„Krankenhausreif geschlagen“: Ahauser schlägt beim Feiern im „Next“ zweimal zu

rnAmtsgericht Ahaus

Ein Ahauser hat beim Feiern einen Mann krankenhausreif geschlagen. Daran bestand auch vor dem Amtsgericht Ahaus kein Zweifel. Über das Strafmaß gab es allerdings unterschiedliche Meinungen.

Ahaus

, 02.03.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ich bin doch einigermaßen irritiert“, gab der Verteidiger eines 24-jährigen Ahausers vor dem Amtsgericht in Ahaus zu. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft eine Gesamtgeldstrafe in Höhe von 3000 Euro für den Ahauser, der im August 2019 einen anderen Mann in der Diskothek „Next“ geschlagen hatte, gefordert. Die Meinungen über die Tat selbst lagen nah beieinander – die über das Strafmaß gingen hingegen weiter auseinander.

Die Tat selbst „kann man nicht wegdiskutieren“, sagte der Verteidiger. Auch der Angeklagte selbst zeigte sich geständig und berichtete über den Abend in der Ahauser Diskothek. Er habe das Opfer vor diesem Abend noch nicht gekannt. Erst in der Disco hätten sich die beiden kennengelernt, sich ein bisschen unterhalten. Doch irgendwann habe es ihm gereicht, erklärte der Angeklagte.

„Dann liegt er am Boden und Sie langen noch mal zu“

Als er sich wegdrehte und gehen wollte, habe der Mann ihn am Arm festgehalten, woraufhin er sich losgerissen habe. Dann sei er in den Schwitzkasten genommen worden, woraus sich der kräftige 24-Jährige befreien konnte. Daraufhin habe er zugeschlagen. Sein Gegenüber fiel direkt zu Boden. Auch Videoaufnahmen, die vor Gericht allerdings nicht noch mal gezeigt wurden, würden das belegen, stellte der Richter fest: „Das ist nicht ohne gewesen.“

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„Dann liegt er am Boden und Sie langen noch mal zu“, so der Richter.

Dass er zuvor in die Mangel genommen wurde, sei hingegen auf den Aufnahmen nicht klar zu erkennen. Doch selbst wenn es die Provokation gab, „das gibt ihnen nicht das Recht zu dieser Aktion“, stellte er klar.

Schon zwei Tage nach dem Vorfall suchte der Angeklagte den Kontakt mit dem Opfer, das unter anderem mit einer leichten Gehirnerschütterung einen Tag im Krankenhaus verbrachte.

Opfer reagierte nicht auf Kontaktversuche des Angeklagten

Doch weder auf Nachrichten auf Instagram noch auf die Kontaktaufnahme durch seine Freunde habe er reagiert, erklärten der Angeklagte und sein Verteidiger. 500 Euro habe er ihm eigentlich als Entschädigung und Wiedergutmachung geben wollen. Doch auch auf ein Schreiben von seinem Verteidiger kam keine Reaktion.

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Dass der Angeklagte bereits versucht hatte, Wiedergutmachung zu leisten, wertete auch der Staatsanwalt positiv. Genauso wie seine Geständigkeit und die Tatsache, dass er provoziert wurde. Dass er dann aber dennoch 60 Tagessätze à 50 Euro als Strafe forderte und eine Aussage des Bedauerns vermisse, überraschte die Verteidigung.

„Wenn das Opfer nicht reagiert, wie soll man dann sein Bedauern ausdrücken?“, fragte er. Er schlug 30 Tagessätze à 45 Euro vor. Letztendlich entschied sich der Richter für eine Verurteilung wegen vorsätzlicher Körperverletzung und 40 Tagessätze à 45 Euro. „Über die Tat müssen wir nicht reden. Das war keine Backpfeife, Sie haben da ordentlich zugelangt“, sagte er zum Angeklagten, der bereits zuvor versichert hatte, er „würde es auf gar keinen Fall wieder machen“.

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