Kinder suchen in Hörsteloe Kartoffeln wie zu Ur-Omas Zeiten

rnErnteaktion

14 Kinder sind auf einem Acker in der Bauerschaft Hörsteloe auf Kartoffelsuche wie zu Ur-Omas Zeiten gegangen. Die Aktion war lehrreich und hat den Erntehelfern vor allem viel Spaß gemacht.

Ahaus

, 18.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Motor des alten Deutz-Traktors röhrt, als er den Kartoffelroder langsam über den Acker schleppt. Immer wieder fliegen gelb-schwarze Früchte über das Laufband. Die kleinen Erntehelfer können es kaum erwarten, die begehrten Kartoffeln aufsammeln zu dürfen.

Mit einem Oldtimer-Traktor und einem ebenso alten Kartoffelroder ging es an die Ernte.

Mit einem Oldtimer-Traktor und einem ebenso alten Kartoffelroder ging es an die Ernte. © Anna-Lena Haget

„Ich hab die ganze Zeit hier gestanden und der Trecker ist noch gar nicht gekommen“, sagt die kleine Paula ungeduldig. Sie ist mit ihrer Oma Regina Wesseler auf Kartoffelsuche und will endlich anfangen. Mit eigenen Händen Kartoffeln aus dem Erdreich zu befördern, ist eben eine ganz besondere Erfahrung. Aber noch steht der Traktor nicht.

Antiker Kartoffelroder

Landwirt Thomas Vöcker geht neben dem Roder her und sorgt mit seiner Mistgabel dafür, dass nicht zu viel Grün zwischen den Erdäpfeln liegenbleibt. Der Roder ist zwar schon alt, funktioniert aber noch einwandfrei. Für die Kinder birgt das betagte Gerät seine ganz eigene Faszination.

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„Wir haben heute Vormittag schon eine Reihe ausgemacht, damit die Maschine überhaupt läuft“, ruft der Landwirt, der mit den Ottensteiner Landfrauen die fröhliche Kartoffelsuche initiiert hat. Auch der Plattdütschke Tropp des Ottensteiner Heimatvereins war bei der Aktion anwesend.

Erinnerungen an eigene Kindheit

Schließlich tuckert der Deutz vom Feld und die Jungen und Mädchen stürzen sich mit Begeisterung in die Arbeit. Jonah hat sogar seine grüne Schubkarre mitgebracht und füllt ganz stolz den Inhalt seines Eimers darin um.

Da kommt ganz schön was zusammen: Die Ausbeute der Ernteaktion.

Da kommt ganz schön was zusammen: Die Ausbeute der Ernteaktion. © Anna-Lena Haget

Während die Kleinen mit Feuereifer in der Erde wühlen, werden bei den Vätern und Großvätern Erinnerungen an ihre eigene Kindheit wach. Damals war das reihenweise Absuchen von Kartoffeläckern sicherlich noch kein so großer Spaß wie heute.

Lehrreiche Erfahrung

Thomas Vöcker findet die Aktion, die schon seit einigen Jahren regelmäßig stattfindet, trotzdem gut. „Da sehen die Kinder auch mal, dass Pommes nicht aus der Erde wachsen“, sagt er. Extra für das „Kartoffelgaddern“ hat er auf einen Teil seines Feldes in der Nähe der Hörsteloer Schützenstange einige Streifen mit Cilena-Kartoffeln eingesät.

Gruppenbild mit Traktor.

Gruppenbild mit Traktor. © Anna-Lena Haget

Das Wetter ist ideal an diesem Nachmittag und unter dem blauen Himmel haben die fleißigen Helfer schon bald die erste Traktorschaufel mit dem „gelben Gold“ gefüllt. Nele zeigt stolz ihren größten Schatz vor: Eine Kartoffel, die wie ein Herz aussieht. Doch am Ende wandert auch diese besondere Erdfrucht in die Schaufel hinein.

Reibeplätzchen zur Belohnung

Schließlich kommen die Erntehelfer schmutzig, aber glücklich für eine Pause vom Acker. Die Landfrauen haben sich um die Getränke gekümmert und eine große, gusseiserne Pfanne steht auch schon bereit. Neun Kilo Pfannkuchenteig haben die Landfrauen im Vorfeld angerührt.

Hermann Mathmanns Enkel Leon weiß schon genau, wofür. „Leon fragte mich schon, ob‘s da vorne gleich Reibeplätzchen gibt. Der hat immer Hunger, der Kurze“, meint der Großvater schmunzelnd. Und zum Dank für ihre Hilfe dürfen die Kinder am Ende eine Tüte ihrer selbst gesammelten Kartoffeln mit nach Hause nehmen. Der Erlös aus den Spenden für Essen und Trinken soll einem guten Zweck zugutekommen.

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