Kunstwerke stehen wieder am alten Platz im Schloss

Senge-Platten-Skulpturen

Neue, alte Kunstwerke wurden gestern im Ahauser Schloss aufgestellt. Holzskulpturen von Eugen Senge-Platten stehen nach mehreren Jahrzehnten wieder an ihrem angestammten Platz. Über zwei Jahre haben Rudolf Hegemann und der Heimatverein Ahaus daran gearbeitet, die Skulpturen zurück ins Schloss zu bekommen.

AHAUS

, 17.10.2016, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Vertreter des Heimatvereins Ahaus haben die Holzskulpturen am Montag im Hauptflügel des Schlosses aufgestellt

Vertreter des Heimatvereins Ahaus haben die Holzskulpturen am Montag im Hauptflügel des Schlosses aufgestellt

Mitte der 1950er-Jahre müssen sie ursprünglich dort aufgestellt worden sein. Hegemann erinnert sich, dass sie schon dort standen, als er Ende des Jahrzehnts dort als Berufsschüler anfing.

Als die Berufsschule dann an den Lönsweg umzog, gingen die hölzernen Skulpturen mit. Im Rahmen einer Reparatur müssen sie dann im Kreishaus in Borken gelandet sein. Und dort blieben sie erst einmal. „Eine stand im Veterinär-, eine im Gesundheitsamt“, weiß Hegemann. Die dritte Skulptur habe er zufällig in einem Keller wiederentdeckt. Dann gingen langwierige Verhandlungen los. Über zwei Jahre habe es gedauert, bis die Skulpturen schließlich wieder an ihren angestammten Platz gelangten. Dort, im Parterre des Hauptflügels, wurden sie gestern aufgestellt. „Die Skulpturen gehören natürlich dem Kreis Borken. Aber sie wurden damals für das Schloss angefertigt. Jetzt sind sie wieder da, wo sie hingehören“, erklärt Hegemann.

Zusammen mit anderen Werken für das Schloss waren die Skulpturen damals durch den Kreis Ahaus unter der Leitung von Felix Sümmermann in Auftrag gegeben worden.

Besondere Holzstücke

Eugen Senge-Platten hat sie aus Lindenholz geschaffen, dass selbst eine ganz besondere Geschichte hat: Das Holz stammt von Linden, die auf dem Verdener Kirchplatz standen und bei einem Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg umstürzten. Eugen Senge-Platten hat zum Beispiel auch das Mahnmal zum Gedenken an den Widerstand vom 20. Juli 1944 geschaffen. Das war vor etwas mehr als zwei Jahren vom Alten Kreishaus zurück an seinen angestammten Platz auf der Schlossinsel gekommen.

Eine vierte Skultpur des Künstlers – die auch einst im Ahauser Schloss stand – befindet sich aktuell noch im Berufskolleg in Borken. „Vielleicht kommen die ja auch noch einmal zurück“, sagt Rudolf Hegemann. Das sei aber noch Zukunftsmusik. Als nächste Aktionen folgt nun noch eine entsprechende Beschilderung der Skulpturen. Die sollen in der nächsten Zeit hergestellt werden. Auch neue Fundamente aus Stein sollen noch geschaffen werden. „So steht im Heimatverein immer irgendetwas etwas an“, sagt Hegemann schmunzelnd. Der 74-jährige zeichnet im Heimatverein Ahaus für den Arbeitskreis Stadtgeschichte verantwortlich.

Arbeiten am Schloss

Die aktuellen Sanierungsarbeiten an der Rückseite des Schlosses sollten eigentlich – so hatten es Kreis und Handwerker im Juli erklärt – im Herbst abgeschlossen werden. Aktuell ist aber nicht ganz klar, wie lange an der Ostseite des Schlosses noch Baugerüste und Verschalungen stehen. Wie Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, gestern auf Anfrage der Münsterland Zeitung erklärte, müsse die Decke des wiederentdeckten Gewölbes unter der großen Treppe auf der Ostseite noch weiter aushärten.

„Das liegt an der Witterung“, erklärte Gördes weiter. Weil diese Trocknung noch nicht abgeschlossen sei, konnten auch die Arbeiten an der Außenterasse noch nicht wieder aufgenommen werden. Parallel dazu würde aber an der Restaurierung der Geländer sowie der Außenmauern weitergearbeitet. Die nächsten Schritte der Schlosssanierung werden nach und nach begonnen. „Immer so, wie wir Fördermittel für die Arbeiten bekommen“, erklärte Karlheinz Gördes.

Der Kreis Borken ist als Eigentümer des Schlosses für den Erhalt und die Sanierung verantwortlich. Einen engen Zeitrahmen hatten sich die Verantwortlichen für die Arbeiten allerdings nicht gesetzt. 

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