Nach 16 Jahren ist im Skatepark der Lack ab – Jugendliche reagieren

rnSkatepark in Ahaus

2003 wurde der Skatepark im Freizeitgelände Ork eingeweiht. Nach und nach wurden die Elemente beschmiert. Ein zweitägiges Graffiti-Projekt mit den aktiven Skatern schuf jetzt Abhilfe.

Ahaus

, 28.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Juli 2003, weihte der damalige Ahauser Bürgermeister Dr. Dirk Korte den Skatepark im Freizeitgelände Ork ein. Korte mahnte, die Anlage pfleglich zu behandeln, schließlich wolle man noch lange etwas davon haben. 16 Jahre später ist doch ein wenig der Lack ab. Schmierereien an der Halfpipe, Macken in der Ramp, Risse im Asphalt – die Zeit ist reif für einen neuen Anstrich, mindestens.

Über zwei Tage, am Montag und Dienstag, lief ein Graffiti-Projekt im Skatepark. Laura Hakvoort von der aufsuchenden Jugendarbeit des Jugendwerks betreute das Vorhaben gemeinsam mit dem Graffitikünstler Bennet Grüttner aus Münster. Zusammen mit Jugendlichen, die den Skatepark in ihrer Freizeit regelmäßig nutzen, verschönerten sie die Rampen mit Farbe.

Graffiti-Projekt

„Die Idee kam von den Skatern“, erklärte Laura Hakvoort. Ihnen habe die Anlage wegen der vielen Schmierereien nicht mehr so gefallen. Nach mehreren Gesprächen sei das Jugendwerk zu dem Ergebnis gekommen, ein Graffiti-Projekt für die Skater anzubieten. „So können sie als Nutzer ihren Sozialraum selbst mitgestalten.“

Die Skater kamen mit Bennet Grüttner auf die Idee, verschiedene Welten auf die einzelnen Rampen und Skater-Elemente zu sprühen. „Wir haben uns darauf beschränkt, nur die Flächen zu besprühen, über die man nicht unbedingt fährt“, erläuterte der Designer und Graffitisprüher. Schließlich solle die Kunst ein wenig länger halten.

Verschiedene Welten

So war am Montag das Grundieren der Seitenflächen mit Fassadenfarbe der Hauptprogrammpunkt. Danach übten die Skater noch den Umgang mit der Sprühdose. Am Dienstag gestalteten sie die „Einhornwelt“, die „Unterwasserwelt“, einen Dschungel, Flammen, eine „Galaxie“ und ein Gebirge. Bennet Grüttner: „Wir wollten das nicht kunterbunt bemalen, sondern nach einem Konzept. Meist hilft das auch als Prävention, damit die Kunstwerke nicht vollgeschmiert werden.“

Die am Montag und Dienstag aktiven Jugendlichen blickten schon nach der Hälfte der Arbeit mit ganz anderen Augen auf die Anlage. „Die sah doch echt heruntergekommen aus, jetzt macht das Skaten wieder mehr Spaß“, hieß es. Der Skatepark habe ja schon einige Jahre auf dem Buckel. Viel sei nach der Eröffnung nicht mehr daran gemacht worden.

Aktive Skater-Szene

Einer der Skater, Ilkan Kundakci, berichtete von einer aktiven Ahauser Skater-Szene. Die Altersspanne reiche von vier- bis zwölfjährigen Kindern über Jugendliche bis hin zu Erwachsenen im Alter von 25 Jahren. „Es ist eigentlich immer jemand hier.“ Das berichtete auch Laura Hakvoort. „Hier treffen sich Jugendliche nicht nur zum Skaten, sondern auch zum Chillen.“

Das Jugendwerk sei ein- bis zweimal die Woche vor Ort. Dabei hörte sich Laura Hakvoort am Montag und Dienstag auch die Wünsche der Jugendlichen an. Sie könnten gut auf die große Rampe verzichten, die „viel zu huckelig“ sei und eine enorme Sturzgefahr aufweise. „Uns wäre eine weitere Mini-Ramp lieber“, sagte Ilkan Kundakci. Auch die Risse im Asphalt und Macken in den Rampen stören. „Wir werden darüber mit der Stadtverwaltung reden“, versprach Laura Hakvoort.

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