Milzentfernung endoskopisch heute kein Problem

13.05.2008, 18:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Dr. Kriegel im Gespräch mit einer Patientin.  MLZ-Foto Pier-Bohne</p>

<p>Dr. Kriegel im Gespräch mit einer Patientin. MLZ-Foto Pier-Bohne</p>

Ahaus Die erste endoskopische, so genannte Schlüsselloch-Milzentfernung, hat Dr. Thorsten Kriegel, neuer leitender Abteilungsarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, im Ahauser Krankenhaus vorgenommen. Die Patientin freute sich, konnte sie doch bereits nach drei Tagen das Krankenhaus erstaunlich fit wieder verlassen.

Noch vor Jahren hätte die Patientin, die unter einer zu starken Aktivität der Milz und dem damit verbundenen verstärkten Abbau von intakten Blutplättchen litt, rund zehn Tage im Krankenhaus verbringen müssen. Seinerzeit konnte eine Milz nur durch eine Bauchoperation mit einem langen Schnitt unter dem linken Rippenbogen entfernt werden. Die Vorteile der endoskopischen Milzentfernung seien nicht nur die schnelle Entlassung und der gute Zustand der Patientin, sondern auch geringere Schmerzen, frühere normale Ernährung, geringerer Blutverlust und keine Fremdkörper durch Clips, so der Viszeralchirurg Dr. Kriegel.

Nur kleiner Einschnitt

Bei der endoskopischen Vorgehensweise wird über einen kleinen Einschnitt am Bauchnabel ein optisches Gerät (Laparoskop) mit einer kleinen Videokamera eingeschoben. Um das Bauchgewölbe aufzuspannen und die Sicht zu verbessern, wird CO2-Gas eingeblasen.

Benötigte Instrumente werden über weitere kleinste Einschnitte in den Bauchraum eingeführt. Auf einem Monitor sieht der Operateur in Echtzeit das Operationsgebiet und kann den jeweiligen Eingriff durchführen. Meist werden am Ende der Operation Drainagesysteme zur Aufnahme von Flüssigkeit und Blut in den Bauchraum eingelegt. Die Schläuche können nach einigen Tagen wieder entfernt werden. MPB

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