Klare Regeln für den Drohnenflug

Sie liegen inzwischen voll im Trend: Drohnen. Doch was hat sich durch die neue Verordnung geändert?

AHAUS

, 13.10.2017, 18:06 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der Flug von Drohnen unterliegt Regeln.

Der Flug von Drohnen unterliegt Regeln.

Ein Sirren, gar nicht laut; die Drohne steigt hoch, kämpft gegen den scharfen Herbstwind an, der über die Felder am Düwing Dyk fegt. Für Klaus Wegener (51) ist das Steuern dennoch kein Problem. Der Ahauser ist kein Anfänger. Routiniert hält er das Senderpult, lenkt den Multicopter über die frisch gemähte Wiese des Vereins. Multicopter, so nennen die Modellflugler, was der Laie nur als Drohne kennt.

Das Gerät, das Wegener heute fliegt, ist ein DJI-450 Multicopter. Die Zahl 450 steht für die Millimeterzahl, die diagonal zwischen den Motoren liegt. Die Drohne gehört eigentlich seinem Modellflug-Kollegen Alfons Benker (64). Es ist ein Multicopter, der über zwei Kilogramm wiegt. Damit haben Benker und Wegener die Pflicht, einen Kenntnisnachweis zu erbringen, wenn sie den Copter steigen lassen wollen.

Drohnen über zwei Kilo

Seit dem 1. Oktober gibt es die Kennzeichnungspflicht und die Pflicht zur Vorlage eines Kenntnisnachweises bei Geräten, die über zwei Kilogramm wiegen. Wegener: „Die meisten Leute haben aber keine so schweren Drohnen, sie müssen den Nachweis gar nicht erbringen.“ Auch die kleine Drohne von Wegener selbst falle nicht darunter, sagt er. „Die Zwei-Kilo-Grenze ist viel zu hoch angesetzt. Damit erreicht man die Leute nicht, die mit kleinen Multicoptern unterwegs sind. Dabei sind das doch die Geräte, die in Städten rumfliegen“, kritisiert Klaus Wegener.

Die neue Verordnung scheint nicht gut durchdacht. Sie betrifft nur die Besitzer der schwereren Geräte, also nur einen Bruchteil der Drohnenbesitzer, erklärt der Ahauser. Die Besitzer der schweren Geräte müssen laut Bundesverkehrsministerium die Anwendung und Navigation von unbemannten Fluggeräten kennen und über die luftrechtlichen Grundlagen sowie die örtliche Luftraumordnung Bescheid wissen. Für alle anderen gilt das nicht.

Richtig versichern

Dabei würden gerade die kleinen Drohnen oft von Laien geflogen, die ihr Gerät nicht verstünden, so Wegener. „Die meisten, die ihre Drohne nicht selbst bauen und programmieren, sondern sie beispielsweise beim Discounter bereits programmiert kaufen, wissen nicht richtig über ihr Gerät Bescheid“, sagt Wegener. Dabei sei es wichtig, zu verstehen, wie die Drohne Standorte durch das GPS bestimmt. Auch dass Drohnenbesitzer eine zusätzliche Versicherung brauchen, da die normale Haftpflicht im Schadensfall nicht ausreiche, werde bisher kaum kommuniziert, bemängelt Wegener.

Auf den Plätzen der Modellflug-Vereine gelten etwas andere Regeln: Zwar müssen auch hier die Drohnen eine feuerfeste Kennzeichnung – mit dem Namen und der Adresse des Besitzers – tragen, aber ein Kenntnisnachweis und eine zusätzliche Versicherung sind nicht nötig. Ersteres ist in der Verordnung geregelt und die Versicherung läuft meist sowieso über den Verein.

Nachweis online abgelegt

Ihren Kenntnisnachweis haben die Ahauser Alfons Benker und Klaus Wegener über den Deutschen Modellflieger Verband (DMFV) ganz einfach online abgelegt. „Das ist am einfachsten“, sagen sie. Die Kosten: keine 30 Euro. So teuer wie eine Drohne mit Kameraausrüstung (in diesem Fall rund 600 Euro) zu Buche schlägt, ist die Prüfung nicht. Auch der Deutsche Aero Club bietet die Online-Prüfung an. Eine Prüfung vor Ort ist in Ahaus nicht möglich.

Die Drohne schwirrt weiter, über die Wiese, am sich wiegenden Rapsfeld vorbei. Im Hintergrund steht die alte Mühle, drehen sich die Windräder am Düwig Dyk. Es leuchtet rot, das sind die Rücklichter der Drohne, wie beim Auto. Vorne ist das Licht weiß. „So kann man die Position des Copters erkennen“, erklärt Klaus Wegener, die Augen auf der Drohne. Etwa zwölf Minuten hält der Akku. Bevor die Drohne gar keinen Saft mehr hat und abstürzt, rät ihm das Sendepult zur Landung.

Regeln:

  • Eine Drohne ist ein unbemanntes Fluggerät.
  • Erlaubt ist der Betrieb von privaten Multicoptern nur in Sichtweite und unter 100 Metern Flughöhe. Darüber ist eine Erlaubnis nötig.
  • Flugverbot haben Drohnen über Behördengebäuden, Wohngrundstücken, Industrieanlagen und Flughäfen, über Menschenansammlungen, in Naturschutzgebieten und bei Einsätzen von Polizei und Feuerwehr.
  • Die Kennzeichnungspflicht ab 0,25 kg sowie der Kenntnisnachweis ab 2 kg gelten in Deutschland seit dem 1. Oktober. Wer seine Drohnen fliegen lässt, muss den Kenntnisnachweis immer dabei haben.

 

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