Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Planungen ziehen sich hin

Ein Hochwasser, wie es weite Teile von Ahaus 2010 heimgesucht hat, möchte so niemand mehr erleben. Um zumindest etwas Schutz ringen gerade Fachplaner und Politiker. Der Plan: Ein Damm südwestlich des Adenauerrings, eine großflächig erweiterte Aa-Umflut sowie ein Damm östlich der K22 in Ottenstein. Wann diese Bauwerke stehen, liegt zurzeit aber noch vollkommen im Dunkeln.

AHAUS

, 06.10.2016, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Millionen Euro für den Hochwasserschutz

Kanalähnlich führt die Umflut in weiten Teilen um Ahaus herum. Im Rahmen des erneuerten Hochwasserschutzes soll sie umgestaltet werden: Die Auen sollen bis zu 60 Meter breit werden und so Überschwemmungsflächen und eine ökologischere Landschaft schaffen. Wann es so weit ist, kann im Moment noch niemand abschätzen.

"Wir wollen die Landschaft nicht komplett umpflügen. Sie sollen sie schließlich nachher noch wieder erkennen", erklärte Dr. Harald Wegener vom Ingenieurbüro Franz Fischer, am Mittwochabend in einer gemeinsamen Sitzung des Planungsausschusses und des Ausschusses für Landwirtschaft.

Im Süden der Kernstadt soll am Rand des Adenauerrings ein Damm gebaut werden. Gleichzeitig ist geplant, weite Teile der Umflut auf eine Breite von bis zu 60 Metern erweitert werden. Auf den so entstehenden Sekundärauen soll sich die Umflut im Falle eines Hochwassers ausbreiten können, ohne Schaden anzurichten. Für die Landwirtschaft gingen diese Flächen natürlich verloren. In Ottenstein soll ein Wall entlang der K22 zusammen mit einer rund 40 Meter breiten Sekundäraue das Wasser aus dem Ortskern halten und in Richtung eines Grabens ableiten.

Extreme nicht beherrschbar

Wegener schränkte die Erwartungen allerdings auch noch einmal ein: "Ein Extremereignis wie 2010 ist nicht beherrschbar." Auch sei die Hochwassergefahr nicht oberhalb von Ahaus zu lösen. "Wir können das Wasser dort nicht festhalten", sagte Harald Wegener. Die geplanten Umbauten könnten allerdings die Vorwarnzeit verlängern und Überlagerungen einzelner Flutwellen in der Stadt verhindern. Sowohl die Berechnungsgrundlage für die Schutzbauten als auch die Richtlinien für die Förderung orientieren sich an so genannten hundertjährlichen Hochwassern. Vorteil wäre, dass kleinere Hochwasser überhaupt nicht mehr ins Gewicht fallen würden, weil sie ohnehin in den vorgegebenen Flächen bleiben würden.

Fast gänzlich unabhängig sei die Stadt Ahaus von den Hochwasser-Schutzmaßnahmen außerhalb der Stadt: "Was in den Niederlanden passiert, hat keinen Einfluss in Ahaus. Das Wasser staut sich maximal bis an die Grenzen von Alstätte zurück", erklärte Harald Wegener. Auch in Richtung Vreden machte er sich keine Sorgen: "Da liegt zuviel freie Fläche dazwischen. Außerdem muss die Wasserbehörde ja ohnehin allen Planungen zustimmen und hat das gesamte Gewässer im Blick", erklärte er. "Der nächste Schritt ist nun die Information der Grundeigentümer und der Erwerb der Flächen", erklärte Baudezernent Georg Beckmann. Je nachdem welche Flächen die Stadt erwerben kann, sind in Details auch noch verschiedene Umplanungen möglich.

Noch kein Zeitansatz

Zeitlich mochte er das nicht vorerst nicht näher einschätzen. "Das ist so gut wie unmöglich zu takten", erklärte er den Ausschüssen. Erste Mittel für den geplanten Hochwasserschutz sollen jedenfalls in den kommenden Haushalt eingestellt werden. Auch die exakte Größe der Fläche, die gekauft werden muss, oder die genaue Verteilung der Kosten konnten weder Harald Wegener noch Georg Beckmann in der Sitzung nennen. Laut Vorlage sind rund 11,7 Millionen Euro für den Ausbau vorgesehen.

Am Ende entschieden sich beide Ausschüsse einstimmig für die Planung. Der Rat muss dem in der kommenden Sitzung noch zustimmen.

Lesen Sie jetzt