Die Krankenhäuser in Stadtlohn und Vreden (Foto) werden bis zum Jahr 2025 geschlossen. Die Abteilungen werden zum großen Teil nach Ahaus verlegt. © Markus Gehring
Meinung

Krankenhausschließung: Ich bin für die bittere Pille

Die angekündigten Krankenhausschließungen für Stadtlohn und Vreden haben viele Menschen geschockt. Verständlicherweise. Unser Autor Stefan Grothues hält die bittere Pille für richtig.

Das tut weh. Nach über 150 Jahren segensreicher Arbeit werden die Krankenhäuser in Stadtlohn und Vreden bis 2025 geschlossen. Das ist eine bittere Pille für die Patienten und Mitarbeiter. Aber es ist die richtige Medizin.

Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und -pfleger haben die Stadtlohner und Vredener jahrzehntelang auf dem Weg zur Gesundheit begleitet. Ganz persönlich. Ganz wohnortnah. Mit Herzblut. Und das soll jetzt vorbei sein? Könnten die Millionen, die jetzt aus Düsseldorf und Berlin ins Westmünsterland fließen, nicht für eine Stärkung der kleinen, aber feinen Krankenhäuser in Stadtlohn und Vreden verwendet werden?

Die Ökonomie ist ein kühles Argument, aber nicht das einzige

Das wäre ökonomisch unvernünftig. Gute Medizintechnik wird immer teurer. MRT und Co. an vielen Standorten vorzuhalten, macht keinen Sinn. Zentralisierung ermöglicht einfach einen höheren technischen Standard.

Die Ökonomie aber ist ein kühles Argument. Wenn ich es aus Patientensicht betrachte, dann spielt etwas anderes eine größere Rolle. Ich entscheide mich am liebsten für den Krankenhausarzt, für den mein Leiden Routine ist. Der die Operation, der ich mich unterziehen muss, möglichst oft durchgeführt hat. Weil er dann sein Handwerk perfektionieren kann. Ich entscheide mich daher im Zweifel nicht für das nächste Krankenhaus, sondern für das nächst größere. Das aber sollte nicht zu weit entfernt liegen.

Die medizinische Versorgung wird für die Stadtlohner und Vredener langfristig besser, wenn Ahaus als nahegelegener Krankenhausstandort gestärkt wird. Und in Stadtlohn und Vreden bleiben keine Krankenhausruinen. Das Klinikum Westmünsterland zeigt Verantwortung und investiert in Stadtlohn und Vreden Millionen in die Pflege, Telemedizin und Reha. Ein süßer Beigeschmack für die bittere Pille.

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Redaktion Ahaus
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Stefan Grothues