Musikverein Wüllen setzt bei Konzert auf selbstgebaute Urlaubsgefühle

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Das ist eine besonders kreative Idee, die der Musikverein Wüllen in die Tat umsetzt. Für ein Openair-Konzert auf dem Festplatz Wüllen sind die Musiker seit Wochen als Handwerker im Einsatz.

Ahaus

, 23.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Trotz Corona steht in Wüllen schon bald ein ganz besonderes Event an. Die Openair-Veranstaltung soll ein besonderer Mix aus Musik, Gastronomie und einem großen Hauch Urlaubsgefühlen werden. Und Letzteres hat vor allem damit zu tun, was schon seit einigen Wochen Stück für Stück beim Musikverein Wüllen in mühevoller Handarbeit entsteht.

Wer kennt sie nicht vom Nord- oder Osteeurlaub: Strandkörbe. Praktisch, bequem und bestens zum Entspannen geeignet. Und genau diese Körbe sollen beim großen Konzertwochenende (5. und 6. September) vom Musikverein Wüllen und den Grenzländer Musikanten in Kooperation mit zwei Gastrounternehmen auf dem Festplatz für ein ganz besonderes Ambiente sorgen.

30 Strandkörbe werden gebaut

Im Halbkreis um den Festplatz herum sollen sie stehen, die Strandkörbe. 30 Stück sollen es sein, wie Dirigent Christoph Harpers vom Musikverein verrät.

Und wer denkt, der Musikverein habe sich die Körbe nur per Leihe für das Event organisiert, der liegt ganz daneben. „Das war die zwar die erste Idee, die hat sich aber nicht realisieren lassen“, sagt Christoph Harpers.

Lokale Unternehmen unterstützen den Musikverein Wüllen tatkräftig bei der Umsetzung der Idee, schließlich braucht es dafür Material und die richtigen Maschinen.

Lokale Unternehmen unterstützen den Musikverein Wüllen tatkräftig bei der Umsetzung der Idee, schließlich braucht es dafür Material und die richtigen Maschinen. © Privat

Doch Aufgeben war mal so gar keine Option für die engagierten Musiker. Also entschlossen sie sich kurzerhand vor einigen Wochen dazu, die Strandkörbe einfach selbst zu bauen. „Wir haben ein paar Handwerker, aber anpacken kann jeder“, so Christoph Harpers.

Proben ohne Auftritte sind nicht das Wahre

Doch kurz einen Schritt zurück. Wie kam es überhaupt zu der Idee der Openair-Veranstaltung und der Sache mit den Strandkörben? Christoph Harpers muss keine Sekunde überlegen, um auf die erste Frage zu antworten. „Wir hatten trotz Corona richtig gut besuchte Proben. Und da hab ich mir gedacht: Es muss was passieren, ohne Ziel proben ist nicht das Wahre.“

Gesagt, getan. Schnell habe man sich mit den Gastronomen kurzgeschlossen. Dabei tragen diese, so erklärt es Harpers, das finanzielle Risiko und sind für die (Hygiene-) Konzeptumsetzung verantwortlich. „Dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Darum wollten wir wenigstens das passende Ambiente schaffen.“

Es ist ein großes Gemeinschaftsprojekt

Und damit wären wir bei den besagten Strandkörben. Die Idee selbst habe man sich bei einem Großevent in Mönchengladbach abgeschaut. Zentraler Unterschied: Die Musiker bauen ihre Körbe selbst.

„Es ist ein tolles Gemeinschaftsprojekt. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Es ist fantastisch, was sie hier seit Wochen leisten“, so Christoph Harpers.

Ohne die große Hilfe der lokalen Unternehmen wäre das Projekt "Strandkörbe" kaum realisierbar gewesen.

Ohne die große Hilfe der lokalen Unternehmen wäre das Projekt "Strandkörbe" kaum realisierbar gewesen. © Privat

Samstag für Samstag und gerne auch mal ein bis zweit Tage unter der Woche nach dem Feierabend arbeiten die Musiker an der Herstellung der 30 Strandkörbe. Dabei erhalten sie „großartige Unterstützung“ von zwei heimischen Unternehmen. Schließlich braucht es für den Bau die passenden Maschinen, Werkzeuge und Material.

Die Arbeiten liegen in den letzten Zügen

Der Clou: Ein Großteil des Materials stellte ein Unternehmen zur Verfügung. „Das waren Holzreste, für die es sonst keine richtige Verwendung gegeben hätte.“

Obendrein durften die fleißigen Helfer des Musikvereins das Material auch vor Ort zuschneiden. „Das war schon klasse so.“ Farbe, Europaletten (Boden) und Polster mussten natürlich dazugekauft werden.

Aktuell liegen die Arbeiten an den Körben in den letzten Zügen. Streichen steht an. Und wie durchdacht das ganze Konzept ist, zeigt sich auch daran, dass bereits ein Großteil der Strandkörbe verkauft ist. Zum Konzert stehen die Körbe praktisch als Leihgabe auf dem Festplatz. „So ist eine richtige Nachhaltigkeit gewährleistet“, sagt Christoph Harpers.

Nur das Wetter ist die große Unbekannte

Und die viele Arbeit? Ist das gar kein Problem? „Nein, überhaupt nicht. Wir sind so glücklich und dankbar, dass wir wieder spielen dürfen und so gut unterstützt werden, dass das leicht von der Hand geht.“

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Und wegen Corona sei man ohnehin optimistisch, das Konzert ausrichten zu können. „Wir werden alle Hygienevorschriften einhalten. Strandkörbe sind auch deshalb ideal, weil so zueinander gut der Abstand eingehalten werden kann“, sagt Christoph Harpers. Lediglich das Wetter ist die große Unbekannte. „So ist das eben bei Openair-Veranstaltungen. Wir hoffen das Beste.“

Der Vorverkauft läuft bereits

Wichtig für alle Interessierten: Der Kartenvorverkauf läuft. Für den Samstag (5. September, 19 Uhr), an dem der Musikverein Wüllen auftritt, gibt es nur noch ein paar Restkarten. Für den Sonntag (6. September, 11 Uhr) mit den Grenzländer Musikanten gibt es im Moment noch ausreichend Karten.

So sehen sie aus: die fertigen Strandkörbe Marke Eigenbau. 30 Stück sollen es mal werden.

So sehen sie aus: die fertigen Strandkörbe Marke Eigenbau. 30 Stück sollen es mal werden. © Privat

Die Karten kosten 15 Euro, darin enthalten sind auch fünf Euro Verzehr. Der Vorverkauf läuft über die Gaststätte Hoestenpumpe (hoeste.app), GastroTec, Tel. (02561) 98 70 36 oder Christoph Harpers, Tel. (0177) 799 58 17, oder per E-Mail (harpers@web.de).

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