Politiker wollen Frage um Turnhalle in Wüllen in den Fokus rücken

Entscheidung dauert noch

1965 wurde sie eingeweiht. Inzwischen ist der Lack – trotz etlicher Sanierungen – ab. Ob die Turnhalle an der Andreasschule kernsaniert oder neugebaut wird, müssen Politiker entscheiden. Doch bis dahin wird noch einige Zeit vergehen. Vor Mitte 2017 gibt es keine Entscheidung.

AHAUS

, 09.08.2016, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Pflanzen, die in der Fensterdichtung wurzeln; Außenwände, die sich bedrohlich neigen; abgeplatzter Beton an tragenden Teilen – die Turnhalle an der Andreasschule in Wüllen hat ihre besten Jahre lange hinter sich. Bis sich der Rat mit der Frage um Sanierung oder Neubau beschäftigen wird, dauert es aber noch eine Weile.

Pflanzen, die in der Fensterdichtung wurzeln; Außenwände, die sich bedrohlich neigen; abgeplatzter Beton an tragenden Teilen – die Turnhalle an der Andreasschule in Wüllen hat ihre besten Jahre lange hinter sich. Bis sich der Rat mit der Frage um Sanierung oder Neubau beschäftigen wird, dauert es aber noch eine Weile.

Dr. Heiner Hollekamp deutet auf die südliche Wand der Halle. Die hat sich um einige Zentimeter geneigt, einige Steine stehen hervor. „Das ist nicht mehr mit ein bisschen Kitt getan“, sagt er. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Wüllen weiß, wovon er da spricht. Mit seinem Büro hat sich der Ingenieur unter anderem auf Sportstättenmanagement spezialisiert.

Buchen schlagen Wurzeln

Dann zeigt er auf die Sockel der Betonträger. „Da liegt die Stahlarmierung frei“, sagt er. Und das sei der Anfang vom Ende. Die Belastung der Halle sowie die Witterung tun ihr Übriges. Hollekamp weist auf die Isolierung zwischen den Hallenfenstern. Einige junge Buchen haben dort oben bereits begonnen, Wurzeln zu schlagen. In den Ritzen der Fensterdichtung. „Da muss ich nichts mehr zu sagen, oder?“ Von den Versorgungsleitungen im Innern der Halle will Hollekamp da noch gar nicht sprechen. „Erstmal geht es nur um die Bausubstanz“, sagt er. Aber auch die Versorgungsleitungen seien dringend sanierungsbedürftig.

Auch energetisch liegt einiges im Argen: Die neue Heizungsanlage habe den Energieverbrauch zwar senken können, er liege aber immer noch doppelt bis dreifach so hoch, wie der in den anderen Sporthallen der Stadt.

Kompletter Abriss und Neubau

Er macht eine klare Rechnung auf: Eine Sanierung würde weniger als eine Millionen Euro kosten und die Laufzeit der Halle um fünf bis zehn Jahre verlängern. Dann ginge das Sanierungsproblem von vorne los. Ein kompletter Abriss und Neubau läge nach Hollekamps groben Schätzungen irgendwo zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Euro. „Dann wäre aber wieder für mindestens 40 Jahr Ruhe“, sagt er. Und weiter: „Die Halle ist, so weit es geht, sehr gut gepflegt.“ Aber sie stamme eben aus den Anfängen der 1960er-Jahre. In Richtung der anderen Ortsteile wiegelt er direkt ab: „Die Argumentation ist ja immer, dass in allen Ortsteilen gleichmäßig saniert werden muss“, sagt er. Das sei ja auch verständlich. Nur sei jetzt eben endlich auch Wüllen an der Reihe: „Alstätte hat eine neue Zweifachhalle, die Halle in Wessum wurde vor kurzem kernsaniert, Graes und Ottenstein sind vor drei bis vier Jahren dran gewesen.“

Hallenausstattung

Bei Hubert Kersting, Vorsitzender des TuS Wüllen und UWG-Ratsmitglied, rennt Hollekamp damit offene Türen ein. „Die Halle ist über 50 Jahre alt. Da muss man sich natürlich eine Grundsatzfrage stellen“, sagt er. Der Renovierungsbedarf sei ganz klar vorhanden. Ob eine einfache Schönheitsinstandsetzung da ausreicht, bezweifelt er. „Akut gibt es kein Problem, aber die Halle ist von der Ausstattung einfach nicht mehr zeitgemäß“, sagt er. Gerade für die Regionalligamannschaft der TuS-Turner. Die seien ein Leistungsträger des Vereins und entsprechend stark unterwegs. „Eine bessere Ausgangsposition könnte man ihnen sicherlich durch eine bessere Hallenausstattung und mehr Kapazitäten verschaffen“, sagt Kersting. Die Sanierung der Halle bedeute aber natürlich auch, sich langfristig um eine Lösung für den Sporthallenstandort in Wüllen zu kümmern. „Auch für die Grundschule“, so Kersting.

Der Rat hat im vergangenen November ein Institut aus Blankenheim damit beauftragt, eine zentrale Planung für die Zukunft der Sportstätten in Ahaus zu erstellen. Dr. Günther Breuer, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Bedarfsforschung ZAK, sagte am Dienstag auf Anfrage der Münsterland Zeitung nichts zu Details des Sportstättenentwicklungsplans. Er kündigte jedoch an, dass das Konzept Mitte nächsten Jahres fertig sei. Bis dahin seien auch von der Stadt keine weiteren Sanierungsmaßnahmen mehr geplant, hieß es am Dienstag aus dem Rathaus. Dann bekommt der Rat das Thema auf den Tisch.

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