Musikcafé Yesterday schließt Ende des Jahres endgültig

Keine Zukunft mehr

Das Musikcafé Yesterday schließt – schon wieder. Mitte August hatte Wirt Sebastian Terhaar den Zapfhahn eigentlich hochgedreht. Doch sein potenzieller Nachfolger sprang kurzfristig wieder ab. Jetzt will der Wirt das Lokal doch wieder öffnen – aber nur bis Ende des Jahres.

AHAUS

, 01.09.2016, 18:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wirt Sebastian Terhaar und Geschäftsführerin Heike Böckmann sehen für die Kneipe in Ahaus keine Zukunft mehr. Nachdem ein Nachfolger abgesprungen ist, sollen im Musikcafé Yesterday Ende des Jahres endgültig die Lichter ausgehen.

Wirt Sebastian Terhaar und Geschäftsführerin Heike Böckmann sehen für die Kneipe in Ahaus keine Zukunft mehr. Nachdem ein Nachfolger abgesprungen ist, sollen im Musikcafé Yesterday Ende des Jahres endgültig die Lichter ausgehen.

Eigentlich war für Sebastian Terhaar alles klar: Er wollte seinen Betrieb schließen. Ein Nachfolger hatte angekündigt, in dem Lokal an der Königstraße ab 1. September eine Shishabar zu eröffnen. Aber der sprang kurzfristig wieder ab. Doch bis Ende des Jahres läuft noch Terhaars Pachtvertrag. So lange will er am Wochenende noch öffnen – auch wenn sich der Betrieb eigentlich schon seit Jahren kaum noch lohne. Seit zwölfeinhalb Jahren betreibt Sebastian Terhaar das Musikcafé. „Am Anfang war ich Wirt aus Leidenschaft“, sagt er beim Blick zurück. Doch das ist für ihn schon lange her.

Andere Zeiten

„Die Zeiten haben sich geändert“, sagt er. Der Gang in die Kneipe an der Ecke gehöre einfach nicht mehr zum Alltag der Menschen. Terhaar hält sein Smartphone zwischen zwei Fingern in die Luft: „Früher kamen die Leute an den Tresen, um sich zu unterhalten und Bekannte zu treffen. Heute machen sie das vom Sofa mit ihrem Handy.“ Gleichzeitig werde das Freizeitangebot immer größer: „Früher gab es einige wenige Höhepunkte im Jahr: Karpaten, die Beachparty an der Haarmühle, Stephanus, Livehaftig und das Stadtfest“, sagt Terhaar. Heute sei an jedem Wochenende irgendwo etwas los.

„Als kleine Kneipe kann ich da nicht mithalten“, sagt er. Auch die Aktionen, die er bei sich im Laden angeboten hat, hätten sich schnell totgelaufen. „Im ersten Jahr ist das etwas besonderes, im Zweiten kommen schon weniger, im Dritten lohnt es sich nicht mehr“, sagt er. Zuletzt hat ihm das Nichtraucherschutzgesetz endgültig das wirtschaftliche Genick gebrochen. „Da ist noch einmal ein Drittel des Umsatzes weggebrochen“, sagt er.

Teurer Umbau

Für einen aufwendigen Umbau fehlt das Geld: „Um hier eine komplett neue Inneneinrichtung hereinzubekommen, bräuchte man sicherlich über 80 000 Euro“, erklärt der Wirt und blickt zwischen schummeriger Beleuchtung, gedrechselten Holzpfosten und den weiß verputzen Wänden durch den Schankraum. Bei einer Bank brauche er es jedoch gar nicht zu versuchen. „Kredite gibt es für die Gastronomie nicht mehr“, sagt er und zieht jetzt die Bremse.

Den Platz hinter dem Tresen räumt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Ich möchte die Zeit nicht missen, aber jetzt ist sie eben vorbei.“ Bis Ende des Jahres öffnet er jetzt wieder. „Bis dahin läuft schließlich mein Vertrag“, sagt er. Dann sei aber definitiv Schluss für ihn. Für die Zeit danach hat er schon eine Perspektive. Der 38-Jährige hat eine Festanstellung in Aussicht – fernab der Gastronomie. Einen Nachfolger für das Yesterday gibt es derweil noch nicht.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt