CDU-Bürgermeisterkandidat Räckers: „Wir wollen nicht nur meckern, sondern mitgestalten.“

rnKommunalwahl 2020

Wenn es nach dem Vorstand der Ahauser CDU geht, tritt Dr. Michael Räckers (38) bei der Bürgermeisterwahl 2020 gegen Karola Voß an. Im Interview gibt er sich zuversichtlich und kämpferisch.

Ahaus

, 29.11.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Katze ist aus dem Sack: Der Vorstand des CDU-Stadtverbands Ahaus hat für die Mitgliederversammlung am 16. Dezember einstimmig Michael Räckers als Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Ahaus für die Kommunalwahl 2020 vorgeschlagen. Falls er, wie erwartet, von den Mitgliedern am 16. Dezember bestätigt wird, ist er neben Amtsinhaberin Karola Voß der zweite Kandidat. Im Interview erklärt er, was ihn zu dieser Entscheidung bewogen hat und was die CDU aus der Wahlniederlage 2015 gelernt hat.

Herr Räckers, wie ist es dazu gekommen, dass Sie vom CDU-Vorstand ins Rennen geschickt werden?

Wir haben 2014 die Mehrheit im Rat und 2015 die Bürgermeisterwahl verloren. Danach haben wir uns auf einen Weg der Erneuerung gemacht. Es war der Zeitpunkt gekommen, sich neu zu sortieren. Und in diesem Zuge haben wir uns auch personell verändert. Wir haben viele neue und junge Kräfte installiert. Ich selbst bin 2016 zum Vorsitzenden gewählt worden. Wir haben insgesamt einen neuen Blick auf die Dinge entwickelt.

Und wann ist das erste Mal Ihr Name im Zusammenhang mit dem Amt des Ahauser Bürgermeisters gefallen?

Wir haben uns innerhalb der Partei schon seit längerer Zeit Gedanken gemacht, ob wir im Jahr 2020 einen eigenen Kandidaten stellen. Wir haben uns bewusst viel Zeit genommen, um mit den Ortsverbänden und innerhalb des Vorstandes die Details zu besprechen. Im Sommer war dann klar: Wir wollen einen eigenen Kandidaten stellen. Als ich gefragt wurde, konnte ich es mir gut vorstellen. Die finale Entscheidung ist Anfang dieser Woche gefallen. Aber natürlich war es keine spontane Entscheidung.

Warum wären Sie ein geeigneter Bürgermeister?

Mich treibt es an, Ideen voranzubringen. Ich bin in Vereinen aktiv, bei denen ich ebenfalls Projekte umgesetzt habe. Es ist nicht meine Art, immer nur über andere zu meckern und zu klagen. Ich pack lieber selbst an und habe klare Vorstellungen, wie man Ahaus vorantreiben kann. Außerdem bin ich ein guter Vermittler. Das habe ich sowohl in meinem Job als auch in meiner Partei bewiesen und das ist eine Stärke von mir. Wir wollen den Ahausern ein Angebot machen.

Was gehört noch zu Ihren Stärken?

Ich kann Menschen mit guten Argumenten überzeugen und Menschen mitnehmen. Außerdem bin ich sehr kommunikativ.

Wie zuversichtlich sind Sie, dass die CDU-Mitglieder Sie am 16. Dezember bestätigen?

Sehr zuversichtlich, sonst wäre ich nicht angetreten. Und die erste Resonanz seit der Bekanntgabe ist äußerst positiv. Das bestärkt mich natürlich in meiner Entscheidung und gibt einem ein gutes Gefühl. Das Vertrauen aus der Partei ist da.

Und wie sehen Sie dann Ihre Chancen mit Blick auf die Bürgermeisterwahl 2020?

Es ist eine schwierige Aufgabe, aber ich traue es mir zu, mit meinen Ideen Wählerinnen und Wählern zu überzeugen. Ahaus steht zwar gut da – das bestreitet keiner – aber es geht darum, diesen Status zu halten oder sogar noch zu verbessern.

Bei einem Sieg müssten Sie Ihren sehr guten Job als Geschäftsführer des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der WWU Münster ruhen lassen...

Keine Frage: Ich arbeite gerne da. Vielleicht werde ich die Arbeit auch vermissen. Aber ich würde mich natürlich sehr auf die Arbeit als Bürgermeister freuen. Meine Familie hat mich in meiner Entscheidung bestärkt, was mir persönlich sehr wichtig war. Ohne familiären Rückhalt geht es nicht.

Wie sehen Sie denn Ihre Chancen? Bisher steht nur Karola Voß als Kandidatin fest.

Es ist ein offenes Rennen. Wir wissen noch nicht, wie das Kandidaten-Tableau aussieht, es ist ja noch viel Zeit bis zur Wahl. Am Ende des Tages werde ich so oder so dafür kämpfen, Bürgermeister von Ahaus zu werden.

Wann beginnt der Wahlkampf, wenn wir davon ausgehen, dass Sie am 16. Dezember gewählt werden?

Am 17. Dezember (lacht). Ganz im Ernst: Ich würde natürlich sofort damit beginnen, das persönliche Gespräch zu suchen. Die Ideen und Slogans müssen natürlich noch im Detail erarbeitet werden. Allgemein wollen wir die Ahauser nicht mit neunmonatigem Dauerwahlkampf beschallen.

Was hat die CDU aus der Niederlage 2015 gelernt?

Wir haben intensiv aufgearbeitet, was damals passiert ist. Wir können es nur gemeinsam schaffen. Geschlossenheit ist das A und O. Es ist extrem wichtig, dass wir vom ersten bis zum letzten Tag kämpfen. Damals hat der Wahlkampf eine Dynamik bekommen, die nicht zu unseren Gunsten lief. Es wurde sehr viel über das Label „Unabhängigkeit und Parteilosigkeit“ diskutiert.

Wie stehen Sie dazu?

Parteien spielen eine wichtige Rolle. Diese Rolle müssen und wollen wir erklären. Parteien sind wichtig für die Willensbildung und Bildung von Mehrheiten.

Die sozialen Medien spielen im Wahlkampf eine immer wichtigere Rolle. Sind Sie darauf vorbereitet?

Social Media wird eine zentrale Rolle spielen, keine Frage. Facebook ist da sicher der wichtigste Kanal, aber auch Snapchat, Instagram oder Twitter. Noch wichtiger ist aber das persönliche Gespräch. Und das werden wir bei jeder Gelegenheit suchen.

Wie kann man die Politikverdrossenheit der jungen Menschen überwinden?

Indem wir ihre Wünsche, Ideen und Anregungen ernst nehmen. Was wünschen sie sich, damit sie hierbleiben oder sich niederlassen? Wie holen wir junge Menschen zurück, die für das Studium weggezogen sind? Reden hilft auch hier immer.

Sie selbst sind schon seit Ihrem 21. Lebensjahr in der CDU, waren vorher in der Jungen Union. Warum dieser frühe Schritt in die Politik?

Nach der verlorenen Bundestagswahl 2002 war es für mich der absolut logische Schritt. Eine wichtige Rolle hat auch Jens Spahn gespielt. Ich wollte auch damals den Wandel mitgestalten. Seitdem bin ich am Ball geblieben. Zunächst in Legden, wo ich aufgewachsen bin, dann in Ahaus.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt