Neue Bildungsgänge für Ergo- und Physiotherapie am Canisiusstift Ahaus

Bildungsakademie

Die neu gegründete Bildungsakademie Canisiusstift hat seit dieser Woche eine Leitung. Ab Oktober sollen in den Räumen des Canisiusstifts Ergo- und Physiotherapeuten ausgebildet werden.

Ahaus

06.05.2021, 17:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Geschäftsführer Andreas Pfläging (l.) hat Detlef Katzki als neuen Leiter der Bildungsakademie Canisiusstift begrüßt. Er wird die Schule für Ergo- und Physiotherapeuten aufbauen.

Geschäftsführer Andreas Pfläging (l.) hat Detlef Katzki als neuen Leiter der Bildungsakademie Canisiusstift begrüßt. Er wird die Schule für Ergo- und Physiotherapeuten aufbauen. © SMMP/Ulrich Bock

Gleich zwei Neuerungen gibt es am Ahauser Canisiusstift: Ab dem kommenden Oktober können sich Interessierte dort zu Ergo- und Physiotherapeuten ausbilden lassen und gleichzeitig bekommt es einen neuen Leiter für die Bildungsakademie für Therapieberufe am Canisiusstift. „Die ersten Bewerbungen für die Ausbildungsplätze liegen uns vor. Mit 20 weiteren Interessenten sind wir bereits im Gespräch“, berichtet Andreas Pfläging. Er selbst leite die Bildungsakademie für Therapieberufe am Bergkloster Bestwig im Sauerland, heißt es in einer Pressemitteilung des Canisiusstifts.

Dieses Erfolgsmodell wolle die Ordensgemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, die auch Alleingesellschafterin des Berufskollegs Canisiusstift ist, jetzt ins Münsterland tragen. Bei der Bezirksregierung Münster werden daher 24 Ausbildungsplätze für die Physiotherapie und 18 für die Ergotherapie beantragt.

Einmalig im Westmünsterland

„Der Standort ist optimal: In diesem Teil des Münsterlandes gibt es bisher keine Schulen zur Ausbildung von Therapeuten. Und der Bedarf wächst. Hier sind die erforderlichen Räume vorhanden. Gleichzeitig hat das Berufskolleg den Schwerpunkt Erziehung und Gesundheit. Diese Bildungsgänge bilden zum Teil eine optimale Vorbereitung auf das Angebot unserer Akademie“, so der Geschäftsführer.

Auch Detlef Katzki sieht darin gute Voraussetzungen. Er hat bereits drei Therapie-Schulen in Bonn, Neuss und Mönchengladbach aufgebaut und geleitet und kann die Situation gut beurteilen. „Wir sind froh, mit Detlef Katzki einen erfahrenen Profi, also quasi einen alten Hasen, für diese anspruchsvolle Aufgabe gefunden zu haben“, freut sich Geschäftsführer Andreas Pfläging.

Neue Herausforderung

Zudem engagiere Katzki sich seit 1987 im Deutschen Verband für Physiotherapie. Seit 2001 gehört er dem Vorstand des Landesverbandes NRW an. Derzeit ist er stellvertretender Vorsitzender. „Ich habe mich sehr gefreut, dass ich mich jetzt noch einmal einer solchen Herausforderung stellen darf. Sie reizt mich sehr“, erklärt der 62-Jährige.

Andreas Pfläging bezeichnet Detlef Katzki als Glücksfall. „Wir kennen uns schon lange aus der Arbeit im Verband leitender Lehrkräfte an Physiotherapieschulen. Dort habe ich ihn als Fachmann kennen- und als guten Kollegen sehr schätzen gelernt.“ Detlef Katzki bringe viel Erfahrung mit, eine solche Schule aufzubauen – und auch noch genügend Perspektive, sie zu leiten, bis die ersten Jahrgänge ihre Abschlüsse machen.

Spannende Vita

Darüber hinaus habe ihn seine spannende Vita geprägt. Geboren in Cleveland im amerikanischen Bundesstaat Ohio als Sohn eines Mitarbeiters im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik, zog er mit seiner Familie häufiger um, verbrachte auch drei Jahre seiner Kindheit in Ghana, drei weitere in Mauretanien und vier Jahre in der Türkei.

„Ich kam erst mit der Versetzung meines Vaters nach Bonn im Alter von 16 Jahren nach Deutschland und habe hier mein Abitur gemacht“, erklärt er. Die Lebensabschnitte in den anderen Ländern hätten ihn vor allem gelehrt, gelassen zu bleiben und die Ruhe zu bewahren.

Viel Erfahrung in der Branche

Als ausgebildeter Pflegehelfer und Krankengymnast führte Detlef Katzki zunächst in Meckenheim eine eigene Praxis für Physiotherapie. „Und als 1989 in Bonn eine Schule erst für Physiotherapeuten und etwas zeitversetzt für Ergotherapeuten öffnete, habe ich mich direkt auf die Leitung beworben – und wurde genommen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Daraufhin erwarb er die pädagogische Qualifikation. Und mit 52 Jahren studierte er berufsbegleitend noch Medizin-Ökonomie. Diesen Studiengang beendete er mit dem Bachelor-Abschluss.

Fünffacher Großvater

Detlef Katzki ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und inzwischen fünf Enkel. Er lebt weiterhin in Meckenheim am Rhein. „Das liegt nicht um die Ecke. Aber das Pendeln und Fahren bin ich gewohnt“, erklärt Detlef Katzki, der sehr genau weiß, worauf er sich einlässt.

Daher hat er schon sehr konkrete Vorstellungen, was als Erstes zu tun ist: „Zunächst geht es um die Akquise von Lehrenden und Lernenden, ebenso um die Gewinnung von Partnern – etwa, um ausreichend Praxisplätze für unsere Auszubildenden zu haben. Und da ist ja schon einiges passiert, wie die vorliegenden Bewerbungen zeigen.“

Auch die Homepage der Bildungsakademie ist bereits online. (www.bildungsakademie-canisiusstift.de)
Lesen Sie jetzt