"Liebe deine Erde"

Ahaus " Wir brauchen wieder eine prophetische Theologie, eine Theologie, die sich - wie die Politische Theologie - einmischt in öffentliche Angelegenheiten." Mit diesen Aussagen traf Prof. Jürgen Moltmann den Nerv vieler der rund 80 Zuhörer am Dienstag im Ahauser Schloss.

21.05.2008, 19:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Prof. Johann Baptist Metz, Moderator Dr. Bernd Wacker und Prof. Jürgen Moltmann (v.l.) widmeten sich auch den Herausforderungen, der sich die Politische Theologie in der Gegenwart stellen muss. Herbers</p>

<p>Prof. Johann Baptist Metz, Moderator Dr. Bernd Wacker und Prof. Jürgen Moltmann (v.l.) widmeten sich auch den Herausforderungen, der sich die Politische Theologie in der Gegenwart stellen muss. Herbers</p>

Ansatzpunkt in Zeiten der Globalisierung sei der Globus selbst. "Liebe deine Erde" müsse das neue Credo lauten, erläuterte einer der bedeutendsten evangelischen Theologen der Gegenwart bei der zweiten Veranstaltung des Forums Politische Theologie anlässlich des bevorstehenden 80. Geburtstags von Prof. Johann Baptist Metz. Hintergrund sei, dass die Politik - anders als zur Zeit der Begründung der Politischen Theologie durch Metz - nicht mehr im Fokus stehe, sondern sich vielmehr zu einen Subsystem des Ökonomischen entwickelt habe.

Ohne Erde kein Mensch

"Wir müssen daher einen Weg von der Politischen Theologie hin zu einer Ökonomischen und weiter zu einer Ökologischen Theologie finden. Denn ohne Erde kein Mensch", so Moltmann in seinem Vortrag über Anfang und Auswirkungen einer "Politischen Theologie in ökumenischer Sicht". Ein Gespräch unter Freunden war es an diesem Abend. Trotz unterschiedlicher Meinungen zu politischen und theologischen Ideen, die die Repräsentanten der Hoffnungstheologie und der Politischen Theologie seit jeher hatten, wie Moderator Dr. Bernd Wacker betonte, standen verbindende Elemente im Vordergrund. Gemeinsam war ihnen der Schock über das Schweigen der christlichen Kirchen gegenüber dem Holocaust gewesen. Beide einte auch - in Reaktion hierauf - das theologische Bemühen, das Gesicht der Welt zuzuwenden und die "innertheologischen Kuschelecken" zu verlassen, erklärte Moltmann.

Neue Öffentlichkeit

Für Metz ist und bleibt die Politische Theologie nach wie vor elementar. Die Privatheit von Religion müsse durchbrochen werden, letztere in eine neue Öffentlichkeit eintreten. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sei das Adjektiv "politisch" umso wichtiger geworden.

Metz: "Wir müssen so reden, dass Gott ein Gott für alle Menschen sein kann. Das handelnde Subjekt sind wir." kh

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