Kinder loben Grün und Bolzplätze

Jugendförderplan vorgelegt

Was sind die größten Gefahren für Kinder und Jugendliche in Ahaus? Was wünschen sie sich? Wo und wann muss man sie betreuen? Wie sind die Angebote der Stadt und der freien Träger darauf eingerichtet?

AHAUS

, 06.12.2015 / Lesedauer: 3 min

Auf 44 Seiten beantwortet die Verwaltung in ihrem aktuellen Kinder- und Jugendförderplan diese Fragen. Damit soll die Jugendförderung über mehrere Jahre entwickelt werden – in enger Kooperation zwischen öffentlichen Trägern und den Trägern der freien Jugendhilfe. Der ganzen Planung liegen etliche Befragungen von Kindern und Jugendlichen in unterschiedlichen Formen zu Grunde – etwa im Rahmen von Klassenbesuchen im Rathaus, schriftlichen Befragungen oder Sitzungen der Schülersprecher. Das seien allerdings keine repräsentativen Studien, sondern lediglich eine Einschätzung. Kurz gefasst haben die Kinder und Jugendlichen viel für die Natur in und um Ahaus übrig. „Die Grün- und Waldflächen kommen bei ihnen sehr gut an“, so Gausling. Weitere positive Aspekte der Stadt seien die überschaubare Größe, das Schloss sowie die vielen Bolzplätze.

Minuspunkte für Mobilität

Negativ – gerade bei etwas älteren Jugendlichen – werde die schlechte Mobilität aufgefasst. „Sie sind eben oft darauf angewiesen, von Eltern oder Familienmitgliedern gefahren zu werden“, so Gausling. Oft sei darüber hinaus auch die karge Innenstadt als negativer Punkt genannt worden. „Da haben Kinder eben eine ganz eigene Wahrnehmung, die sich nicht immer mit der von Erwachsenen decken muss“, erklärte sie. Auch eine Rangliste der größten Gefahren für Kinder und Jugendliche in Ahaus enthält der neue Plan: Auf Platz eins liegt der missbräuchliche Konsum von Medien. Darunter fallen jedoch nicht nur der reine Zeitfaktor und eine möglich Abhängigkeit, sondern auch der leichte Zugang zu Pornografie oder anderen jugendgefährdenden Inhalten. „Selbst auf Grundschulhöfen werden solche Filme schon von Handy zu Handy geschickt“, sagt Gausling. Zweite Gefahr für Kinder und Jugendliche sei Alkohol. Das Koma-Saufen der vergangenen Jahre nehme zwar nicht mehr weiter zu, allerdings sei Alkohol immer noch gesellschaftlich akzeptiert oder sogar sozial gewünscht. Die dritte Gefahr sieht der Plan in allen Formen der Vernachlässigung der Gesundheit wie auch Essstörungen.

Extremismus und Drogen

An vierter Stelle liegen die Gefahren durch Rechtsextremismus und Gewalt unter Kindern und Jugendlichen. Erst an vorletzter Stelle kommen Gefahren durch Cannabis oder andere illegale Drogen. „Das bewegt sich wellenförmig, im Moment eher rückläufig“, so Gausling. Alle weiteren Gefahren fasst sie in einem letzten Punkt zusamen. Für den Kinder- und Jugendschutz sind jährlich 28 000 Euro eingeplant. Weitere Mittel – etwa für Projekte – müssten zusätzlich bereitsgestellt werden.

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