Neue Grabformen auf dem Ahauser Friedhof

Hauptsache pflegeleicht

Immer mehr Menschen werden nicht mehr in einem klassischen Erdgrab bestattet. Gründe dafür gibt es viele: Oft wohnen Angehörige weit weg, oder es fehlt einfach die Zeit, sich um die familiäre Grabstelle zu kümmern. Eine Entwicklung, die jetzt auch auf dem Friedhof in Ahaus sichtbar wird.

AHAUS

01.09.2017, 18:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Blick auf die Urnenreihengräber – das Umfeld ist jahreszeitlich gestaltet.

Ein Blick auf die Urnenreihengräber – das Umfeld ist jahreszeitlich gestaltet.

Dort sind zur bisherigen einzigen pflegefreien Alternative in Form von Rasengräbern drei weitere hinzugekommen: Die neue Sarggemeinschaftsgrabanlage: Möglich sind hier Reihen-, aber auch Wahlgrabstellen. Je nach Wunsch können diese Grabstätten teilweise noch individuell bepflanzt werden. Ansonsten übernimmt die Stadt Ahaus die vollständige Bepflanzung und Pflege des Grabes. Das Grabmal wird allerdings von den Angehörigen selbst ausgewählt.

Reihengrabstätten

Die Reihengrabstätten werden immer der Reihe nach für die Dauer der Ruhezeit von 25 Jahren belegt ohne die Möglichkeit des Wiedererwerbs. Wahlgrabstätten hingegen werden für die Dauer von 30 Jahren vergeben, wobei anschließend ein Wiedererwerb möglich ist. Es können gleich mehrere Stellen nebeneinander erworben werden, damit zum Beispiel Ehepartner Seite an Seite beigesetzt werden können.

Urnenreihengräber in der neu gestalteten Gemeinschaftsgrabanlage: Die gesamte Gestaltung und Pflege des Grabfeldes erfolgt durch die Stadt. Die Urnen werden nicht einzeln mit Denkmälern versehen, sondern es werden durch den Friedhofsträger Gedenktafeln auf Natursteinstelen angebracht.

Baumbestattungsgräber für die Beisetzung von bis zu zwei Urnen in einer Wahlgrabstelle: Auch hier übernimmt die Stadt vollständig Gestaltung und Pflege, wobei jede Grabstelle vom Friedhofsträger mit einem beschrifteten Pultstein versehen wird. Pro Grabstelle können zwei Urnen nebeneinander beigesetzt werden.

Die neuen Angebote auf dem Ahauser Friedhof decken sich auch mit den Erfahrungen von Bestatter Winfried Pomberg: „War früher die Erdbestattung die Regel, hat heute die Feuerbestattung deutlich zugenommen.“ Das kann Fabian Wellers von der Stadt Ahaus mit Zahlen belegen: 2014 gab es 51 Urnenbestattungen, 2015 69 und 2016 waren es 85. Erdbestattungen waren in diesem Zeitraum allerdings auf gleichem Niveau: 103 (2014), 102 (2015) und 102 (2016).

Genauso zugenommen habe laut Pomberg der Wunsch nach rechtzeitiger Information und Vorsorge. Und das quer durch alle Altersgruppen. Ganz oben stehe bei den meisten der Wunsch, dass die Grabstelle möglichst pflegefrei sein solle. Ein Motiv sei oft, dass man Kindern oder Angehörigen nicht zur Last fallen wolle.

Kosten und Gebühren

In der Sarggemeinschaftsgrabanlage beträgt die Gebühr für das Nutzungsrecht an einer einzelnen Grabstelle für das Reihengrab 1982 und für eine Wahlgrabstelle 2775 Euro. Mit dieser Gebühr ist die Pflege des Grabes durch den Friedhofsträger für die gesamte Nutzungszeit abgegolten.

Bei den Urnenreihengräbern fallen für das 25-jährige Nutzungsrecht inklusive der Grabpflege 923 Euro zuzüglich 164 Euro für die Gedenktafel an.

Die Gebühr bei den Baumbestattungsgräbern beträgt für das 30-jährige Nutzungsrecht inklusive der Grabpflege 1859 Euro zuzüglich 320 Euro für den Pultstein.

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