Kirche gibt Geschichte preis und birgt noch manches Geheimnis

St. Brigida

LEGDEN Der Himmel öffnet sich schon, wenn der Besucher noch gar nicht die Kirche betreten hat. Über dem Haupteingang am Westportal thront Christus als König inmitten seines strahlenden Gefolges. Fast könnte man meinen, die Schwelle zum Jenseits bereits überschritten zu haben – wären da nicht die winzigen dämonischen Wasserspeier auf der steinernen Zierleiste darüber.

von Von Sylvia Lüttich-Gür

, 08.01.2010, 19:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Jubilarin im Schnee: die 775 Jahre alte Brigida-Kirche in Legden.

Jubilarin im Schnee: die 775 Jahre alte Brigida-Kirche in Legden.

Während letztere ohnehin die Augen geschlossen haben, entgeht auch alle, die sie weit aufreißen und aufs Höchste richten das eine oder andere Detail: das Engelchen am Eingang oder die lachenden Löwen unter den rot blühenden Weihnachtssternen. Der goldene Kronleuchter mitten über dem Mittelgang ist kaum zu übersehen. Dort, wo er heute schwebt, stand noch vor 105 Jahren das alte Wahrzeichen der Gemeinde: der fünfgeschossige, massige Wehrturm, der der Erweiterung der Kirche zum Opfer fiel. Aufbauen, umbauen, weiter bauen – die Kirche mag sich in den vergangenen Jahrhunderten geändert haben genauso wie die Zahl ihrer Besucher. Eines bleibt aber – die prägende Stellung des weithin sichtbaren Gebäudes zwischen himmlischen Chören und Wasser speienden Dämonen, also mitten im Leben.

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