Ahauserin Madita Brüning räumt mit außergewöhnlichem Gesellenstück gleich doppelt ab

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Sie sorgt dafür, dass Menschen einen festen Stand im Leben haben: Madita Brüning hat ihre Ausbildung als Orthopädieschuhmacherin beendet. Für ihr Gesellenstück wurde sie doppelt ausgezeichnet.

Ahaus

, 19.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Interesse an ihrem jetzigen Beruf entwickelt Madita Brüning auch wegen eines Zwischenfalls in der eigenen Familie. „Zur Zeit des Schülerpraktikums wusste ich noch nicht genau, in welchen Bereich ich gehen möchte. Zu diesem Zeitpunkt brauchte mein Bruder gerade Einlagen und so kam es dazu, dass ich ein Praktikum bei Böcker machte“, erzählt die 20-Järhige.

Aus dem Interesse wird eine Leidenschaft für den Beruf: Vor Kurzem hat Brüning nun ihre Ausbildung zur Orthopädieschuhmacherin abgeschlossen und ist mit ihrem Gesellenstück zur Landessiegerin der Handwerkskammer Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. „Für mich ist es eine Bestätigung, dass ich den richtigen Beruf gefunden habe. Ein Beruf, der mir sehr viel Freude bereitet“, sagt sie.

„Ziel, Menschen mit einem guten Schuh auszustatten“

Für die Gesellenprüfung fertigte sie ein Paar orthopädische Maßschuhe an. „Ich wollte etwas Zeitgemäßes bauen, um damit zu zeigen, wie modern die Orthopädieschuhtechnik sein kann, beschreibt die gebürtige Ahauserin. Bevor sie den Landespreis bekam, wurde Brüning bereits von der Handwerkskammer des Bezirks Münster für ihr Gesellenstück geehrt.

Vor allem die Arbeit an den Fundamenten eines jeden Menschen macht ihr Spaß. „Nicht jeder Fuß ist gleich. Deshalb ist es immer wieder spannend, sich mit anderen Füßen auseinanderzusetzen“, sagt die 20-Jährige. Viele Menschen hätten Fußprobleme und wüssten es gar nicht. Daher sieht sie es als ihr Ziel an, Menschen mit einem guten Schuh auszustatten.

„Handwerkliche Tätigkeiten haben mir Spaß gemacht“

„Ein guter Schuh zeichnet sich dadurch aus, dass er einen guten Halt gibt. Dafür darf ruhig ein wenig Luft zwischen den Zehen und der Schuhspitze sein - sonst hat der Fuß keinen Platz und es wird zu eng“, erklärt die Schuhmacherin. Bei Kindern darf diese Luft zwischen Schuhspitze und Zehen etwa eine Daumenbreite sein, bei Erwachsenen etwas weniger als eine Daumenbreite.

Ahauserin Madita Brüning räumt mit außergewöhnlichem Gesellenstück gleich doppelt ab

Zur Arbeit von Madita Brüning gehört auch das Schleifen von Schuhsohlen. © Maximilian Konrad

Während der Ausbildung fand sie insbesondere die Arbeit in der Werkstatt interessant: das Anfertigen von Maßschuhen und Schuhzurichtungen. Darunter versteht man, individuell auf die Bedürfnisse des Trägers angepasste Arbeiten an Absatz der Sohle beziehungsweise des Schafts. „Gerade das Lernen der handwerklichen Tätigkeiten hat mir Spaß gemacht. Aber auch die medizinischen Inhalte rund um die Anatomie des Menschen fand ich spannend.“

„Möchte gern einen Meister machen“

In ihrer Freizeit spielt die Kirche eine große Rolle. Dort kümmert sie sich um die Ausbildung von Messdienern. „Es war schön, zu sehen, wie die Kinder in und mit der Kirche groß werden. Das Gefühl der Gemeinschaft ist mit der Zeit ein ganz Besonderes geworden“, erzählt die ehemalige Schülerin der Anne-Frank-Realschule, die zudem noch Querflöte im Spielmannszug spielt.

In der nahen Zukunft plant Madita Brüning, sich regelmäßig weiterzubilden. „Gerne möchte ich später noch meinen Meister machen.“ Wenn es nach ihr geht, möchte sie am liebsten so lange wie möglich in Ahaus arbeiten, „weil die Wege kurz sind und ich kein Auto für den Arbeitsweg brauche.“

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