Politik berät über Pläne für Alstätter Dorfplatz

Zentraler Versorgungsbereich

Das Gesicht von Alstätte soll sich verändern. Der Dorfplatz soll weichen, damit die benachbarten Geschäfte erweitern können. So soll eine zusammenhängende Zone geschaffen werden, damit der Ortskern seinen Status als zentraler Versorgungsbereich zurück bekommt.

ALSTÄTTE

, 21.11.2016, 19:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Politik berät über Pläne für Alstätter Dorfplatz

Blick auf Dorfplatz: Schirmschoppe, das Privathaus und im Hintergrund die Lebensmittelmärkte: Der Dorfplatz soll für dem Nahversorgungszentrum weichen.

Aktuell – so hatte es auch die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes im vergangenen April ergeben – sind die dort angesiedelten Geschäftsflächen zu klein, um als zentraler Versorgungsbereich zu gelten.

Die Umgestaltung in Alstätte mit weitreichenden Folgen: „Das wäre natürlich eine Zäsur für den Ortskern“, erläuterte Walter Fleige vom Fachbereich Stadtplanung der Ahauser Verwaltung, in der vergangenen Sitzung des Planungsausschusses.

Allein schon, weil das Schützen- und Sommerfest, die Kirmes und das Brunnenfest dann einen neuen Veranstaltungsort bräuchten.

Erster Entwurf

In einem ersten Entwurf sieht die Stadt vor, dass die bisherigen Einzelhandelsflächen von Discounter und Lebensmittelmarkt in Richtung Ortskern auf jeweils 1200 Quadratmeter vergrößert werden. In einem möglichen Obergeschoss könnten dann Wohnungen geschaffen werden. Innenliegend würden Parkplätze untergebracht. Auch eine Tiefgarage wäre denkbar. Der Dorfplatz würde komplett verschwinden. So könnte die Lücke zwischen Nahversorgungszentrum bei den Lebensmittelmärkten und dem Ortskern geschlossen werden.

Annegret Hejnk (UWG) begrüßte die Planungen insgesamt. Das Konzept, wie es vorgestellt wurde, war für sie jedoch noch nicht rund: „Wir sehen die Erfolgschancen, müssen aber noch über die Planung reden“, sagte sie. So habe der neue Platz zwischen den Gebäuden keine Aufenthaltsqualität. Auch sei der Verkehr gefährlich geführt und der Baumbestand auf dem Platz müsse weichen. „Das ist schon ziemlich krass“, sagte sie.

Unterschiedliche Informationen

Thomas Vortkamp (CDU) erklärte, dass er die Planung zum ersten Mal sehe und er erst mit Betroffenen sprechen wolle. Auch mit Blick auf die umfangreiche Stellungnahme von Annegret Hejnk wunderte er sich darüber, dass es offenbar unterschiedliche Geschwindigkeiten gebe, mit denen Informationen weitergegeben würden. Auch Walter Fleige zeigte sich verwundert, dass es noch vor der Veröffentlichung der Pläne und vor der Sitzung schon erste Bestrebungen gegeben habe, rechtliche Verfahrensschritte einzuleiten. Auch Reinhard Horst (FDP) regte an, detailliert mit allen Beteiligten zu reden. Andreas Beckers (UWG) kritisierte, dass noch nicht mit dem Eigentümer des Grundstücks gesprochen wurde. „Ohne dessen Zusage ist die ganze Planung doch nichtig“, sagte er.

Strukturkonzept noch nicht beschlossen

„Was ist zuerst? Henne oder Ei? Politik oder Anwohner?“, fragte Georg Beckmann zurück. „Meiner Meinung nach ist es richtig, erst die Politik zu informieren“, sagte er. Die Planung sei ein erster Aufschlag. Auch habe er nicht mit einem einstimmigen Votum gerechnet. Das Strukturkonzept, wie es nun vorgelegt wurde, sei ja auch noch nicht beschlossen, sondern nur in die Politik gebracht worden.

Bei zwei Enthaltungen stimmte der Ausschuss für die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans sowie ein gemeindliches Vorkaufsrecht für das Grundstück. Die Abstimmung über das städtebauliche Strukturkonzept wurde noch verschoben. Gespräche sind zwischen Stadt und den Grundstückseigentümern auch nach der Sitzung noch nicht geführt worden.

Wie Fabian Wellers vom Büro der Bürgermeisterin auf Nachfrage erklärte, soll das zurückgestellt werden, bis der Rat über das Konzept gesprochen hat. Der Rat bekommt das Thema am Mittwoch, 23. November, auf den Tisch.

Im April 2016 hatte der Planungsausschuss die Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts verabschiedet.
In dem 148 Seiten starken Papier wird für ganz Ahaus und seine Ortsteile das aktuelle Angebot erfasst und außerdem umrissen, an welchen Stellen weiterer Handel verträglich ist oder wo schützenswerte Zonen liegen.
Mit dieser Fortschreibung war die Nahversorgungsfunktion des Ortskerns von Alstätte entfallen, weil es dort nicht genügen Einzelhändler für den „kurzfristigen Bedarf“ gibt.
Das gesamte Dokument mit allen Einzelheiten zu Stadt und Ortsteilen bietet die Stadt Ahaus auf ihrer zum Download an.

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