Kurioses Doppelverfahren gegen 23-Jährigen

Amtsgericht Ahaus

Ein fünfstündiger Verhandlungsmarathon mit vielen Hürden endete mit zwei überraschenden Urteilen.

Ahaus

, 12.01.2019 / Lesedauer: 2 min

Ein durch und durch kurioses Doppelverfahren gegen einen 23-jährigen Albaner ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung spielte sich am Freitag am Amtsgericht Ahaus ab.

Nach über fünf Stunden Verhandlung, Dolmetscherwechsel und zahlreichen sich mitunter widersprechen Zeugenaussagen wurde der Angeklagte im Fall des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen und im Fall des Raubes nur wegen Nötigung zu einer Zahlung von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt.

Aus Eifersucht gehandelt

Und der Tatvorwurf des Raubes, der zuerst behandelt wurde, war zur Überraschung aller schnell nicht mehr haltbar. Laut Anklage soll sich der 23-Jährige am 17. April vergangenen Jahres unbefugt Zugang zu Wohnung und Garten seiner damaligen Partnerin verschafft und dieser in einem Handgemenge aus Eifersucht das Handy entrissen haben. Mit diesem sei er geflüchtet und habe es seiner Ex-Partnerin erst Wochen später wiedergegeben.

Dies leugnete der Angeklagte auch gar nicht, jedoch zog die Geschädigte, die als Zeugin auftrat, im Gerichtszahl ihre seinerzeit erstattete Strafanzeige zurück beziehungsweise war an keiner weiteren Strafverfolgung interessiert. Damit blieb nur noch der Tatbestand der Nötigung übrig, für die der 23-Jährige auch zur Zahlung der Geldstrafe verurteilt wurde.

Im zweiten Verfahren soll der 23-jährige einen Bewohner aus einer örtlichen Flüchtlingsunterkunft am Abend des 5. Oktobers 2018 mit einem Messer mit zwei Stichen verletzt haben. Auslöser der Auseinandersetzung, die in einer Verfolgungsjagd bis in die Ahauser Innenstadt mündete, sollen Streitigkeiten um Elektronikartikel gewesen sein.

Streit entwickelt sich im Wettbüro

Die zunächst verbale Auseinandersetzung, die sich in einem Wettbüro entwickelte, wurde zu einem Handgemenge, indem der vermeintliche Geschädigte dem 23-Jährigen Albaner das Handy entriss. Daraufhin soll dieser nach Vorwarnung mit einem Messer zweimal zugestochen haben.

Laut ärztlichem Befund erlitt der Geschädigte auch Verletzungen, aber wie und wodurch, konnte durch die Zeugenbefragung nicht geklärt werden. Der Geschädigte selbst, der mittels Dolmetscher kommunizierte, verstrickte sich zudem in etliche Widersprüche. Das Urteil des Gerichts in diesem Fall lautete daher Freispruch.

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