Licht und Schatten der Jagd

Pokémon-Go

Ein Vormittag auf dem Sümmermannplatz. Eine Gruppe Grundschüler läuft suchend über den Platz vor dem Schloss. Zwei Frauen mit einem Kinderwagen kommen um die Ecke. Ein Pärchen um die 30 mit Hund. Sie alle halten ihr Smartphone in der Hand und suchen nach Pokémon. Die Jagd nach den virtuellen Monstern hat Ahaus fest im Griff. Über 1000 Spieler haben sich schon zusammengeschlossen - doch es gibt auch Probleme.

AHAUS

, 29.07.2016, 18:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Stephan Venker, 33, Lehramtsstudent, leidenschaftlicher PC-Spieler, Gründer der Facebook-Gruppe „Pokémon Go in Ahaus und Umgebung“ und Pokémon-Jäger. Er ärgert sich über Chaoten, die ein schlechtes Bild auf die Spieler werfen. Insgesamt freut er sich aber über den Erfolg des Spiels in der Stadt. „Es ist toll, wie viele Menschen man durch das Spiel kennenlernt“, sagt er.

Stephan Venker, 33, Lehramtsstudent, leidenschaftlicher PC-Spieler, Gründer der Facebook-Gruppe „Pokémon Go in Ahaus und Umgebung“ und Pokémon-Jäger. Er ärgert sich über Chaoten, die ein schlechtes Bild auf die Spieler werfen. Insgesamt freut er sich aber über den Erfolg des Spiels in der Stadt. „Es ist toll, wie viele Menschen man durch das Spiel kennenlernt“, sagt er.

Stephan Venker lehnt an der Gräftemauer vor dem Schloss, sein Finger wischt über das Smartphone-Display. Venker ist auf der Jagd. Auf der Jagd nach den kleinen Monstern, die mittels Smartphone, GPS-Sensor und Handykamera unter anderem auf den Sümmermannplatz projiziert werden.

Schon 1000 Spieler aus der Region

Der 33-Jährige ist so etwas wie der inoffizielle Sprecher der Ahauser Pokémon-Spieler. Er hat vor drei Wochen auf Facebook die Gruppe "Pokémon Go in Ahaus und Umgebung" gegründet. Zu dieser Gruppe zählen inzwischen über 1000 Spieler aus Ahaus und der Umgebung. "Seitdem schreiben mich auch mitten in der Nacht Leute an, wenn sie Fragen haben", sagt er. Aber nicht nur Spieler mit Fragen, sondern auch Ahauser mit Wut im Bauch wenden sich an ihn. So wie die Anwohner am Sümmermannplatz, die sich über laut pöbelnde Pokémon-Spieler beschweren wollten, die mitten in der Nacht noch auf dem Sümmermannplatz Lärm gemacht oder ihren Müll dort hinterlassen haben. Auch die Polizei war bereits mehrfach auf dem Platz im Einsatz und hatte um mehr Rücksicht gebeten (Münsterland Zeitung berichtete).

Genau diese Chaoten sind es, über die Venker sich aufregt: "Die werfen ein schlechtes Licht auf alle Spieler", sagt er. Ohnehin werde man ja schon etwas schräg angesehen, wenn man mit dem Handy in der Hand auf der Suche nach Pokémon durch die Gegend laufe. Mehrfach hat er innerhalb der Gruppe schon darauf aufmerksam gemacht, dass auch für die Spieler Regeln und Gesetze gelten. "Aber die, die das auf dem Sümmermannplatz gemacht haben, erreicht man wohl auch damit nicht", sagt er.

Bislang nur positive Erfahrungen

Venker findet deutliche Worte: "Idioten gibt es eben überall." Dabei habe er durch das Spiel eigentlich bisher nur positive Erfahrungen gemacht: Allein der Kontakt zu anderen Spielern sei etwas völlig Neues. "Man begegnet sich auf der Straße, hat sofort ein gemeinsames Thema und kommt ins Gespräch", erzählt er. Die beiden Frauen mit dem Kinderwagen, die gerade vorbeikommen, nicken. Auch sie sind auf der Suche nach den kleinen Monstern. "Ich bin sogar schon mit einigen Spielern nach Münster gefahren, um dort zu suchen. Dabei kannte ich die bis dahin gar nicht. Mit Fremden würde ich das sonst nie machen", sagt eine von ihnen. Einige Kinder hören das Gespräch über die Pokémon und sind sofort mit Feuer und Flamme dabei. Sie erklären genau, welche Monster sie wann und wo gefunden haben und haben auch gleich noch ein paar Tipps in petto.

Mehr als ein kurzfristiger Hype

"Genau das meine ich", sagt Stephan Venker. Durch die soziale Komponente, glaubt er, sei das Spiel mehr als nur ein kurzfristiger Hype. "Das könnte auch auf lange Sicht motivieren", sagt er. Im Moment ist Venker häufig auf der Jagd nach den virtuellen Monstern. Denn noch sind Semesterferien. So einen Aufwand hätte er als er noch angestellt war natürlich nicht betrieben. "Aber im Moment passt es ganz gut", sagt der zukünftige Englischlehrer.

Auf dem Sümmermannplatz scheint inzwischen etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Wie Hans-Georg Althoff, der Erste Beigeordnete der Stadt Ahaus, auf Anfrage der Münsterland Zeitung erklärt, wird der Sümmermannplatz inzwischen bei der morgendlichen Runde der Stadtreinigung mit kontrolliert. "Aktuell gibt es dort keine Beanstandungen mehr", sagt er.

 

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