6 Millionen Euro wird der Bahnhof barrierefrei gemacht. Unter anderem mit einer Brücke und zwei Aufzügen. Damit wird der zweite Bahnsteig angeknüpft. Und der wird immerhin einmal am Tag genutzt. Warum das nicht günstiger ging, konnte die Bahn auch gestern nicht beantworten

AHAUS

, 22.07.2014, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Keine Antworten von der Deutschen Bahn

Bei aller Barrierefreiheit: Das holprige Pflaster auf dem Bahnsteig 2 wird nicht ersetzt oder erhöht. Weil dort nur ein Zug pro Tag hält, sei das nicht nötig - so die Deutsche Bahn.

Nur der 7.24-Uhr-Zug in Richtung Enschede hält auf dem zweiten Gleis. Alle anderen Züge halten planmäßig am Bahnsteig 1 (Münsterland Zeitung berichtete). Mit Verweis auf die Ferienzeit ließ die Bahn auch gestern eine ganze Reihe Fragen unbeantwortet. Der Projektleiter sei nicht erreichbar und könne sich erst Anfang August mit Detailfragen zu dem geplanten Bau in Ahaus beschäftigen. So konnte die Pressestelle der Deutschen Bahn weder beantworten, welche Alternativen für einen Zugang zum zweiten Bahnsteig geprüft wurden, noch wie hoch die Kosten allein für die Brücke und die beiden Aufzüge sind.Kein Reisendenübergang Auch warum nicht einfach ein so genannter Reisendenübergang gebaut wird, blieb offen. Klar ist, dass Anfang August die Teile für die Überführung geliefert werden, ab Mitte August soll die Brücke auf den Bahnsteig 2 benutzbar sein. Dann folgen Restarbeiten und die alte Bahnunterführung wird zugeschüttet. Insgesamt verbaut die Deutsche Bahn am Ahauser Bahnhof rund 2,6 Millionen Euro. Ein Teil fließt in die Erhöhung und neue Pflasterung des Bahnsteigs 1. Der Großteil allerdings in das Brückenbauwerk und die beiden Aufzüge. Das Geld kommt von Bund, Land und der Deutschen Bahn."Barrierefreier Bahnhof begrüßenswert" Dementsprechend entspannt sieht Bürgermeister Felix Büter den Bau der Brücke: "Ein komplett barrierefreier Bahnhof ist aus unserer Sicht natürlich begrüßenswert", sagt er. Ob es bessere Lösungen als die Überführung gegeben hätte, lässt er offen. "Die Pläne wurden in den Gremien der Stadt vorgestellt, diskutiert und gutgeheißen", sagt er. Damals habe der Rat nach Alternativen gefragt. Die Antwort sei negativ ausgefallen. "Dort hat es rechtliche Hürden gegeben", sagt Büter. Auf die weitere Ausführung des Bahnhofsumbaus habe die Stadt keinen großen Einfluss mehr. "Wir konnten aus städtebaulicher Sicht nur dafür sorgen, dass die Brücke gerade so hoch gebaut wird, wie eben nötig", sagt Büter.

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