Kinder und Eltern finden Robin gut

Berufswunsch Erzieher

Beruflich ungewöhnliche Wege will ein 19 Jahre alter Stadtlohner beschreiten. Robin Stapelbroek möchte Erzieher werden - und das löst manche Reaktionen aus.

AHAUS

von Susanne Menzel

, 31.05.2017, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min
Umlagert: Robin Stapelbroek hatte bei den Kids im „Abenteuerland“ einen Stein im Brett. Die Mädchen und Jungen hoffen auf ein Wiedersehen, wenn der Bürener sein Anerkennungsjahr absolvieren muss.

Umlagert: Robin Stapelbroek hatte bei den Kids im „Abenteuerland“ einen Stein im Brett. Die Mädchen und Jungen hoffen auf ein Wiedersehen, wenn der Bürener sein Anerkennungsjahr absolvieren muss.

"Robin, komm, lass uns noch mal spielen." Der kleine Junge schaute sein fast drei Mal so großes Gegenüber bittend an. Robin Stapelbroek lächelt: "Einen kleinen Moment noch. Ich bringe hier erst die Bastelarbeit zu Ende, dann bin ich bei dir." Der 19-Jährige Bürener ist eine gefragte Ansprechperson in diesen Tagen in der BBS-Kindertagesstätte "Abenteuerland" in Ahaus. Er ist der erste männliche Praktikant in der Einrichtung - und vielleicht auch deshalb unter all den weiblichen Erwachsenen bei den Kids besonders gefragt. Im Rahmen seiner Erzieherausbildung am Canisiusstift hat sich Robin Stapelbroek um eine Praktikumsstelle im "Abenteuerland" beworben. "Eine gute Wahl", wie er findet.

Drei weitere junge Männer sind zurzeit noch als angehende Erzieher auf dem Stift. "Ursprünglich waren wir zu Sechst. Zwei haben es sich aber inzwischen anders überlegt", bedauert Robin.

Der richtige Beruf

Für ihn ist es keine Frage, dass dieser Beruf der richtige für ihn ist: "Ich habe mich schon in den verschiedensten Berufsfeldern umgesehen", gibt der junge Mann zu: "In der Küche, in einem Architekturbüro, auch bei einer Versicherung. Aber irgendwie war das alles nicht meins. Irgendwann gab mir jemand den Tipp, ein Erzieher-Praktikum zu machen. Das hat mir einfach Spaß gemacht."

Nach seinem Fachabitur hat er sich zunächst an einer Grundschule erprobt: "Damals habe ich gedacht, das könnte genau das Pünktchen auf dem ,i' für mich sein. Ich hatte dann ein Studium angepeilt, doch keinen Platz bekommen. Deshalb habe ich mich alternativ für die Erzieherausbildung beworben." Als sein Einsatz im Kindergarten anstand, "war ich mir plötzlich gar nicht mehr sicher, ob es wirklich zukünftig die Grundschule sein soll - oder nicht lieber doch der Kindergarten."

Mit den Mädchen und Jungen Fußball zu spielen, mal ein wenig zu raufen - aber auch gemeinsam ruhig am Tisch zu sitzen, all das sei für ihn nicht nur abwechslungs-, sondern auch lehrreich: "Ich habe selten in einem Beruf so viel gelacht wie hier. Obwohl ich auch durchaus als Vorbild für die Kinder gelten will und muss", ist er sich bewusst.

Reaktionen unterschiedlich

Zu Hause ist Robin Stapelbroek das jüngste von drei Kindern. Die Schwester ist Bürokauffrau in einem Detektivbüro, der Bruder hat als Tischler die Handwerkerlaufbahn eingeschlagen. "Wenn man vom Land kommt, ist man eigentlich als Mann schon automatisch auf die Handwerker-Richtung festgelegt", meint der 19-Jährige.

Dass er sich als Erzieher dagegen eher einen so genannten "Frauenberuf" ausgesucht hat, stößt nicht überall in seinem Umfeld auf Begeisterung. "Damit kann nicht jeder umgehen. Es gibt positive wie auch negative Reaktionen darauf", bekennt Robin Stapelbroek. Davon allerdings will er sich nicht beirren lassen: "Ich bin inzwischen in meiner Persönlichkeit so gefestigt, dass ich sage: Es ist genau mein Ding." Und für die Kids im "Abenteuerland" ist es ohnehin keine Frage: "Der Robin soll bleiben", tönen sie unisono. 

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