Maßgeschneiderter Schutz für das Amtsvenn

Neuverpachtung

Im Amtsvenn und im Graeser Venn werden landwirtschaftliche Nutzflächen ab November 2014 neu verpachtet. Erträge und Großvieh spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es um die Kleinen: um Uferschnepfe, Kiebitz und Kammmolch und den Schutz ihrer Lebensräume.

AHAUS/GRAES

, 14.01.2014, 18:57 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine Moorschnucke im Graeser Venn: Eine Schafherde wird von der Biologischen Station Zwillbrock zur naturnahen Beweidung nicht verpachteter Flächen eingesetzt.

Eine Moorschnucke im Graeser Venn: Eine Schafherde wird von der Biologischen Station Zwillbrock zur naturnahen Beweidung nicht verpachteter Flächen eingesetzt.

Die Flächen hat das Land NRW bereits vor längerer Zeit erworben. Sie dürfen nur unter strengen Auflagen bewirtschaftet werden. Viehbesatz, Düngung und die Frage, wann und wie oft gemäht werden darf, sind genau geregelt. Das Bewirtschaftskonzept ist jetzt überarbeitet worden. Für jede Fläche gelten nun je nach Lage, Feuchte und Ausstattung mit Kleingewässern maßgeschneiderte Regeln. Um sie umsetzen zu können, wurden die bestehenden Pachtverträge mit Landwirten gekündigt. Ab dem kommenden Montag können sie sich Landwirte neu um die Flächen bewerben und sich von Mitarbeitern der Biologischen Station Zwillbrock über die Auflagen informieren lassen. Insgesamt stehen 450 Hektar landwirtschaftlicher Nutzflächen in den Naturschutzgebieten „Amtsvenn und Hündfelder Moor“ und „Eper-Graeser Venn“ zur Verpachtung an. Das entspricht mehr als 600 Fußballfeldern.

Die Flächen sind Bestandteil des europäischen Natura- 2000-Netzwerkes, das ist ein Netz von Schutzgebieten innerhalb der Europäischen Union. Sein Zweck ist der länderübergreifende Schutz gefährdeter wild lebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume. „Das Biotop ist außerordentlich interessant“, erklärte Elke Happe, Biologin und stellvertretende Geschäftsführerin der Biologischen Station Zwillbrock. Nicht nur Uferschnepfe, Kammmolch und Brachvogel biete der Feuchtwiesengürtel rund um das Moor einen Lebensraum. Auch viele Zugvögel, zum Beispiel die arktischen Gänse, machten auf der Durchreise hier Station.

Der Bestand der geschützten Arten, so Happe, sei stabil. Lediglich die Uferschnepfe bereite ein wenig Sorgen. „Aber ihr Rückgang ist ein europaweit zu beobachtendes Phänomen“, so Happe. Umso notwendiger sei der konsequente Schutz der Lebensräume. Happe: „Wir haben in der Vergangenheit im Naturschutz sehr gute Erfahrungen mit der Landwirtschaft gemacht.“ Persönliche Gespräche seien dabei besonders wichtig. Das gelte auch für die jetzt anstehende Vergabe der Pachtflächen. Zur Neuverpachtung der landeseigenen Flächen ab dem 1. November bieten die Bezirksregierung und die Biologische Station Zwillbrock eine Sprechstunde an: Termine: vom 20. bis 24. Januar und vom 27. bis 31. Januar, 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr im Sitzungsraum 2 im Rathaus der Stadt Gronau (zweite Etage), Konrad-Adenauer-Straße 1 Schon vorab beantwortet Gebietsbetreuer Christoph Rückriem Fragen zur Neuverpachtung unter Tel. (02564) 98 60 27 oder per E-Mail unter

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