Mehr als Verständnis dürfen die Atommüll-Gegner nicht erwarten

rnKommentar

Schwach- und mittelradioaktiver Müll soll in Ahaus statt bis 2020 nun bis 2057 gelagert werden. Die Erörterung darüber holt die Anti-Atom-Aktivisten auf den Boden der Tatsachen.

Ahaus

, 04.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Die Bezirksregierung Münster gab sich als Genehmigungsbehörde am ersten Tag des Erörterungstermins wirklich Mühe, nicht parteiisch zu wirken. Mit stoischer Ruhe arbeitete Verhandlungsleiter Guido Sondermann die Nebenkriegsschauplätze ab. Zum Beispiel die Bitten, kurzfristig noch Tischmikrofone zu kaufen oder die Plastikbecher gegen Gläser zu tauschen. Helfen konnte er nicht, aber Verständnis, das zeigte er. Wenn es jedoch um die Sache ging, blieb die Bezirksregierung knallhart.

Argumente vom Tisch gewischt

Eine Erörterung auf Augenhöhe gab es am Dienstag nicht – und das lag nicht nur an der erhöhten Sitzposition der Vertreter der Bezirksregierung. Die Anti-Atom-Aktivisten sahen so gut wie jedes ihrer Argumente mehr oder weniger vom Tisch gewischt. Ernst genommen zu werden, wie von der Bezirksregierung zugesagt, dieses Gefühl dürfte bei kaum einem Gegner aufgekommen sein.

Mal wurden Antworten übers Protokoll zugesagt, mal wurde auf Verfahrensvorschriften, rechtliche Regelungen oder sonstiges verwiesen.

„Ergebnis steht doch schon fest“

Eine Teilnehmerin unkte schon zur „Halbzeit“ der Erörterung, dass das Ergebnis doch schon von vornherein feststehe: Die Genehmigung zur Lagerung von schwach- und mittelradioaktiven Stoffen im Brennelemente-Zwischenlager werde bis 2057 verlängert.

Da passt ins Bild, dass die Bezirksregierung die Wahl des Veranstaltungsortes – das Audimaxx in Legden – damit begründete, theoretisch hätten alle 1155 Einwender teilnehmen können. Praktisch sah das so aus, dass in der ersten Pause nicht einmal für 40 Leute Kaffee bereitstand. Wirklich gut kalkuliert.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt