Patient mit Coronavirus wird im Ahauser Krankenhaus behandelt

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Ein Patient mit Coronavirus wird im Ahauser Krankenhaus versorgt. Es handelt sich um den Vater der Familie aus Ahaus, bei der die Infektion am vergangenen Freitag nachgewiesen wurde.

Ahaus

, 12.03.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vater der Familie, die an dem Coronavirus erkrankt ist, wurde nach Informationen unserer Redaktion ins Ahauser Krankenhaus eingeliefert. Er hatte sich zuvor in häuslicher Quarantäne befunden. Der Kreis Borken und das Krankenhaus haben am Donnerstag auf Nachfrage unserer Redaktion nur bestätigt, dass ein Mitglied der Familie stationär aufgenommen wurde.

Karlheinz Gördes, Pressesprecher des Kreises Borken, wollte mit Verweis auf den Datenschutz am Donnerstag keine näheren Informationen preisgeben. Nur so viel: Der Patient sei stabil.

Auch Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikums Westmünsterland, hielt sich bedeckt. Der Patient sei isoliert untergebracht und brauche stationäre Behandlung. Nähere Details werde auch er aber nicht nennen.

Keine Gefahr für Patienten oder Personal

Eine erhöhte Gefahr für andere Patienten oder das Personal habe es aber zu keinem Zeitpunkt gegeben. Der Patient sei als bekannter Fall und entsprechend isoliert ins Krankenhaus eingeliefert worden. „Da wurden vorher die entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen“, so Tobias Rodig.

Auch jetzt sei der Patient isoliert und ohne anderen Patientenkontakt auf einer Isolierstation untergebracht. Die sonstige Patientenversorgung sei davon nicht betroffen und laufe normal weiter, schildert Tobias Rodig. Es komme zu keinen Einschränkungen.

Das Krankenhaus sei sehr gut darauf vorbereitet, einzelne Fälle von Patienten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, aufzunehmen. „Das ist ja nichts anderes als bei anderen ansteckenden Krankheiten“, erklärt Tobias Rodig.

Schutzmaßnahmen sind unbedingt notwendig

Er betont an dieser Stelle die Bedeutung der Schutzmaßnahmen, die momentan überall eingeführt werden. „Wir müssen die Geschwindigkeit neuer Infektionen unbedingt reduzieren“, sagt er. Nur so könne das Krankenhaus als System weiter handlungsfähig bleiben.

„Wenn Politiker über Vorsichtsmaßnahmen reden, klingt das immer sehr abstrakt“, sagt er. Doch jede einzelner Schritt ergebe Sinn: Angefangen bei Regeln zum regelmäßigen Händewaschen, über Beschränkungen der Besuche im Krankenhaus bis hin zu den Verboten von Großveranstaltungen. Jede einzelne Maßnahme sorge dafür, dass sich das Virus langsamer verbreiten könne. Und genau um diese Verlangsamung gehe es. „Jeder Einzelne kann etwas tun – und zwar jetzt“, sagt er.

Weitere Patienten werden ins Krankenhaus kommen

„Wir werden trotzdem weitere Infektionen im Kreis Borken erleben und wir werden auch erleben, dass weitere Patienten ins Krankenhaus eingeliefert werden“, sagt Tobias Rodig.

Das St. Marien-Krankenhaus Ahaus verfügt zurzeit über zwölf Intensiv- und zehn Infektionsbetten. Insgesamt stehen in Ahaus 284 Betten für die Unterbringung von Patienten zur Verfügung. Diese Kapazitäten könnten im Notfall jedoch noch erweitert werden, erklärte Tobias Rodig. Auch darauf sei das Krankenhaus vorbereitet.

Am vergangenen Freitag hatte sich der Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus bei einer Familie aus Ahaus bestätigt. Vier der fünf Familienmitglieder – der Vater und drei Kinder – sind betroffen. Die Irena-Sendler-Gesamtschule, die von zwei der drei Kinder besucht wird, ist seither geschlossen.

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