Nachwuchs in Weiß gesucht

Ahaus Weißer Kittel, graue Haare - so sieht der durchschnittliche Ahauser Hausarzt aus: 70 Prozent aller Allrounder der Medizin, die sich in Ahaus niedergelassen haben, sind inzwischen älter als 50 Jahre. Jünger als 40 ist niemand.

13.07.2007, 20:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dieses etwas in die Jahre gekommene Bild der Ahauser Ärzteschaft zeichnet die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe - nicht nur für Ahaus (Münsterland Zeitung berichtete). In zehn, spätestens 15 Jahren drohe in NRW ein Ärztemangel. Eine Befürchtung, der sich auch der Ärzteverein des Altkreises Ahaus anschließt.

Der "Schuldige" ist schnell ausgemacht: das Gesundheitssystem. Gerade auf dem Land sei es wirtschaftlich wenig attraktiv, sich selbstständig zu machen. Potenzielle Nachfolger gingen lieber ins Ausland, wo sie weniger Arbeit und bessere Bezahlung erwarten. Nicht zuletzt um auf diese Situation hinzuweisen, sind die Ärzte im vergangenen Dezember zu Füßen des Ahauser Mahners auf die Straße gegangen.

Jederzeit könnte sich in Ahaus und in den Nachbarorten zurzeit ein Hausarzt niederlassen - ohne Wartezeit. Die sieht die seit 1993 geltenden "gesetzlichen Bedarfsplanung" nur in "überversorgten" Kreisen vor. Dazu gehörte Ahaus zwar auch in den 90er Jahren nicht, dennoch gab es eine leichte Überversorgung: 13 Hausärzte praktizierten 1991 tatsächlich - einer mehr, als es der Soll-Wert vorsah.

Der derzeitige Ärztemangel lässt sich auch bei einigen niedergelassenen Fachärzten beobachten, mehrheitlich zeigt der Bedarfsplan aber eine leichte Überversorgung. sy-

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