NRW-Verkehrsminister macht Busunternehmen keine Hoffnung auf Corona-Lockerungen

rnMinister Hendrik Wüst

Das Busunternehmen Boonk Reisen wurde von der Corona-Krise heftig getroffen. Heinz-Jürgen Boonk berichtete NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst über den Ernst der Lage.

Ahaus

, 14.08.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verfahren hatte sich der Chauffeur von NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst am Mittwochabend nicht. Die 30-minütige Verspätung hatte terminliche Gründe. Dr. Heiner Hollekamp vom Wüllener CDU-Ortsverband nordete den Landesminister beim Termin mit dem Busunternehmen Boonk Reisen trotzdem ein: „Willkommen in Klein-Köln, nicht in Düsseldorf.“

Der Verkehrsminister, eine Riege der Wüllener Christdemokraten sowie CDU-Bürgermeisterkandidat Dr. Michael Räckers wollten sich von Geschäftsführer Heinz-Jürgen Boonk aus erster Hand informieren, wie gebeutelt die Busunternehmen in der Corona-Pandemie sind. „Und wir möchten Infos aus Düsseldorf, wie ihr glaubt, wie es in den nächsten Monaten weitergehen könnte“, sagte Michael Räckers zum Minister.

„Ab da sah es richtig bitter aus“

Heinz-Jürgen Boonk berichtete, dass man Mitte März mit einem Teil der Busflotte nach Österreich und in die Schweiz gefahren sei, um die letzten Urlauber aus den Skigebieten zu holen. „Die Busse waren am 17. März wieder da und es ging beim Reiseverkehr alles komplett auf Null.“ Mit den Schulschließungen brach der Schulbusverkehr weg. „Ab da sah es richtig bitter aus.“ Fahrten für den öffentlichen Personennahverkehr würden nicht ausreichen, um die Betriebskosten zu decken.

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„Wir hoffen, dass die Corona-Zahlen nicht ansteigen, dass nichts passiert“, sagte Heinz-Jürgen Boonk zu Hendrik Wüst. Das Busunternehmen musste aufgrund der Auswirkungen der Corona-Krise zwei seiner Fahrzeuge verkaufen. „Wir haben heute noch 13 Reisebusse. Davon sind vier im Moment zwischen 44 und 55 Prozent ausgelastet, mehr auch noch nicht.“ Diese Situation werde sich wohl bis in den Herbst ziehen, „dann kommt der November, wo es sowieso ruhiger wird“, erklärte der Busunternehmer. „Dann müssen wir mal abwarten, was uns der Winter bringt.“

„Alle Fahrer sind geblieben“

Die schwierige Lage in der Busbranche – derzeit sind Busreisen unter Corona-Auflagen möglich – fing Heinz-Jürgen Boonk zum Teil über Kurzarbeit in den Bereichen Büro und Werkstatt und bei den Fahrern auf. „Alle Fahrer sind geblieben und wir hoffen, dass sie im nächsten Jahr wieder zu 100 Prozent gebraucht werden. Wochentouren mit Senioren ins Ausland, da musst du Fahrer haben, die mit den Leuten umgehen können.“

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Auch die Wintersport-Touren seien nicht ohne. „Die Fahrer müssen den Bus und die Fahrten kennen. Da geht es rauf bis auf fast 3000 Meter.“ Von Mitte Dezember bis Ostern fährt Boonk Reisen normalerweise zwischen 170 und 200 Pendelfahrten in die Skigebiete. „Solche Fahrer willst du nicht verlieren.“

Große Hoffnung auf Corona-Lockerungen machte Hendrik Wüst nicht. „Die Infektionszahlen gehen gerade hoch, alle halten die Luft an.“ Vor allem sei es wichtig, sich an die vorhandenen Regeln zu erinnern und daran zu halten.

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