Martin Kock: Vom Bühnenbauer zum Dramatiker „up Platt“

rnPlattdeutsches Theater

Turbulente Verwicklungen und ein Happy End zeigt die Plattdeutsche Bühne Ahaus mit ihrem aktuellen Stück „Dat Katerfröhstück“. Das Besondere: Der Autor steht persönlich mit auf der Bühne.

Ahaus

, 11.01.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer temperamentvollen Räuberpistole rund um eine verschwundene Schützenfestkasse startet die Plattdeutsche Bühne Ahaus in die Saison. Die zahlreichen Fans des Ensembles erleben diesmal bei der Premiere einen ganz besonderen Leckerbissen: Der Autor des Stücks steht höchstpersönlich mit auf der Bühne – und das in der Hauptrolle.

Martin Kock hat sich die Rolle des Schützenpräsidenten Rudi quasi auf den Leib geschrieben. Der gerät – mit Erinnerungslücken und einer leeren Schützenfestkasse unterm Arm – gleich in der ersten Szene in derbe Schwierigkeiten. Dem gebürtigen Anholter kam die Idee dazu bereits 2001.

Verwöhnter Patient

Nicht sein erster Ausflug ins schriftstellerische Fach. Der Dramatiker verrät: „1999 hab ich auch schon ein Stück geschrieben.“ Sein Erstlingswerk trägt den Titel „Der verwöhnte Patient“, frei nach Molières „Der eingebildete Kranke“. Beide Vorlagen haben inzwischen über einen Theaterverlag ihren Weg auch auf andere Bühnen gefunden.

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Wie aber kam es zu „Dat Katerfröhstück“? „Irgendwer sagte, wir brauchen mal wieder ein Stück mit einer Kneipe“, begründet der 51-Jährige seine Entscheidung, selbst kreativ zu werden. „Damals hatte ich noch keine Kinder, da hatte man abends noch Zeit zum Schreiben“, setzt er schmunzelnd hinzu. Drei Akte hat das Skript. „Der Klassiker: Problem, Durcheinander, Lösung“, erklärt der Autor, der im Leben abseits der Bühne für eine soziale Hilfsorganisation arbeitet.

Martin Kock: Vom Bühnenbauer zum Dramatiker „up Platt“

Martin Kock hat das Theaterstück "Dat Katerfröhstück" geschrieben und spielt auch die Hauptrolle. © Markus Gehring

„Dat Katerfröhstück“ hat von der ersten Idee bis zum fertigen Skript etwa ein halbes Jahr in Anspruch genommen. „Da schreibt man mal zehn Seiten und hat dann wieder vier Wochen Ruhe“, beschreibt er den Entstehungsprozess. Die Ahauser Mundart eins zu eins zu Papier zu bringen, daran hat der gebürtige Anholter sich allerdings nicht herangewagt.

„Ich hab das Stück auf Hochdeutsch geschrieben und Maria Lenting hat das dann auf Plattdeutsch übersetzt“, beschreibt er, wie eine langjährige Ensemblekollegin ihm damals zur Hilfe kam. „Plattsprechen habe ich erst hier mit dem Theaterspielen gelernt“, gibt Martin Kock zu.

Leidenschaft für plattdeutsches Theater

Mitte der 90er-Jahre kam er als Bühnenbauer zu der Theatertruppe – seiner Frau zuliebe, die damals selbst als Schauspielerin mitwirkte. Inzwischen sind die Mundart und die Bretter, die die Welt bedeuten, für Kock untrennbar mit seinem Leben verbunden. „Hier in der Gegend gibt es ja einige Gruppen, die plattdeutsches Theater spielen. Das ist immer sehr schön, ich könnte mir das jede Woche angucken“, sagt er.

Termine

  • Seine Premiere feiert „Dat Katerfröhstück“ am Samstag, 18. Januar, 15.30 Uhr in der Aula der Bischöflichen Canisiusschule, Hindenburgallee 30 in Ahaus.
  • Weitere Termine sind Sonntag, 19. Januar, um 19.30 Uhr, Samstag, 25. Januar, um 19.30 Uhr sowie Sonntag, 26. Januar, um 15 Uhr und 19.30 Uhr.
  • Der Eintritt kostet sieben Euro pro Person, Karten gibt es im Vorverkauf bei Bastelbedarf Thiemann, Markt 3, und Bünings Grüne Schoppe, Industriestraße 1, in Ahaus.

Am schönsten aber – daraus macht Martin Kock keinen Hehl – ist es immer noch, wenn er selbst auf der Bühne steht. Bei der Welturaufführung von „Dat Katerfröhstück“ im Jahr 2001 waren viele Kollegen dabei, die in dieser Saison ihrer damaligen Rolle neues Leben einhauchen. „Text lernen ist aber trotzdem wieder dran“, sagt der Ahauser.

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Neue Idee für ein Stück

Doch dürfen die Fans des plattdeutschen Theaters sich in absehbarer Zeit auf einen neuen Streich des Multitalents freuen? „Eine Idee habe ich schon, aber die Zeit habe ich nicht. Ich schreibe auf jeden Fall noch ein Stück, ich weiß nur noch nicht wann“, erklärt Martin Kock. Bis dahin haben Theaterfans noch Gelegenheit, sich mit dem aktuellen Stück köstlich zu amüsieren.

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