Heinrich Blommel (kniend, r.) übergibt sein Amt als Vorsitzender der Graeser Landwirte an Martin Kortbuß (kniend, m.). Unterstützt wird Kortbuß von einem jungen Team. © Anna-Lena Haget
Landwirtversammlung

Martin Kortbuß steht ab sofort an der Spitze der Graeser Landwirte

Heinrich Blommel, der seit sieben Jahren die Geschicke des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Graes gelenkt hatte, übergibt sein Amt in jüngere Hände. Martin Kortbuß heißt der neue Vorsitzende.

„Es soll sich ein bisschen was verändern. Ich möchte als Vorsitzender nicht wieder antreten“, so Blommel in seiner Abschiedsansprache. Der scheidende Vorsitzende ließ seine Amtszeit Revue passieren. „Das hat riesig Spaß gemacht, aber es hat nur Spaß gemacht, weil ihr alle dabei wart“, resümierte er.

Besonders stolz zeigte Blommel sich darauf, dass es ihm gelungen war, den Tag des offenen Hofes 2016 nach Graes zu bringen. Ein weiteres Herzensprojekt, an dem sich die Landwirte beteiligt hatten, war jüngst die Flutopferhilfe für NRW. „Das Highlight war natürlich die Aktion im Ahrtal“, sagte der Landwirt. Nur sechs Tage nach der Katastrophe hatten sich Mitglieder des Ortsvereins, begleitet von einem Baggerunternehmen, mit Kippern und Schleppern auf den Weg in die von der Flut zerstörten Gebiete gemacht, um zu helfen.

Landwirte zeigen sich solidarisch

Doch nicht nur das: Gemeinsam mit den Landfrauen eröffneten die Landwirte spontan ein Spendenkonto, das sich binnen 14 Tagen füllte. „Da sind 10.000 Euro zusammengekommen. Das hat das, was wir erwartet haben, bei Weitem übertroffen“, zeigte sich Heinrich Blommel beeindruckt vom phänomenalen Ergebnis, das nun über die Aktion Lichtblicke den Flutopfern zugutekommt.

Einstimmig wählte das Forum anschließend einen neuen Vorsitzenden: Martin Kortbuß. Sein Vorgänger bleibt dem Verein jedoch als neuer Ortslandwirt erhalten. Aus dem Vorstand verabschiedeten sich bei der Winterversammlung gleich drei Personen. Beisitzer und langjähriger Ortslandwirt Josef Rudde, Kassenführer Eduard Söbbing und der stellvertretende Vorsitzende Hermann Elfering legen ihre Ämter nieder.

Junges Team gebildet

Ihnen folgt ein junges Team mit Christian Plate als neuem stellvertretenden Vorsitzenden und Lisa Ehler, die sowohl als Schriftführerin wie auch als auch Kassiererin fungieren wird. Neue Beisitzer wurden Hubert Gesing, Stefan Berning, Tobias Uhlenbrink und Mathias Vennekötter.

Auch die Ortsstellen, die künftig in der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW Graeser Interessen vertreten, wurden gewählt. Für Arbeitgeber sind dies der neue und alte Vorsitzende, die Arbeitnehmer vertritt Christopher Blommel.

Osterhasenaktion soll größer werden

Gemeinsam will der Vorstand auch 2022 die Osterhasenaktion anschieben, die im vergangenen Jahr erstmals gelaufen ist. „Letztes Jahr hatten wir sieben Stroh-Osterhasen, jetzt sollen es noch ein paar mehr werden“, rief Martin Kortbuß die Vereinsmitglieder auf, kreativ zu werden. Auch eine Radroute zu den Osterhasen rund um Graes soll wieder geplant werden.

Die Aktion „Ein Funken Hoffnung“ ist bereits früher geplant. 2020 hatten sich 20 Graeser Landwirte mit geschmückten Traktoren an der vorweihnachtlichen Lichterfahrt beteiligt. In diesem Jahr wollen sie wieder dabei sein, wie Kortbuß berichtete.

Explodierende Rohstoffpreise

Kreislandwirt Ludger Schulze Beiering sprach aus, was allen Landwirten derzeit schlaflose Nächte bereitet: Die Kosten für Energie und Rohstoffe explodieren, während die Preise fürs Vieh weiterhin ganz unten sind. „Die größte Katastrophe ist der Schweinemarkt, wo wir ein großes, schwarzes, klaffendes Loch haben“, erklärte Schulze Beiering.

Dafür machte er unter anderem die Afrikanische Schweinepest verantwortlich. Auch die Haltung der Verbraucher zum Tierwohl und die damit für die Züchter entstehenden Schwierigkeiten prangerte er an.

Insektenschutzpaket

Ein weiteres großes Thema ist das sogenannte Insektenschutzpaket, von dem im Kreis Borken 260 Hektar Land betroffen sind. Es sieht vor, weniger Pestizide in der Landwirtschaft zu erlauben, um Insekten mehr Lebensräume zu schaffen.

Die Graeser Bauern sehen hierin eine große Benachteiligung, auch weil sie freiwillig in diesem und dem vergangenen Jahr schon drei Hektar Blühstreifen angelegt haben, um Insekten eine Lebensgrundlage zu bieten.

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Anna-Lena Haget