Keine Wahl: Zu wenig Kandidaten für Presbyterium

Christusgemeinde Ahaus

Die evangelische Christusgemeinde Ahaus steht seit fast zwei Jahren ohne Presbyterium da. Im März soll das Gremium neu besetzt werden. Eine wirkliche Wahl wird es dann aber trotzdem nicht geben – weil sich nicht genügend Kandidaten gemeldet haben.

AHAUS/HEEK/LEGDEN

, 13.12.2015, 20:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Wahl: Zu wenig Kandidaten für Presbyterium

Für das neue Presbyterium haben sich nur elf Kandidaten gemeldet. Das Leitungsgremium der Evangelischen Christusgemeinde Ahaus besteht aber aus zwölf Personen.

Für die rund 6000 Mitglieder der evangelischen Christus-Kirchengemeinde Ahaus sind zwölf Presbyter vorgesehen. Elf Kandidaten haben sich gefunden. Darauf weist die Gemeinde in ihrem aktuellen Gemeindebrief hin. Die elf Kandidaten sind demnach schon durch ihre Kandidatur Mitglieder des Presbyteriums. Ein weiteres Mitglied könne nachträglich durch das Gremium nominiert werden.

Norbert Lück, Mitglied des zurückgetretenen Presbyteriums, findet dafür deutliche Worte: „In diesem Zustand haben wir die Gemeinde nicht zurückgelassen“, sagt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Bevollmächtigtenausschuss habe zu wenig in die Gemeinde hinein gewirkt und verdienten Mitgliedern der Gemeinde vor den Kopf gestoßen. Inzwischen sei jedes Interesse an der Arbeit der Gemeinde bei ihren Mitgliedern erstickt worden. Kritik sei abgeschmiert worden, Diskussionen seien nicht mehr möglich. Dem neuen Presbyterium fehle nun eine wesentliche Grundlage seiner Arbeit: nämlich das Votum der Gemeinde.

Gemeinde musste Kandidaten nennen

Vorwürfe, die Dirk Hirsekorn, Vorsitzender des Bevollmächtigtenausschusses, so nicht stehen lassen will. Sehr wohl habe man stets für eine Kandidatur zum Presbyterium geworben. „Auch bei den vier Bezirksversammlungen haben wir immer auf die aktuelle Zahl der Kandidaten hingewiesen“, so Hirsekorn. Letztlich habe es aber an der Gemeinde gelegen, die Kandidaten zu benennen. Und bis auf einen Kanidaten sei das ja auch bis zum Ende der Vorschlagsfrist im November geschehen. Auch der Kreissynodalvorstand – das Leitungsgremium des Kirchenkreises Westfalen – sei angerufen worden: „Die konnten aber auch keine weiteren Kandidaten finden.“

Hirsekorn: "Gemeinde steht sehr gut da"

Für ihn ist die Situation aber auch längst nicht so dramatisch: „Es fehlt genau ein Kandidat im Bezirk Heek.“ In anderen Gemeinden des Kirchenkreises sehe es viel schlimmer aus. „Das ist leider seit einigen Jahren der Standard“, so Hirsekorn. Mehr noch: „Wir hatten befürchtet, noch weniger Kandidaten zusammen zu bekommen. Deswegen wollten wir die Wahl ja ursprünglich verschieben“, sagt er. Dafür stehe die Gemeinde sehr gut da. Im März wird das neue Presbyterium nun eingeführt.

Das alte Presbyterium hatte sich Anfang 2014 einstimmig selbst aufgelöst. Seither leitet ein Bevollmächtigtenausschuss die Gemeinde. Dieser hatte beantragt, die Wahlen erst 2018 durchzuführen. So sollten die Zerwürfnisse innerhalb der Gemeinde geglättet werden. Diesen Antrag hatte die Landeskirche nicht genehmigt und die Wahl für 2016 turnusgemäß angesetzt.

Diese elf Kandidaten haben sich in den einzelnen Bezirken für das Amt des Presbyters zur Verfügung gestellt:
Ahaus: Klaus Gresförder, 65 Jahre, ehemaliger Sozialarbeiter, jetzt Rentner; Hiltrud Erning, 52 Jahre, Lehrerin für Musik und Mathematik am Berufskolleg; Simone Erdweg, 43 Jahre, Lehrerin; Johannes Kitzel, 63 Jahre, Rektor und Grundschullehrer; Uwe Denzel, 49 Jahre, Industriekaufmann; Birgit Isferding, 43 Jahre, kaufmännische Angestellte.
Legden: Sonja Lagemann, 42 Jahre, kaufmännische Angestellte; Silke Kemp, 41 Jahre, Finanzwirtin.
Heek: Willi Malecki, 64 Jahre, Rentner.
Schöppingen: Heide Zinny, 55 Jahre, Grundschullehrerin; Charlotte Cantauw, 61 Jahre, Hausfrau.

Zeitlicher Ablauf: Am 10. Januar wird der rechtskräftige Wahlvorschlag im Gottesdienst verkündigt. Die elf Kandidaten werden dann im Februar aufgefordert, ihre Wahl anzunehmen. Die Einführung des neuen Presbyteriums geschieht dann landeskirchenweit am 6. März.
Detaillierte Vorstellungen zu den elf Kandidaten gibt es  

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