Noch kein Favorit fürs Logo

Vertagt bis zur Ratssitzung

Wer steht in Zukunft hinter der Theke des Kulturcafés Logo am Ahauser Bahnhof? Der Kulturausschuss sollte darüber in seiner Sitzung am Montagabend sprechen. Drei Konzepte wurden dann auch dort vorgestellt. Auf einen Favoriten konnte sich der Ausschuss bisher aber noch nicht einigen. Das soll erst in der Ratssitzung passieren.

Ahaus

, 21.03.2017, 18:57 Uhr / Lesedauer: 3 min
Noch kein Favorit fürs Logo

Wann gehen im Logo die Lichter wieder an? Donnerstagabend will der Rat ab 19 Uhr darüber entscheiden, wer die Nachfolge hinter der Theke im Kulturcafé Logo antritt.

Konzept 1

Martin Schiedemann und Bert Voogd: Unter dem Motto "Das Logo lebt" stellte Martin Schiedemann in der Sitzung seine Idee von der Zukunft des Logos vor: Gastronomie von Frühstück über Mittag- und Abendessen, Außengastronomie, regelmäßige Live-Events, Ü-30-Partys, Raum für Musikschule oder -vereine, Angebote für Ahauser Jugendliche und ein unveränderter Vertrag mit der Musikerinitiative Ahaus. Ein Umbau sei nicht nötig. "Das, was wir dort vorhaben, bekommen wir auch ohne großen Umbau hin", erklärte er. Auf der Karte sollen in erster Linie verschiedene Burger und wechselnde Eintöpfe stehen. Zwar sei er kein ausgebildeter Koch, allerdings habe er jahrelang in der Gastronomie gearbeitet: Mit seinem Partner strebt er einen zehnjährigen Pachtvertrag an. "Wenn die Stadt ihn so lange nicht gewähren will, müsste eine Verlängerungsoption drin stehen", sagte er. Zuschüsse von der Stadt habe er erst einmal nicht eingeplant.

Konzept 2

Clemens Beckers und Andreas Tenbeitel: Drei Dinge stehen zentral in diesem Konzept: Der unveränderte Umgang mit der Mia, eine Gastronomie, die das Logo zum Eingang zur Stadt machen soll und regelmäßige Veranstaltungen. Auf Nachfrage erklärte Andreas Tenbeitel, dass für dieses Duo nur ein Kauf des Gebäudes in Kombination mit einer Erbzinsregelung in Frage komme. "Es sind eine Menge Investitionen in das Gebäude notwendig. Die sollen auf unser Risiko laufen. Dann muss sich nachher auch niemand darüber unterhalten, wer was eingebaut und bezahlt hat", sagte er. Wie sie sich den Betrieb vorstellen, wollte Franz Benölken (CDU) wissen. Schließlich sei das Logo ja in den vergangenen Jahren ordentlich "heruntergewirtschaftet" worden. Selbst wollen beide nicht hinter der Theke stehen. "Wir haben ein Eigeninteresse, dass der Laden läuft und sich die Investition amortisiert", so Clemens Beckers. Das Logo wollen sie weiterverpachten. Gespräche mit Betreibern seien bereits geführt. Mit der Mia haben sie nicht geredet. "Weil für uns klar ist, dass die Arbeit der Mia in diesen Räumen unantastbar ist", sagte Clemens Beckers. "In den nächsten fünf Jahren wollen wir darüber nicht nachdenken", schränkte Tenbeitel die Aussage seines Partners noch ein. Wie lang das Logo täglich geöffnet sein soll oder wie die Öffnungszeiten genau gestaltet werden, ließen sie offen.

Konzept 3

Andrea und Reiner Buss: Reiner Buss ist zurzeit im Urlaub und ließ sein Konzept daher vom Beigeordneten Werner Leuker vorlesen. Buss plant den Kauf des gesamten Gebäudes mit der kompletten Technik sowie die Übernahme der Grundstücke in Erbpacht. Das Logo möchte er dann an Berthold Elsing und Gonda Nobbe-Elsing verpachten. Die Betreiber des Attic und der Musikschule Jam hatten sich zu Beginn der Nachfolgersuche selbst um das Logo beworben, waren dann aber vorzeitig ausgeschieden (Münsterland Zeitung berichtete). Das Logo solle als Ergänzung zu bestehenden Einrichtungen in Ahaus betrieben werden, ließ Reiner Buss verkünden. Die Außenflächen sollen aufgewertet, regelmäßige Veranstaltungen wieder angeboten werden. Die Zusammenarbeit mit der Mia stand laut Konzept auch für ihn außer Frage. Negativ sahen die Politiker an diesem Konzept: Die Konkurrenzsituation zwischen der privaten Musikschule Jam und der städtischen Musikschule. Denn auch die Angebote der Musikschule könnten demnach in die Räume des Logo umziehen. "Diese Konkurrenz ist ein Punkt, den ich eindeutig nicht so positiv sehe", sagte Franz Benölken (CDU).

Im öffentlichen Teil der Sitzung einigte sich der Kulturausschuss schließlich nur auf drei Eckpunkte für einen zukünftigen Betreiber (siehe Infokasten). Für die Punkte stimmten die Ausschussmitglieder der CDU und FDP. SPD und UWG enthielten sich geschlossen (10 zu 9).

Ein klarer Favorit bildete sich in der Sitzung des Kulturausschusses nicht heraus - auch nicht im nicht-öffentlichen Teil. Wie es aus den Reihen der Politiker gegenüber der Münsterland Zeitung hieß, seien die finanziellen Daten der Angebote am Ende nicht vergleichbar gewesen. Das soll die Verwaltung bis zur Ratssitzung Donnerstagabend aufarbeiten. Dann will der Rat über die Nachfolge für das Logo entscheiden.

Die Musikerinitiative Ahaus (MIA) behält das Recht zur mietfreien Nutzung ihrer Räume im Logo-Gebäude und darf auf der Bühne eigene Veranstaltungen durchführen.
Der zukünftige Betreiber verpflichtet sich, weiterhin kulturelle Veranstaltungen für alle Alters- und Gesellschaftsgruppen durchzuführen.
Im Kulturcafé Logo wird ein gastronomisches Angebot für Fahrgäste von Bahnhof und Busbahnhof, weitere Besucher und Gäste der kulturellen Veranstaltungen vorgehalten. 

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