Parksituation am Krankenhaus droht zu eskalieren

Anwohner genervt

Die Straße Am Kalkbruch, in Krankenhausnähe, wird vermehrt als Dauerparkplatz genutzt. Eine Lösung des Verkehrsproblems wird schwierig.

Ahaus

25.01.2018, 19:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auto an Auto: Die Straße Am Kalkbruch wird in Richtung Scharfland als kostenloser Dauerparkplatz genutzt.bödding

Auto an Auto: Die Straße Am Kalkbruch wird in Richtung Scharfland als kostenloser Dauerparkplatz genutzt.bödding © FOTO: Christian Boedding

Falschparker, Dauerparker – die Parksituation in der Straße „Am Kalkbruch“ muss dringend geändert werden. Mit einem entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion befasste sich am Mittwochabend der Haupt- und Finanzausschuss. Der Schuldige war schnell benannt: das St.-Marien-Krankenhaus. Deren Mitarbeiter und Besucher würden mit ihren Autos auf der Suche nach Parkplätzen in die umliegenden Straßen ausweichen.

Das hat nach Ansicht der CDU-Fraktion damit zu tun, dass das vom Krankenhaus vorgehaltene Angebot an Stellflächen bei Weitem nicht ausreicht. „Der Verkehr funktioniert dort so nicht“, erklärte Thomas Vortkamp, Vorsitzender der CDU-Fraktion. Die Stadt solle mit dem Krankenhaus sprechen, damit der Klinikverbund Westmünsterland „zeitnah“ Abhilfe schaffe. „Die Not ist groß, keine Frage“, sagte Erster Beigeordneter Hans-Georg Althoff. „Es gibt kaum Chancen, dort einen kostenfreien Parkplatz zu bekommen.“ Alternativ werde dann dort geparkt, wo es gehe, „auch ordnungswidrig“. Die Stadt könnte dort jeden Tag Knöllchen schreiben. Dabei gebe es auf den kostenpflichtigen Stellflächen etliche freie Plätze.

Mehr Parkraum schaffen

Hans-Georg Althoff berichtete von Überlegungen des Krankenhauses, mehr Parkraum zu schaffen. Beigeordneter Georg Beckmann habe schon Gespräche mit den Verantwortlichen geführt. „Wir haben städtebauliche Fragen diskutiert“, erläuterte Georg Beckmann. „Vielleicht könnte auf dem vorhandenen Parkplatz eine zweite Ebene angelegt werden.“ Konkrete Planungen gebe es nicht. Georg Beckmanns Fazit: „Nichts ist so endgültig wie ein Provisorium.“ Die Stadt sehe bei neuen Parkplätzen in erster Linie die Krankenhaus-Stiftung in der Pflicht.

Das werde dann wohl dauern, sagte Hubert Kersting (UWG). „Der Parkdruck bleibt.“ „Verursacher ist die Krankenhaus-Betreibergesellschaft“, kritisierte Andreas Dönnebrink (SPD-Fraktionsvorsitzender). „Wenn wir dort Knöllchen verteilen, entsteht der Eindruck, dass die Stadt den Parkplatz am Krankenhaus betreibt. Die Politesse hat in Ahaus an anderen Stellen noch genügend Arbeit.“

Die Stadt dürfe dort nicht untätig sein, entgegnete Hans-Georg Althoff. „Der Parkplatz ist zwar ein privates Grundstück – aber trotzdem öffentlicher Raum. Er steht jedermann zur Nutzung frei.“

Parkgebühren umstritten

Dass sich die Parksituation durch die Anhebung der Parkgebühren im Herbst 2017 vollkommen verändert habe, das wollte Tobias Rodig nicht bestätigen. „Das wäre zu kurz geprungen“, sagte der Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland, zu dem das St.-Marien-Krankenhaus gehört, am Donnerstag auf Anfrage. „Bei den Gebühren liegen wir im moderaten Bereich.“Auch der Parkdruck in die Wohngebiete hinein müsse erst analysiert werden. Sicher seien die Patienten- und Mitarbeiterzahlen gewachsen, „aber es gibt immer Zeiten, zu denen Parkplätze frei sind“.

Konkrete Pläne für neue Parkplätze gebe es derzeit nicht. Kurzfristig könne kaum Abhilfe geschaffen werden. „Einen Parkplatz baut man nicht auf die Schnelle.“ Gleichwohl äußerte Tobias Rodig Verständnis für die Anlieger. „Wenn man zugeparkt wird, ist das nie schön.“

Das St.-Marien-Krankenhaus hat im Herbst 2017 die Parkgebühren angehoben. Die Tageshöchstgebühr stieg von einem auf drei Euro. An Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr sowie samstags zwischen 9 und 13 Uhr kostet die erste Stunde Parken 50 Cent und jede weitere halbe Stunde ebenfalls 50 Cent. Bis zu einer Parkdauer von drei Stunden sind 2,50 Euro zu zahlen. Aktuell verfügt das Krankenhaus insgesamt über 763 Parkplätze: 419 für Besucher und Patienten (davon 165 kostenfreie Plätze) und 344 Plätze für Mitarbeiter. Dauerparker können vergünstigte Mehrtagestickets ziehen.
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